Jan Nirsberger steht in seiner zweiten Saison im Wiesentheider Tor. Heute Abend bestreitet er zum vierten Mal mit seinem Verein in der Bezirksliga ein Lokalderby gegen den benachbarten FC Geesdorf. „Vor zwei Jahren zog ich mir vor der Winterpause eine schwere Schulterverletzung zu und konnte in der Rückrunde nicht mehr trainieren. Da die Planungen für die neue Saison aber frühzeitig begannen, war meine Zukunft in Kleinrinderfeld unklar“, erinnert sich der 28-Jährige. Da er Wiesentheids damaligen Trainer Marc Reitmaier aus einer gemeinsamen Zeit beim Würzburger FV zwischen 2004 und 2006 kannte und sich dessen Angebot interessant anhörte, sagte er dem Wechsel zu.

„Nach einem halben Jahr Pause wollte ich unbedingt wieder spielen. Die Aussichten in Wiesentheid reizten mich sehr.“ So fügte der auf Verbandsebene erfahrene Torhüter nach seinen bisherigen Stationen bei beiden großen Würzburger Stadtvereinen, im nordbadischen Hardheim sowie in Sand, Abtswind und Kleinrinderfeld eine weitere hinzu. Was er vor mehr als einem Jahr bei seiner Ankunft in Wiesentheid erlebte, stellt Nirsberger auch heute in Bezug auf die Neuzugänge der laufenden Saison fest: „Als ich neu zur Mannschaft kam, wurde ich sofort perfekt aufgenommen.

Das setzte sich heuer fort.“

Entsprechend schnell ging die Integration der neuen Mitspieler, die trotz zahlreicher Abgänge ausnahmslos aus der eigenen Jugend kamen, vonstatten. „Wir haben wieder ein sehr gutes Mannschaftsgefüge. Das spiegelt sich in den Ergebnissen wider“, begründet Nirsberger den erfolgreichen Saisonstart. Der Trainerwechsel nach seiner ersten Wiesentheider Saison von Marc Reitmaier zu Dominik Hochrein bereitete dem Würzburger keine Umstellungsprobleme. Beide kannten sich bereits und führten vor der Saison weitere Gespräche über ihre beginnende Zusammenarbeit.

Vier Siege gelangen Wiesentheid in den ersten fünf Spielen, darunter ein 3:0 beim Lokalrivalen in Geesdorf. „Das Hinspiel verlief bis zu unserem ersten Tor ausgeglichen, teilweise sogar mit leichten Vorteilen für den Gegner. Erst mit unserer Führung sind wir besser ins Spiel gekommen und waren in der zweiten Halbzeit überlegen“, blickt Nirsberger zurück. Die Tore seien zu günstigen Zeitpunkten gefallen, wodurch das Ergebnis den eigentlichen Spielverlauf verklärte.

Vor dem Rückspiel, das gerade einmal vier Wochen später stattfindet, erinnert er an die Situation in der vergangenen Runde, als die Seinen ebenfalls den ersten Vergleich auswärts mit 3:1 gewannen, aber den zweiten zu Hause mit 1:4 verloren: „Wir haben dieses Jahr eine ähnliche Konstellation. Das sollte uns eine Warnung sein.“

Nach erst einem Sechstel der gesamten Saison möchte er noch keine Prognose für den weiteren Rundenverlauf stellen. „Aktuell sieht es sehr gut aus. Aber noch ist es zu früh, um zu sagen, in welche Richtung es sich entwickelt. Die Bezirksliga ist auch dieses Jahr wieder sehr ausgeglichen. Jedes Spiel ist offen.“ Dass drei der fünf bisherigen Gegner derzeit im unteren Tabellendrittel zu finden seien, möchte Nirsberger ebenfalls nicht interpretieren: „Wir müssen jeden Gegner mit allen Stärken und Schwächen ernst nehmen. Deshalb spielt es für mich keine Rolle, gegen wen wir schon gespielt haben oder noch spielen müssen.“ Ein schöner Erfolg wäre es, die Platzierung der Vorsaison als Sechster zu bestätigten, doch stehe an erster Stelle die Entwicklung der jungen Mannschaft. Dabei attestiert er Dominik Hochrein ebenso wie dessen Vorgänger „einen sehr guten Job“.

TSV/DJK Wiesentheid – FC Geesdorf (Mittwoch, 18 Uhr)

Nur vier Wochen nach dem Hinspiel, das Wiesentheid (3., 12:3, 12) mit 3:0 gewann, treffen sich die beiden Kontrahenten bereits zum Rückspiel. Das ist der Geesdorfer (5., 13:8, 9) Kirchweih im November geschuldet, an der die FC-Kicker nicht spielen wollen.

Geesdorfs Trainer Hassan Rmeithi zieht den Hut vor dem bisherigen Abschneiden des Konkurrenten, das ihn überrascht hat. „Sie haben viele Leistungsträger verloren, erst drei Gegentore kassiert und vier Siege gelandet. Das spricht für die gute Arbeit“, lobt er den Gegner. Als Grund für die überraschend klare Hinspielniederlage hat er das veränderte Spielsystem der Wiesentheider ausgemacht. „In der vergangenen Saison haben sie mehr gespielt und Kombinationsfußball praktiziert. Heuer spielen sie einfacher und arbeiten viel mit langen Bällen auf ihre schnellen Stürmer. Im ersten Spiel hat mich das überrascht. Diesmal kenne ich die Spielweise“, hofft er auf eine Revanche. Rmeithi verweist auf die vergangene Saison. Da verloren seine Schützlinge ihr Heimspiel mit 1:3, gewannen aber in Wiesentheid mit 4:1. Am Saisonende wiesen die beiden Kontrahenten jeweils 47 Zähler auf. Das Torverhältnis sprach für Geesdorf (+19) und bescherte Rang fünf vor Wiesentheid (+12). Text: wro