Die Faustball-Feldrunde des Jahres 2017 war eine erfolgreiche Sache für die Aufsteigerinnen des TV Segnitz: Als Fünfte der 1. Bundesliga Süd scheiterten sie nur knapp an der Qualifikation für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Doch so positiv das Abschneiden war, so einschneidend entpuppte sich das Saisonende, denn nach über 20-jähriger Tätigkeit hörte Trainer Uli Lauck auf, und auch die Hauptschlagfrau Linda Müller verkündete aus gesundheitlichen Gründen ihren Rückzug aus der Mannschaft.

Seither schlägt Linda Müller nicht mehr die Bälle, sondern hat den Job als Trainerin angetreten. Sie coachte die Mannschaft schon eine Hallenrunde in der 2. Bundesliga Süd. Vor sechs Wochen ist sie mit ihr dann in die Vorbereitung auf die Feldrunde gestartet, in der die Segnitzerinnen in Deutschlands höchster Spielklasse vertreten sind. War es im vorigen Jahr personell etwas eng geworden, sieht es jetzt um einiges besser aus. Im Angriff gilt Luisa Kaemmer wegen ihrer Schlagkraft als gesetzt. Neben ihr stehen Ursina Sagstetter, Marites Gernet, Katharina Dietz und die reaktivierte Sabrina Hoffmann zur Verfügung.

Tatjana Müller besetzt als Spielführerin die Position der Zuspielerin mit Selina Hofmann als Alternative. In der Abwehr sind Sophie Müller und Helen Gernet eine Bank, auch Tanja Hoffmann ist in dieser Saison wieder dabei. Und Hanna Bischoff will sich ebenfalls für Einsätze in der Bundesliga empfehlen. Zwar sind nicht alle Spielerinnen zum Training da. Doch hat sich die Lage entspannt. Ursina Sagstetter trainiert schon seit Jahren nur in ihrer Heimatstadt Schweinfurt, Katharina Dietz studiert in Heidelberg, Luisa Kaemmer hält sich unter der Woche beim TV Käfertal fit. So sind wenigstens die Leistungsträgerinnen der Defensivachse und die Zuspielerinnen im Training, um zu verbessern, was vergangenes Jahr nicht richtig klappte: das Spiel von hinten heraus.

Für Linda Müller steht fest: „Wir müssen hinten sicher stehen und die Passfolgen müssen stimmen.“ So will sie den Fokus darauf richten, bereits mit der Ballannahme in der Defensive die Angriffe besser vorzubereiten. „Der erste Rückschlag muss schon vorwärts gehen.“ Dann hätten es die Zuspielerinnen leichter, die Angreiferinnen in Szene zu setzen. Zuspielerinnen wie Tatjana Müller brauchen geeignete Vorbereitungsbälle, damit sie ihren Job, der Flexibilität von ihnen verlangt, gut erfüllen zu können. Denn eine Ursina Sagstetter möchte die Bälle möglichst direkt an die Leine serviert bekommen, während Luisa Kaemmer mehr aus dem Feld heraus kommt und weiter weg von der Leine schlägt.

Die Spielerinnen zogen in der Saisonvorbereitung gut mit und gingen so mit Linda Müllers Linie konform. Die Trainerin braucht „schnelle, fitte und bewegliche Leute“, die Situationen rasch erkennen und bei kurzen Bällen des Gegners sofort zur Stelle sind. Müller ist zuversichtlich für die am Sonntag, 6. Mai, beginnende Saison gestimmt, dann gastiert sie mit den Segnitzerinnen in Calw. Sie stehen dort auch dem TV Obernhausen gegenüber. Es folgt der erste Heimspieltag am 13. Mai (Anpfiff 11 Uhr) gegen den TSV Dennach und den TV Vaihingen/Enz.

Nach diesen Spieltagen dürften die Segnitzerinnen ungefähr wissen, wo sie mit ihrer Leistung einzuordnen sind, die Trainerin wird erste Fingerzeige bekommen haben, wie stark die Konkurrenz sich diesmal präsentiert. Eines steht für Linda Müller aber bereits vor dem ersten Aufschlag in der zweigeteilten deutschen Eliteliga fest: „Für uns zählt allein der Klassenverbleib.“