Kegeln

Landesliga Nord Männer Bayern

CT Post Franken Coburg – SKC Fölschnitz 8:0
Gut Holz Schweinfurt – SKC Eggolsheim 5:3
Germania Marktbreit – PSW 21 Kitzingen 4:4
Eremitenhof Bayreuth – SKK Helmbrechts 6:2
TSV Eintr. Bamberg – KC Oberaltertheim 7:1

1. (1.) TSV Eintr. Bamberg 10 47 14 : 6
2. (2.) CT Post Franken Coburg 10 53 13 : 7
3. (3.) Germania Marktbreit 10 43.5 13 : 7
4. (4.) Gut Holz Schweinfurt 10 39 11 : 9
5. (5.) SKC Fölschnitz 10 38.5 10 : 10
6. (6.) KC Oberaltertheim 10 38 10 : 10
7. (7.) SKK Helmbrechts 10 34 8 : 12
8. (8.) Eremitenhof Bayreuth 10 36.5 7 : 13
9. (9.) SKC Eggolsheim 10 36 7 : 13
10. (10.) PSW 21 Kitzingen 10 34.5 7 : 13

Germania Marktbreit – PSW 21 Kitzingen 4:4 (3181:3158)

Der Mann des Spiels war Siegfried Bohn. „Ich dachte ich bin heute das Kanonenfutter“, sagte der Teamsenior des PSW 21 Kitzingen nach seinem furiosen Auftritt im Startpaar beim Landkreis-Derby zum Rückrundenauftakt bei Germania Marktbreit. Denn sein Mannschaftsführer Uwe Gast hatte den 62-Jährigen ausgerechnet gegen die Marktbreiter Nummer eins, den ehemaligen Bundesliga-Akteur Ernst-Karl Haaf, aufgestellt.

„Siegfried musste heute die Opferrolle einnehmen“, kommentierte Gast seine Strategie – wie diese später aufgehen sollte, stand in seinem Matchplan aber nicht drin. Denn das Kalkül von Gast sah vor, dass sich Siegfried Bohn am wenigsten aller PSW-Spieler einen Kopf machen und auch eine krachende Niederlage als nicht weiter tragisch hinnehmen würde. Doch als es so weit war, wurde Bohn seinem Vornamen gerecht und schlüpfte in eine ganz andere Rolle: die des starken Nibelungen-Helds Siegfried. Er ballerte munter drauf los, ihm gelang an diesem Tag fast alles, er traf gut in die Vollen und streichelte beim Räumen so manchen Kegel gerade noch weg. „Wenns läuft, dann läufts“, kommentierte der Mann aus der Kitzinger Siedlung seinen Husarenstreich.

Derweil erreichte Ernst-Karl Haaf sein Niveau überhaupt nicht und die Zuschauer rieben sich verwundert die Augen, als der Spielstand immer deutlicher auf Bohns Sensationssieg hindeutete. Letztlich dominierte Bohn mit 562 Holz den favorisierten Marktbreiter, der nur auf 542 Holz kam und mit 2,5 zu 1,5 holte Bohn den ersten Mannschaftspunkt.

Daneben spielte der Kitzinger Gerhard Schwarzer, der sich gegen Simon Hanselmann durchsetzte und die 2:0-Führung der Gäste perfekt machte. Im Mittelpaar überzeugte der Germane Frank Wille mit einer starken Vorstellung und der Tagesbestleistung von 587 Holz, womit er dem Kitzinger Dieter Pfister 78 Holz abnahm. Anfangs war Kitzingens Christian Bohn nicht mit sich und der Kegler-Welt zufrieden, doch er vermochte sich zu steigern und lieferte dem Gastgeber Christian Rüth ein heißes Duell. Christian Bohn zeigte sich nervenstark und siegte bei 557 Holz erst auf dem letzten Drücker gegen Rüth (550 Holz).

Damit hatte sich das Zwischenklassement verändert, waren die 57 Holz Vorsprung der PSWler doch dank Frank Wille schnell aufgebraucht – und Wille schickte das Germanen-Schlusspaar Andreas Heckel und Eberhard Knöchel auf die Bahnen an der Buheleite. Der Marktbreiter Ersatzmann Andreas Heckel zeigte eine solide Vorstellung, die reichte, um gegen den jungen Michael Kraus aus der zweiten Mannschaft der Kitzinger den Mannschaftspunkt zu holen und auf 2:3 zu verkürzen.

Im Mittelpaar zeigte Frank Wille konstantes Spiel auf gutem Niveau und besiegte Dieter Pfister mit der Tagesbestleistung entsprechend klar. Auf der anderen Seite hatte Christian Rüth Startschwierigkeiten, fand aber in die Spur und gewann die erste Bahn deutlich. Da danach immer die letzten Prozente fehlten, sollte dies jedoch der einzige Satzgewinn bleiben. Im Parallelduell enttäuschte Eberhard Knöchel mit 489 Holz gegen Uwe Gast, die Weichen standen frühzeitig auf Unentschieden. Denn die Gäste gewannen zwar 4:2 Mannschaftspunkte, doch in der addierten Mannschaftsholzzahl von 3181 Punkten lagen die Gastgeber um 30 Holz vor den Kitzingern.

Da beide Mannschaften keineswegs in Bestbesetzung antreten konnten, waren die Gesamtholzzahlen noch in Ordnung, doch in dem Derby gab es weit mehr Verlierer als Gewinner. Ernst-Karl Haaf war restlos bedient, beim 4:4-Unentschieden gewann keine Mannschaft und trotz des Punktgewinns wurden beide Teams dafür abgestraft, mögliche Siege nicht eingefahren zu haben. In beiden Lagern herrschte hernach die einhellige Meinung vor, einen Sieg verschenkt zu haben: Vor allem bei den Marktbreitern, die die Hinrunden-Begegnung in Kitzingen noch klar gewonnen hatten. Als Tabellenzweiter zu Hause gegen einen Abstiegskandidaten – diese Konstellation zeigte die Machtverhältnisse deutlich auf.

Die Strafe folgte für die Derby-Beteiligten auf den Fuß, denn mit dem Remis fielen die Marktbreiter (13:7 Punkte) in der Tabelle hinter Spitzenreiter Eintracht Bamberg (14:6) und dem neuen Zweiten Post Franken Coburg (13:7) auf Rang drei zurück. Noch härter erwischte es die Kitzinger, die jetzt die Rote Laterne tragen, weil die Bayreuther in Helmbrechts zwei Punkte entführten.

Die Erbgenisse

Charly Haaf – Siegfried Bohn 1,5:2,5 (542:562), Simon Hanselmann – Gerhard Schwarzer 1,5:2,5 (490:517), Frank Wille – Dieter Pfister 4:0 (587:509), Christian Rüth – Christian Bohn 1:3 (550:557), Andreas Heckel – Michael Kraus 3:1 (523:488), Eberhard Knöchel – Uwe Gast 1:3 (489:525).