Der Mann der Stunde in der Deutschen Automobil-Bergrennmeisterschaft ist Klaus Hoffmann vom AMC Kitzingen. Beim 43. Hauenstein-Bergrennen errang er Gesamtrang drei und damit die zweitbeste Platzierung seiner Laufbahn und was noch wichtiger ist: Er bot eine starke Vorstellung und jagte dem Innsbrucker Herbert Stolz die Führung in der Tourenwagen-Meisterschaft ab.

Bei der Siegerehrung duschten ihn Gesamtsieger Uwe Lang (Schweinfurt) und der Gesamt-Zweite Norbert Brenner (Eichenbühl) ordentlich mit der Magnum-Sektflasche, was der Buchbrunner leicht verschmerzen konnte. Der 48-Jährige griff am Sonntagmorgen im Ex-DTM-Opel sofort an und gewann mit 1:45,89 Minuten den ersten Lauf seiner Tourenwagen-Königsklasse FS/E1. Erstmals brachte Veranstalter MSC Rhön vor 4000 Zuschauern über zwei Tagen problemlos vier Wertungsläufe den Berg hoch – was Hoffmann entgegenkam. Denn er war in der Lage, den bislang in der Tourenwagen-DM führenden Herbert Stolz (Porsche 0935 DPII) viermal in die Schranken zu verweisen.

Klaus Hoffmann ergatterte 68 DM-Punkte und liegt jetzt unter Berücksichtigung eines Streichresultats mit 212 Zählern zehn vor Stolz (202). Norbert Brenner nahm 76 Punkte mit und kämpfte sich mit jetzt 194,5 Zählern ins Titelrennen zurück. „Ich habe gegeben, was ich kann“, klang Stolz etwas resigniert und sprach von einer Vorentscheidung im Titelrennen zugunsten Hoffmanns. „Der Klaus ist gut und sein Auto auch“, lobte der achtfache Champion und adelte Hoffmann mit dem Satz: „Wenn's der Klaus schafft, wäre er mein richtiger Nachfolger.“

„Jedes Rennen muss erst gefahren werden“, traute der gelobte Klaus Hoffmann dem Braten in der glühenden Hitze noch nicht so recht. Er genoss den Sonntag, wurde sich aber schnell bewusst, dass der Druck jetzt mehr auf ihm lastet und er nicht mehr Jäger, sondern fortan der Gejagte ist. Er wollte Uwe Lang nicht widersprechen, der von „Hoffmanns Jahr“ gesprochen hatte und schöpfte Optimismus daraus, dass er es jetzt selbst in der Hand hat und die anderen ihn bei den noch ausstehenden Rennen in Eichenbühl und Mickhausen erstmal schlagen müssen.

Norbert Handa haderte mit dem Rennverlauf und fragte sich: „wo ist denn meine Zeit geblieben“. Der Meister von 2002 und 2010 fuhr Hoffmann und Brenner im Schnitt sechs Sekunden pro Lauf hinterher uns sah kein Land, obwohl er 620 PS unter der Haube hat. Einzig im vierten Lauf konnte er den patzenden Herbert Stolz überflügeln und damit Klaus Hofmann ein bisschen Schützenhilfe leisten.

Der 62-Jährige konnte nicht die optimale Übersetzung fahren, weil sich die Avon-Reifen auf den 18-Zoll-Felgen als falsche Mischung erwiesen. Deswegen geriet er mit seinem Lancia Delta Integrale HF immer wieder in den Drehzahlbegrenzer, was natürlich Zeit kostete. Der Markt Einersheimer kann seinen neu konstruierten Lancia heuer nicht mehr einsetzen und muss die Saison daher im alten Renner zu Ende bringen. Erst im kommenden Jahr kann er wieder voll angreifen.

Einen Pokal gewann Norman Struckmann, der in seinem Ford Escort Cosworth den dritten Platz der Klasse bis 2000 Kubikzentimeter in der Gruppe H erkämpfte. Die neue Sicherheitszelle in seinem Allrad-Fahrzeug wirkt sich positiv aufs Kurvenfahren aus und mit heuer 330 PS ist der Großlangheimer konkurrenzfähiger als in der Vergangenheit. „Die Sektorenzeiten zeigen mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin“, meinte der 33-Jährige und hofft jetzt, auch in Eichenbühl aufs Siegerpodest steigen zu dürfen.

Jürgen Schuster kam als vierter Fahrer des AMC Kitzingen nicht über Platz fünf der Klasse bis 2000 Kubikzentimeter in der Gruppe FS/E1 hinaus. „Die Konkurrenz war einfach zu stark“, betonte der Mann im feuerroten Mazda RX7 aus Weihenzell bei Ansbach. Im Rahmen seiner beschränkten Möglichkeiten erhofft er sich mehr beim Eichenbühler Rennen.

ONLINE-TIPP

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