Das Beste kommt nicht immer zum Schluss. Es kann auch gleich am Anfang sein! Beim 33:26 (20:13)-Erfolg gegen das Bayernliga-Schlusslicht aus Bayreuth demonstrierte der Gastgeber und Bayernliga-Tabellenführer in den ersten sieben Minuten eindrucksvoll, warum so viele Punkte und Plätze zwischen den beiden Kontrahenten liegen.

Ein erster Fangfehler der Gäste, Konter Andreas Paul: 1:0. Beim zweiten Angriff leistete sich Bayreuth ein Stürmerfoul, wenig später saß ein Freiwurf von Jan Kästner zum 2:0 im Netz. Demselben Spieler gelang wenig später das 3:0, in den Anstoß der Bayreuther sauste Maximilian Häckner und spazierte zum 4:0 allein durch. Davor hatte Andreas Paul sogar noch einen Tempogegenstoß verballert. So lief es genau sechs Minuten und 31 Sekunden, bis Bayreuths Trainer Elmar Ehrich sein grünes Kärtchen auf den Tisch der Offiziellen legte und um Unterbrechung des Scheibenschießens bat.

Was in den rund 53 Minuten danach folgte, gab nicht unbedingt Aufschluss, ob die in der Vorwoche erlittene erste Saison-Niederlage beim TSV Rödelsee Spuren hinterlassen hat. Die Gastgeber spulten trotz einiger Ungereimtheiten ihr Programm einigermaßen herunter, die Bayreuther wehrten sich in der Folge erfolgreicher und teilweise recht robust ihrer Haut. Rödelsees Physiotherapeut Daniel Schmitt hatte beinahe ein größeres Pensum zu erledigen als mancher Spieler der Gastgeber. Sein Pflaster- und Tapebestand im Medizinkoffer dürfte um einige Meter abgenommen haben.

„Das verstehe ich nicht, warum man teilweise so hinlangen muss“, wunderte sich TSV-Trainer Dusan Suchy später etwas über manche Aktion der Gegner. Leidtragende waren vor allem Andreas Paul, Radovan Suchy und Julius Weinhardt, die nach Spielschluss teilweise sichtlich gezeichnet waren. Auch Michal Tonar spielte nahezu nur im zweiten Gang, schaltete nur bei den Siebenmetern hoch, nahm ungewöhnlich lange Zeit auf der Massageliege und der Ersatzbank Platz während der Partie.

Die beiden Unparteiischen Langner und Müller bestraften manche Aktion viel zu lax und trafen manch merkwürdige Entscheidung. Vor allem Bayreuths Marius Hümpfer machte sich zum Buhmann bei manchem im Publikum. Trainer Suchy wechselte teils gezwungenermaßen munter durch, was dem Spielfluss seines Kollektivs nicht immer gut tat. Seinen angeschlagenen Bruder Radovan schonte er im zweiten Abschnitt komplett, auch Andi Paul griff nicht mehr ins Geschehen ein.

„Wir haben vielleicht zu viel gewechselt“, klopfte sich Trainer Suchy hinterher an die eigene Brust. Mancher der sonst wenig eingesetzten Kräfte habe vielleicht zu viel zeigen wollen, was eben nicht immer klappt, meinte Suchy später. „Nach zehn Minuten haben wir den Faden etwas verloren und gedacht, dass Bayreuth das Spiel abgehakt hat“, analysierte er weiter.

In der zweiten Halbzeit vermochte Bayreuth nicht mehr, näher als sechs die Tore heran zu kommen, die beide Mannschaften am Ende trennten. Symptomatisch für den Verlauf sollte eine Phase nach 46 Minuten sein. TSV-Torwart Paul parierte zweimal hintereinander gegen Hansen, vorne warf Bastian Demel aus bester Position dem gegnerischen Torwart genau auf den Fuß, schließlich zielte Michal Tonar vorbei. Ein Fehlabspiel von Andre Deis lud den Gast schließlich zum 28:20 ein. Das seltsam fahrige Spiel war längst gelaufen. Es sollte keines werden, an das man sich noch lange erinnern muss.

