Die einkalkulierbare 14:29 (7:14)-Niederlage gegen den auf den Meistertitel schielenden Kontrahenten HC Erlangen verhagelte die Stimmung der Großlangheimer Frauen nach der Partie keineswegs. Locker saßen sie hinterher, wie nach jedem Spiel, auch diesmal auf dem Spielfeld zusammen und ließen sich die mitgebrachten Muffins samt einem Glas Sekt schmecken.

Sie hatten kein schlechtes Spiel abgeliefert, aber es reichte erneut nicht annähernd, um gegen einen solchen Gegner zu punkten. „Ja, wir sind zufrieden, ernsthaft! Ich finde, sie haben gut gekämpft. Es war klar, du wirst das Spiel nicht gewinnen, aber wir haben alles versucht. Unsere Tore sind schön verteilt, fast jede hat getroffen“, bilanzierte Betreuerin Barbara Herrmann. Erlangen habe eine „super zweite Welle“ gespielt. Die individuelle Klasse auch der jungen Spielerinnen habe sie beeindruckt.

Selbst Erlangens Trainer Elmar Ehrlich nötigte das Auftreten des Gegners Respekt ab. „Die Mädels haben bis zum Schluss gekämpft. Vom Sekt-Ritual habe ich gelesen, ist doch schön, wie sie hier sitzen. Sie hatten 60 Minuten Spaß und Engagement“, schaute Ehrlich auf den wenige Meter neben ihm sitzenden Spielerkreis des TVG. Seine Erlanger Frauen seien konditionell und athletisch im Vorteil gewesen. Das Fehlen mancher Spielerin habe er durch A-Jugendliche kompensiert, von denen vor allem die junge, flinke Layla Schneidereit auf Außen auffiel.

Ihr sportliches Erfolgserlebnis hatte Großlangheims Torhüterin Daniela Braun bereits vor dem Handball. Eine Halbzeit Fußball, in der sie selbst ein Tor erzielte, hatte sie am Nachmittag hinter sich. Die 36-Jährige zählte vor kurzem noch zu den besten Handball-Torhüterinnen der Bayernliga und läutet nun ruhigere Handball-Zeiten ein. Sie habe einige Zeit gebraucht, sich damit abzufinden, aber die Gesundheit und die Arbeit gingen eben vor. Ihre jungen Mitspielerinnen nannte sie „zu nervös. Sie haben Angst, Fehler zu machen. Sie sind immer noch zu brav auf dem Spielfeld.“

Gleich zu Beginn des Spiels hatte Großlangheim seine beste Phase, als Franziska Krißmer auf Zuspiel von Kerstin Weckert mit schöner Einzelleistung das 1:0 erzielte. Die zunächst fahrigen Erlangerinnen scheiterten per Siebenmeter an Torhüterin Schiffmeyer. Doch Großlangheim ließ drei, vier Angriffe torlos liegen, um den Favoriten stärker zu ärgern. Mit der Zeit fanden die Gäste ihre Linie, nutzten die Lücken in der TVG-Abwehr mehr und mehr aus und zogen davon.

Zwischendurch blitzten immer wieder mal Großlangheims Künste auf. Doch die Gastgebnerinnen blieben in vielen Aktionen zu berechenbar. Mit einer ähnlichen Leistung gegen einen schwächeren Gegner sollte das TVG-Saisonziel, wenigstens ein Sieg, auf jeden Fall möglich sein.

Die Statistik zum Spiel

TV Großlangheim – HC Erlangen 14:29 (7:14)

Großlangheim: Daniela Braun, Elisabeth Schiffmeyer; Franziska Krißmer (1), Selina Geißler (2/1), Jennifer Uhl (1), Ramona Hemberger (2), Melanie Dürr (1), Ulrike Kutschera (1), Kerstin Weckert (1), Elina Bergmann (4), Anna Saum (1), Selina Golm.

Erlangen: Sandra März, Vanessa Arndt, Viktoria Peters (6/1), Alina Erdmann (3/1), Luise Schöneshöfer (2), Franziska Peschke (2), Julia Friedel (2), Franziska Schindler (4), Amelie Theobald (1), Barbara Nübel (4/1), Kristin Lang (1/1), Laila Schneider (4/1). Schiedsrichter: Lars Gruner (TV Marktsteft)/Daniel Mildner (TG Schweinfurt). Zeitstrafen: 3x Krißmer, Geißler, Dürr – Schneider.

Rote Karte: Krißmer (50., 3x2 Minuten, 50.).

Siebenmeter: 1:6 (1:3 verwandelt).

Spielfilm: 1:0 (1.), 1:1 (5.), 1:7 (11.), 4:9 (19.), 6:13 (27.), 7:14 – 9:15 (32.), 9:20 (42.), 11:23 (48.), 12:27 (55.), 14:29.

Landesliga Nord Frauen
 
HG Ansbach – DJK Rimpar 19:32  
HC Cadolzburg – Nabburg/Schwarzenfeld 33:24  
TV Großlangheim – HC Erlangen 14:29  
HC Sulzbach/Rosenberg – TV Helmbrechts 18:13  
SV Obertraubling – TV Weidhausen 24:27  
Mintraching/Neutraubl. – Post-SV Nürnberg 27:19  
HG Hut/Ahorn – TV Münchberg    
 
1. (1.) DJK Rimpar 21 17 1 3 582 : 429 35 : 7  
2. (2.) HC Erlangen 20 15 3 2 528 : 364 33 : 7  
3. (3.) TV Weidhausen 20 14 3 3 514 : 412 31 : 9  
4. (4.) HC Cadolzburg 21 13 4 4 619 : 511 30 : 12  
5. (5.) Mintraching/Neutraubl. 20 14 1 5 536 : 438 29 : 11  
6. (6.) HC Sulzbach/Rosenberg 21 12 5 4 545 : 444 29 : 13  
7. (7.) Nabburg/Schwarzenfeld 20 10 2 8 501 : 500 22 : 18  
8. (8.) SV Obertraubling 21 9 1 11 513 : 535 19 : 23  
9. (9.) TV Helmbrechts 21 9 0 12 453 : 497 18 : 24  
10. (10.) TV Münchberg 20 7 2 11 484 : 522 16 : 24  
11. (11.) HG Ansbach 21 6 0 15 460 : 583 12 : 30  
12. (12.) Post-SV Nürnberg 21 5 0 16 451 : 553 10 : 32  
13. (13.) HG Hut/Ahorn 20 1 1 18 364 : 567 3 : 37  
14. (14.) TV Großlangheim 21 0 1 20 365 : 560 1 : 41