Der FC Hopferstadt scheint endgültig in der Kreisklasse angekommen zu sein. Nach dem 6:1 in der Woche zuvor gegen den FC Iphofen setzte der Absteiger am Freitagabend erneut ein Ausrufezeichen: 6:1 (3:1), diesmal beim SV Willanzheim! Der missglückte Saisonstart ist damit vergessen, Hopferstadt hat sich in der Spitzengruppe der Tabelle etabliert. Wesentlichen Anteil am Erfolg hatte Moritz Dopf. Der Angreifer traf fünfmal und war der treffliche Garant für den zweiten Kantersieg binnen fünf Tagen.

Erstmals gelang dem Zwanzigjährigen dieses Kunststück im Aktivenbereich. „Das letzte Mal fünf Tore in einem Spiel habe ich in der A-Jugend erzielt“, sagte der angehende Industriemechaniker hernach verschmitzt. Mit einer solchen Leistungsexplosion seines jungen Schützlings hatte auch Trainer Erwin Klafke nicht gerechnet. Vor zwei Wochen, nach der 0:3-Niederlage in Schwarzenau, sah der Trainer den Stürmer zwar auf gutem Weg, aber lange nicht am Ziel: „Moritz war wegen einer Knieverletzung fast ein Jahr außer Gefecht. Er braucht noch Zeit. Aber er arbeitet im Spiel gut und haut sich im Training voll rein.“ Diese Bemühungen haben sich schneller ausgezahlt als erwartet. Moritz Dopf ist zurück.

„Das letzte Mal habe ich fünf Tore in der A-Jugend erzielt.“
Moritz Dopf (20), Hopferstadter Sturmwirbel

Vor allem in der ersten Viertelstunde der Partie hatte es noch so ausgesehen, als könnten die Willanzheimer an die Leistung aus der Vorwoche anknüpfen, als sie überraschend einen Punkt in Schwarzach erwischten. Für die Gäste hatte Johannes Popp zwar die ersten zwei Gelegenheiten, doch sonst stand die Heimelf hinten sicher und versuchte, über schnelle Gegenangriffe zum Erfolg zu kommen. Diese Taktik wäre auch fast aufgegangen, doch Markus Stöckers Schuss wurde noch vor der Torlinie geklärt.

War die Begegnung bis dahin weitestgehend ausgeglichen, so bestimmten fortan die Gäste aus dem Ochsenfurter Gau die Handlung. „Wir haben das Spiel Mitte der ersten Hälfte unverständlicherweise taktisch aus der Hand gegeben und dem Gegner zu viel Platz gelassen“, stellte Willanzheims Trainer Elmar Most fest. Den plötzlichen Bruch im Auftritt seiner Mannschaft konnte auch er sich später nicht erklären.

So folgte nach Reibolds Ablage der erste Teil der Dopf-Festspiele, als der Angreifer das Leder im Strafraum unbedrängt annahm und es unter den Querbalken hämmerte. Willanzheim wirkte konsterniert, kam aber überraschend zum Ausgleich durch Johannes Dorsch. Das 1:1 hielt nicht lange, denn noch vor der Pause schraubte Dopf mit seinem zweiten und dritten Treffer das Ergebnis in die Höhe: erst per direktem Freistoß, dann per platziertem Schuss ins linke untere Eck. „Wir waren oftmals nicht richtig gestanden und haben das Feld zu weit auseinandergezogen. Zudem entstehen alle drei Treffer aus Ballverlusten an der Mittellinie“, analysierte Most die Defizite.

Doch auch in der zweiten Halbzeit wurde es bei seiner Elf kaum besser. Ehe sie sich versah, hatte Dopf nach einem erneuten Ballverlust der Gastgeber in der Vorwärtsbewegung zum vierten Mal getroffen und die Partie endgültig entschieden. Es passte ins Bild, dass beim fünften Treffer dem reaktivierten Sven Reitmeier im Tor der Willanzheimer ein eher harmloser Schuss Metzgers durch die Hände rutschte. Zwar gaben sich die Gastgeber nie auf, sie hatten sogar noch sehr gute Möglichkeiten, das Ergebnis zu korrigieren. Doch waren sie dem Absteiger in allen Belangen unterlegen. Der Schlusspunkt – wie sollte es anders sein – war Dopf vorbehalten: Er schnürte nach einem unnachahmlichen Sololauf mit etwas Glück seinen Fünferpack.

Nicht nur aus diesem Grund zeigte sich Trainer Erwin Klafke sehr zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft. „Das war ein hochverdienter Auswärtssieg und ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Wir wussten, dass es schwer wird. Aber die Mannschaft war hochkonzentriert und voll bei der Sache.“ Während die Hopferstädter vorübergehend sogar die Spitzenposition in der Tabelle übernommen hatten, findet sich Willanzheim mit nur einem Pünktchen im Keller wieder.

Das Spiel in der Statistik

SV Willanzheim – FC Hopferstadt 1:6 (1:3)

Willanzheim: Sven Reitmeier; Julian Ziegler (46. Pascal Schmitt/78. Niklas Hein), Manuel Stöcker, Patrick Schmitt, Dominik Hirsch, Dieter Schmitt, Alexander Flennert, Markus Stöcker (78. Roland Ganz), Artur Unrau, Johannes Dorsch, Christoph Böhm.

Hopferstadt: Jens Träger; Bernd Kraft (71. Andreas Jörg), Dominik Gessner, Philipp Kessler (60. Johannes Reißmann), Peter Häusslein, Peter Hofmann (10. Thorben Reibold), Dominik Metzger, Moritz Dopf, Björn Auer, Thomas Jörg, Johannes Popp.

Schiedsrichter: Slawomir Maiczek (TSV Grafenrheinfeld).

Zuschauer: 80 (geschätzt).

Gelbe Karten: Unrau, Patrick Schmitt, Böhm; Auer, Häusslein, Reißmann, Metzger.

Tore: 0:1 Moritz Dopf (26.), 1:1 Johannes Dorsch (34.), 1:2 Moritz Dopf (40.), 1:3 Moritz Dopf (44.), 1:4 Moritz Dopf (51.), 1:5 Dominik Metzger (63.), 1:6 Moritz Dopf (90.+1).