Last-second-Glücksmoment für den FC Eibelstadt! Mit der letzten Aktion des Spiels behielten die Hausherren gegen Bayern Kitzingen alle drei Zähler am Mainpark und überflügelten den Kontrahenten durch den 1:0-Sieg auch in der Tabelle der Würzburger Kreisliga 1.

Wenn der vor dem Spiel Tabellenfünfte den Vierten empfängt, spricht man im Fußball für gewöhnlich von einem echten Verfolgerduell. Doch vor dem Vergleich zwischen dem FC Eibelstadt und Bayern Kitzingen kam man nicht umhin zu fragen, ob tatsächlich drin ist, was draufsteht. Schließlich hinken beide Kontrahenten der Tabellenspitze ein gehöriges Stück hinterher. Alleine von Platz zwei trennten die Kitzinger vor der Partie acht Zähler, bei Eibelstadt waren es sogar deren zehn. Die Chancen, in dieser Spielzeit über die Liga noch ernsthaft ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können, scheinen für beide Mannschaften gering. Das sehen die beiden Trainer – Eibelstadts Malte Schulze-Happe und Kitzingens Tim Reiner – genauso.

Schulze-Happes Blick richtete sich in der Tabelle vor dem Spiel sogar noch eher nach unten. Zwar dürfte die Gefahr in dieser Hinsicht durch den Erfolg gebannt sein, ob Eibelstadt aber tatsächlich noch einmal an der Tabellenspitze angreifen kann, erscheint angesichts der Konstanz der Konkurrenz aus Buchbrunn/Mainstockheim und Schwarzach trotzdem fraglich.

Bestätigt darf sich eher Kitzingens Tim Reiner sehen. Mit einem Auge hatte der Spielertrainer noch auf den zweiten Rang geschielt, aber auch betont, dass die Chance sehr klein sei. Nach der Niederlage dürften sich die Aussichten für die Bayern von klein in nicht mehr vorhanden verwandelt haben.

Konstanz fehlt auf beiden Seiten

Zumindest in einem Punkt deckt sich die Analyse beider Übungsleiter, warum es für ihre Teams noch nicht zu höheren Weihen in der Kreisliga reicht. Sowohl Schulze-Happe als auch Reiner prangern mangelnde Konstanz an. „Wir schaffen es nicht, ein gutes Spiel über neunzig Minuten zu machen, sind teilweise noch zu naiv“ sagt Eibelstadts Coach. Reiners Mängelliste ist indes noch länger: „Wir haben noch Nachholbedarf im taktischen Bereich und müssen lernen, öfter als Team zu performen und die nötige Laufbereitschaft an den Tag zu legen.“

In Sachen Engagement konnte man den Kitzingern im Spiel keinen Vorwurf machen. Es hat darüber hinaus schon seinen Grund, warum Eibelstadts Schulze-Happe den Gegner als „die individuell am stärksten besetzte Mannschaft der Kreisliga“ bezeichnet. Es sei ihm ein Rätsel, warum diese Mannschaft nicht weiter oben in der Tabelle stehe.

Der Spielverlauf am Sonntagnachmittag dürfte ihm ein paar Antworten geliefert haben. Eigentlich hatten die Gäste in den neunzig Minuten insgesamt die aktivere Elf gestellt, an den clever verteidigenden Eibelstädtern bissen sie sich aber die Zähne aus. In der Gefahrenzone agierten die Kitzinger trotz ihrer technisch veranlagten Spieler schlicht zu umständlich, zu wenig zielgerichtet und kassierten die Quittung. Selbst einen Foulelfmeter vermochten die Bayern nicht im Kasten unterzubringen: Spielertrainer Reiner drosch die Kugel aus elf Metern an die Latte (73.).

Mitten ins Kitzinger Herz

Alles sah spätestens da nach einem torlosen Remis aus. Doch hatten die nach einer Gelb-Roten Karte mittlerweile in Unterzahl agierenden Eibelstädter, die sich bis dahin offensiv eher zurückgehalten hatten, noch eine Schlusspointe parat. Niklas Paatz zog nach einer zu kurz abgewehrten Ecke aus dem Rückraum ab und traf nicht nur in die Maschen, sondern die Kitzinger auch mitten ins Herz (90.+4).

Die Statistik des Spiels

Fußball: Kreisliga 1 Würzburg FC Eibelstadt – Bayern Kitzingen 1:0 (0:0)

Eibelstadt: Geißendörfer – Bareither, Schenk, Köhne, Bauer, Woller, Merker, Szabo, Lindner, Paatz, Erhart. Eingewechselt: Wegmann, Wimmer, Köhler, Pfützner, Hiller.

Kitzingen: Nöth – Jakub Phouthavong, Scherer, Hilgert, Gaubitz, Geitz, Szymon Phouthavong, Arayici, Reuther, Voelker, Tim Reiner. Eingewechselt: Maaß, Solick, Tom Reiner, Schmitt.

Schiedsrichter: Christian Wolf.

Zuschauer: 70.

Tor: 1:0 Niklas Paatz (90.+4).