Stattliche 106 Schaubilder umfasste die Präsentation, die Fußball-Bezirksspielleiter Dieter Carl den Vereinsverantwortlichen aus der Bezirksliga West bei der Spielgruppentagung in Sulzfeld über seinen tragbaren Computer auf die Leinwand projizierte. Die Zeiten, in denen zu solchen Anlässen Manuskripte als Tischvorlagen verteilt und Terminbücher für eine ganze Saison gedruckt wurden, sind beim Bayerischen Fußball-Verband längst Vergangenheit. Inzwischen kommunizieren Funktionäre und Vereine elektronisch, indem Dokumente via E-Mail verschickt und Informationen auf Internetseiten angeboten werden. Die Entwicklung ist noch nicht am Ende. Nicht umsonst bot der BFV allen seinen 4000 Mitgliedsvereinen einen 400-Euro-Laptop zum Preis von 100 Euro an. Die Klubs sollen gerüstet sein, um die technischen Herausforderungen in ihrer Arbeit bewältigen zu können.

„Die nächsten Monate und Jahre werden von weiteren Veränderungen bei der elektronischen Abwicklung und Darstellung des Spielbetriebs geprägt sein“, hatte BFV-Präsident Rainer Koch zu Beginn der Kampagne erklärt. Nötig sind die Rechner etwa, um künftig den elektronischen Spielbericht zu erstellen, der bereits jetzt in den Verbandsligen zum Einsatz kommt. Zuletzt hatte der Fußballbezirk Unterfranken entschieden, diesen ab kommender Saison bei den Männern in den Bezirksligen und in den Kreisligen einzuführen. Statt handschriftlich auf Papier wird die Mannschaftsaufstellung dann auf dem Computerbildschirm erstellt und die Statistik zum Spielgeschehen online in der Datenbank des BFV hinterlegt, statt sie per Post an den Spielleiter zu senden. Auch Spielerpässe sollen sich in Zukunft über das Internet beantragen lassen. Bis in die untersten Ligen erhalten die Vereine außerdem die Möglichkeit (in den Landesligen und darüber wird es Pflicht), per Liveticker über ihre Spiele zu informieren.

Die neuen Möglichkeiten wollen dann auch die Sportgerichte nutzen, um den Papierpostverkehr möglichst zu reduzieren: Urteile und Verwaltungsentscheidungen werden den Vereinen demnächst auf dem elektronischen Weg zugestellt. Wenn es um die Berufung gegen Urteile geht, bleibt der Verband hingegen weitgehend traditionell: Um das Rechtsmittel einzulegen, müssen sich die Klubs an die Schriftform mittels Brief oder Fax halten oder aber die elektronische Antwortfunktion in ihrem Vereinspostfach verwenden. „Wer eine einfache E-Mail schickt, wird mit der Berufung keinen Erfolg haben“, verdeutlichte Hans-Peter Heimbeck, oberster Sportrichter im Bezirk.

Manche Probleme im Spielbetrieb lassen sich aber selbst durch Computerprogramme nicht lösen: Das schlechte Wetter am Ende des Jahres hat den Spielplan für den zweiten Teil der Saison unter Druck gebracht. Zahlreiche Nachholpartien und ein kompletter Spieltag sind Anlass dafür, dass sich die Winterpause um zwei Wochen verkürzt hat und bereits am kommenden Wochenende wieder Spiele stattfinden. Ein weiterer Grund für die Terminschwierigkeiten sind ab April die Pokalspieltage, die mehrere Bezirksligisten betreffen. „Es darf kaum noch Spielausfälle geben“, sagte Bezirksspielleiter Carl, der andernfalls in Erwägung zieht, bei Unbespielbarkeit des Platzes das Heimrecht zu tauschen oder im Extremfall vier Spieltage innerhalb von acht Tagen anzusetzen (Sonntag, Dienstag, Freitag, Sonntag). Einen Termin für die nächste Spielgruppentagung im Juli hat sich Carl bereits vorgemerkt. Bei allem technischen Fortschritt will er sich mit den Vereinen auch weiterhin persönlich treffen – und nicht per Videokonferenz vor dem Laptop.

Tagungssplitter aus Sulzfeld

Früher Saisonstart

In den Bezirksligen beginnt die Runde 2013/14 nach derzeitigem Stand am letzten Juli-Wochenende. Bezirksspielleiter Dieter Carl kann sich auch vorstellen, den Auftakt wie in den Verbandsligen um eine weitere Woche vorzuziehen, um bei Spielausfällen genügend Puffer zu haben.

 

Veränderter Modus

Die Relegationsspiele zur Bezirksliga werden ab kommender Saison in Hin- und Rückspielen bei den beteiligten Vereinen ausgetragen und nicht mehr auf neutralem Platz stattfinden. Gestrichen wurden dagegen die Entscheidungsspiele bei Punktgleichheit. Den Ausschlag gibt in allen Amateurligen stattdessen der direkte Vergleich.

 

Keine Bezirksmeisterschaft

Dieter Carl hatte zuletzt den Vereinen der beiden Bezirksligen vorgeschlagen, den Meister der Weststaffel gegen den der Oststaffel antreten zu lassen, um den unterfränkischen Meister zu ermitteln. Die Mehrheit sprach sich jedoch dagegen aus.

 

Es kann nur einen geben

Unter dem Dach rollt der Ball auf zweierlei Weise. Es gibt Hallenfußball und Futsal. Im Verband laufen Überlegungen, eine Spielart zu streichen, um die Konkurrenz untereinander zu beenden. „In der Halle wird weiterhin gespielt werden“, sagte Dieter Carl. „Die Frage ist, wie das künftig geschehen soll.“ Möglich ist, dass neben dem Grätschverbot weitere Futsal-Elemente in den Hallenfußball integriert werden.

 

Neues von den Schiris

Im Bezirksschiedsrichter-Ausschuss hat es Änderungen gegeben. Erich Braun (Willanzheim) ersetzt Thomas Desch (Prichsenstadt), der aus beruflichen Gründen ausschied. Der Haßfurter Walter Moritz rückte in den Verbandsschiedsrichter-Ausschuss. Michael Walter aus Diebach gehört ab sofort zum Verbandslehrstab. Fünf Nachwuchsschiedsrichter stiegen in der Winterpause auf: Michael Dotzel (Heidenfeld), Dominique Moritz (Steinach), Lukas Steigerwald (Gräfendorf), Sebastian Wieber (Ramsthal) und Lukas Wöber (Richelbach) pfeifen ab sofort in der Bezirksliga.

 

Aus dem Gericht

Wer am letzten Spieltag vor Winter- oder Sommerpause nach einer Gelb-Roten Karte meint, sich straflos eine schwere Verfehlung, etwa eine Schiedsrichter-Beleidigung, leisten zu können, hat künftig Pech. Das Sportgericht darf den Spieler in solchen Fällen für die ersten Spieltage der nächsten Saison sperren. Text: mkä