Der TV Marktbreit bleibt in der Bezirksoberliga die einzige ungeschlagene Mannschaft. Mit 30:23 (18:12) setzten sich Viliam Vitkovics Schützlinge beim TV Großlangheim durch. Was anhand der Tabelle und den vorherigen Erfolgen des Gegners Spannung versprochen hatte, stellte sich am Samstagabend als eindeutige Angelegenheit für den Spitzenreiter heraus.

Von Beginn an lag Großlangheim in Rückstand, glich nur in den ersten Minuten aus. Nach langem Abwurf von Torhüter Michael Sterk erzielte Daniel Nicola das 4:4. Nach neun Minuten war dies der letzte Zwischenstand, der Großlangheim auf einen Erfolg hoffen ließ. Mit einer Serie von fünf Toren setzte sich Marktsteft innerhalb kurzer Zeit auf 9:4 ab. Franz-Xaver Hetterich mit drei und Dominik Thorwarth mit zwei Toren hatten nach einer Viertelstunde den ersten deutlichen Vorsprung erzielt. „Man gewinnt kein Spiel nach zwanzig Minuten“, dozierte Trainer Vitkovic, der sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher war, dass seine Mannschaft die Partie ungefährdet für sich entscheiden würde. Für ihn sei das erst nach Anfang der zweiten Hälfte absehbar gewesen.

„Wir haben neue Abläufe geübt, um nicht nur das Gleiche zu spielen.“
Viliam Vitkovic, Trainer des TV Marktsteft

Seine Spieler ließen den Ball in der Offensive kreisen, verschoben ihre Positionen und versuchten durch ihr variables Spiel Lücken in die Abwehr der Großlangheimer zu reißen. „Wir haben neue Abläufe geübt – auch auf den Gegner bezogen –, um nicht nur das Gleiche zu spielen“, erklärte Vit-kovic. Das gelang, wie der Trainer am Beispiel einiger Tore erkannte. Doch ab und an fehlte noch das Selbstverständnis im Passspiel, der Ball landete im Aus oder beim Gegner. Großlangheim wusste in dieser Phase aber wenig mit dem Ball in den eigenen Reihen anzufangen. Fehlpässe bremsten die Bemühungen, und immer wieder rannte Marktsteft somit gegen eine offene Deckung an. Die Folge waren einfache Kontertore, wobei Torhüter Michael Sterk mit mehreren Paraden sogar einen höheren Rückstand verhinderte.

„Wegen technischer Fehler haben wir zu viele Gegenstöße bekommen“, erklärte Großlangheims Pascal Faustmann. Beim Stand von 6:10 besaß er die Gelegenheit, den Rückstand mit einem Siebenmeter auf drei Tore zu verringern, er scheiterte aber an Torwart Felix Lang. In den restlichen Minuten der ersten Hälfte setzten sich die Gäste weiter ab. „Wir haben diesmal stärker Wert auf unsere Abwehr gelegt“, sagte Vitkovic, „und wollten schnell an unseren Kreis zurückkehren, so dass sie nicht die leichten Tore machen konnten.“ Großlangheim musste die längeren, ermüdenderen Angriffe ausspielen, wodurch sich ab Mitte der zweiten Hälfte auch Marktstefts besser besetzte Bank bemerkbar machte.

Bis dorthin war es den Gastgebern aber nicht gelungen, den Rückstand zu verringern. Nach einem munteren Beginn der zweiten Halbzeit und schnellen Treffern auf beiden Seiten zum 15:21 zog sich das Spiel mehrere Minuten in die Länge, da auf beiden Seiten kaum ein Angriff mit einem Wurf vollendet wurde. Beide Teams verdienten sich das Lob, dass sie in einer von vielen und nicht immer nachvollziehbaren Entscheidungen unterbrochenen Partie gelassen blieben. Dabei zeigten die Kontrahenten, dass sie durchaus im Stande gewesen wären, ansehnlichen Spielfluss entstehen zu lassen.

„Manches funktionierte gut, anderes weniger, als sich die Jungs mit anderen Dingen beschäftigten“, stellte Vitkovic fest und begründete die Ruhe: „Wir arbeiten auch daran, dass die Konzentration auf dem Feld bleibt und dem Handball gehört.“ Sicherlich trug es auch zur Ruhe bei, dass die Entscheidung in der einseitigen Begegnung längst gefallen war.

Den zwischenzeitlich auf 27:17 gewachsenen Vorsprung ließen sich die Marktstefter nicht mehr streitig machen. Sie wechselten munter durch, versuchten sich an erlernten Spielzüge, und ihr Trainer stellte fest: „Wir haben unsere Aufgabe erfüllt und im Großen und Ganzen verdient gewonnen.“ Nachdem die Marktstefter nun alle Gegner durch haben, könne sie nichts mehr überraschen – sofern sie ihre Leistung konstant abrufen. Für Großlangheim war die Niederlage ge-gen den Favoriten kein Drama. „Wir können mit diesem Ergebnis leben. Marktsteft war der Favorit und hat es auch bestätigt“, erklärte Faustmann. Punkte zum vorzeitigen Klassenverbleib müsse seine Mannschaft gegen in der Tabelle tiefer stehende Gegner holen: „In der Liga geht es eng zu, da wollen wir nicht zu weit nach hinten rutschen.“

Das Spiel in der Statistik

TV Großlangheim – TV Marktsteft 23:30 (12:18)

Großlangheim: Michael Sterk; Jonathan Dürr (3), Thomas Jorich (1/1), Philipp Hufnagel (2), Sebastian Sterk, Maximilian Östreicher, Niklas Dürr (1), Daniel Fröstl (1), Lukas Uhl (3/1), Daniel Nicola (2), Pascal Faustmann (10/5).

Marktsteft: Kai Roth, Felix Lang; Max Reuthal (2), Gabor Csorba (3), Dennis Schmidt (4), Florian Lang, Nico Schmidt, Michael Bayer (2), Stefan Bayer (1), Jens Arlt (2), Franz-Xaver Hetterich (8/5), Dominik Thorwarth (6), Marius Olbrich (2).

Schiedsrichter: Rainer Graf/Kurt Weschenfelder (TG Würzburg).

Zuschauer: 100.

Zeitstrafen: 8:12 Minuten (3x Niklas Dürr, Jonathan Dürr; 2x Olbrich, Csorba, Florian Lang, Dennis Schmidt, Michael Bayer).

Siebenmeter: 9:5 (7:5 verwandelt).

Spielfilm: 1:2 (5. Minute), 4:4 (9.), 4:9 (14.), 7:12 (20.), 9:16 (25.), 12:18 (Halbzeit); 15:21 (35.), 16:22 (40.), 17:26 (45.), 19:28 (51.), 21:28 (55.), 23:30 (Endstand).