Eine der wenigen Rödelseer Konstanten blieb diesmal Jan Kästner, der die Situation nach der Coburg-Pleite nicht so dramatisch sehen wollte. „Das wollten wir natürlich wieder ausmerzen. Heute war's schon hart. Es war doch klar, dass die Bayreuther kämpfen, sie haben doch nichts zu verlieren gegen uns.“ Die verbleibenden elf Spiele seien noch ein langer Weg bis zum Ende, das wisse jeder. Seine eigene Vorschau lieferte Maximilian Häckner. „Am Montag beim Fußball sind alle wieder fit“, blickte er auf den nächsten anstehenden Kampf bei der ersten Trainingseinheit der neuen Woche.

Bayernliga Männer

TSV Simbach – TuS Fürstenfeldbruck 25:36  
TSV Rödelsee – HaSpo Bayreuth 33:26  
TSV Lohr – TSV Haunstetten 28:25  
TG Landshut – TSV Unterhaching 27:26  
TSV Ottobeuren – HC Erlangen II 24:23  
HSC 2000 Coburg II – DJK Waldbüttelbrunn 29:35  

1. (1.) TSV Rödelsee 15 14   1 490 : 414 28 : 2  
2. (2.) TSV Lohr 15 12 2 1 412 : 351 26 : 4  
3. (3.) HC Erlangen II 15 9 2 4 413 : 381 20 : 10  
4. (4.) TuS Fürstenfeldbruck 15 9 1 5 467 : 422 19 : 11  
5. (5.) DJK Waldbüttelbrunn 15 8 2 5 422 : 407 18 : 12  
6. (6.) TSV Haunstetten 15 7 2 6 454 : 430 16 : 14  
7. (8.) TG Landshut 15 8   7 401 : 425 16 : 14  
8. (7.) TSV Rothenburg 14 7   7 378 : 374 14 : 14  
9. (9.) TSV Unterhaching 15 6   9 416 : 424 12 : 18  
10. (10.) TB 03 Roding 14 5 1 8 397 : 409 11 : 17  
11. (11.) HSC 2000 Coburg II 15 5   10 417 : 450 10 : 20  
12. (13.) TSV Ottobeuren 15 4   11 397 : 449 8 : 22  
13. (12.) TSV Simbach 15 3   12 383 : 445 6 : 24  
14. (14.) HaSpo Bayreuth 15 2   13 385 : 451 4 : 26  

Die Statistik zum Spiel

TSV Rödelsee – HaSpo Bayreuth 33:26 (20:13)

Rödelsee: Thomas Paul, Maximilian Steppan, Gabor Csorba (2), Jan Kästner (11/2), Julius Weinhardt (1), Andreas Paul (4), Andre Deis (2), Christian Häckner (2), Radovan Suchy, Michal Tonar (8/8), Maximilian Häckner (3), Bastian Demel, Franz-Xaver Hetterich.

Bayreuth: Hannes Lenhard, Peter Kropf, Moritz Kaufmann (2), Tim Herrmannsdörfer (5), Marius Hümpfer (6), Steffen Tscheuschner (1), Benjamin Funke (2), Hannes-Jakob Wackerbarth (3), Yannick Berghammer, Carsten Hansen (6/3), Bennet Mühe, Florian Funke (1).

Schiedsrichter: Daniel Langner (TSV Weitramsdorf)/Florian Müller (HG Ansbach).

Zuschauer: ca. 250.

Zeitstrafen: Lukas Demel, Maximilian Häckner, Suchy – 3x Hümpfer, Benjamin Funke, Wackerbarth, Mühe, Florian Funke.

Rote Karte: Hümpfer (54., wegen drei Zeitstrafen).

Siebenmeter: 10:4 (10:3 verwandelt).

Spielfilm: 3:0 (4.), 7:1 (9.), 12:6 (18.), 14:10 (22.), 16:12 (26.), 20:13 - 21:14 (32.), 25:17 (40.), 28:20 (47.), 32:22 (53.), 33:23 (55.), 33:26.