Der Kader der Würzburger Kickers für die kommende Regionalliga-Saison bekommt Konturen. Mit einer Mischung aus jungen, gut ausgebildeten Nachwuchsleuten und ein paar erfahrenen Führungskräften wolle er das Unternehmen Drittliga-Aufstieg in den kommenden drei Jahren angehen, hatte der zukünftige Kickers-Trainer Bernd Hollerbach angekündigt. Und genau dieses Profil erfüllen die ersten Neuverpflichtungen, die der 44-jährige Ex-Erstliga-Akteur am Mittwoch präsentiert hat: Nico Gutjahr (SC Freiburg II) und Clemens Schoppenhauer (Werder Bremen II), zwei hoffnungsvolle in Leistungszentren von Erstligisten ausgebildete Kicker, und Christian Demitras (zuletzt SV Wehen-Wiesbaden), ein Mann mit Bundesliga-Erfahrung.

Bei diesen Namen müssen gewiss auch Fußballexperten, zunächst einmal die Internetsuche bemühen, um mitreden zu können. Ein Zeichen, dass Hollerbach seiner Linie treu bleiben wird. Die großen Namen wird man am Ende im Kickers-Kader nicht finden. „Die Mannschaft steht über allem“, lautet Hollerbachs Credo, das er auch im Mittwoch immer wieder betonte.

Demitras hat in der großen Fußballwelt immerhin schon ein paar Fußspuren hinterlassen. 52 Erstliga-Spiele stehen in seiner Vita, alle für den FSV Mainz 05. Dass es für den Rechtsverteidiger nach seinem Fortgang aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt – vorsichtig formuliert – nicht nur aufwärts ging, er über die Stationen Karlsruher SC, Carl Zeiss Jena, Syrianska FC (Schweden) beim Hessenligisten SV Wehen-Wiesbaden landete, stört Hollerbach nicht. „Er wird der Mannschaft mit seiner Erfahrung weiterhelfen“, ist er sicher.

Auch die beiden anderen Neuen wecken beim neuen Kickers-Coach Erwartungen: „Diese Spieler bringen uns weiter.“ Dafür stehe schon alleine die Ausbildung bei Werder Bremen und dem SC Freiburg. Vor allem die Fußballschule, der Südbadener genießt einen ausgezeichneten Ruf: Mittelfeld-Allrounder Gutjahr wurde mit der U 19 des Sportclubs zweimal DFB-Pokalsieger. „Sie haben beide zeitweise mit den Bundesliga-Teams trainiert und kennen die Abläufe. Das ist ein Vorteil“, sagt Hollerbach.

So stand Innenverteidiger Schoppenhauer, der bei Werder Bremen Kapitän der U19-Bundesliga-Mannschaft war, im Oktober 2010 im Kader für das Champions-League-Auswärtsspiel bei Tottenham Hotspur. „Das Wichtigste ist aber, dass sie sich mit diesem Projekt bei den Würzburger Kickers identifizieren“, sagt Hollerbach und da habe er bei allen drei Neuverpflichtungen ein gutes Gefühl.

Es werden nicht die einzigen neuen Gesichter am Dallenberg bleiben. Mit Amir Shapouzadeh (Sportfreunde Lotte) sind sich die Kickers nach Informationen dieser Zeitung prinzipiell über ein Engagement einig. Für die meisten Spieler, deren Verträge nach dieser Saison auslaufen, stehen die Zeichen dagegen auf Abschied. Entsprechende Nachfragen beantwortete Hollerbach kurz und knapp, Verhandlungen mit diesen Akteuren seien „Sache des Vereins“. Er selbst scheint kaum ein Interesse an einer Weiterverpflichtung zu haben. Mit wenigen Ausnahmen: Eine Vertragsverlängerung deutet sich bei Joannis Karsanidis an, den Hollerbach offenbar gerne behalten will. Andere wie Ricardo Borba oder Joseph Mensah werden die Kickers wohl verlassen. Stehen soll der runderneuerte Kader bis zum Trainingsauftakt am 4. Juli. Am 6. Juni geht es ins Trainingslager nach Wörgl (Österreich).

Während Hollerbach am Team werkelt, soll am Dallenberg alsbald auch deutlich erkennbar gebaut werden. Noch in dieser Woche wird es Vorgespräche in Sachen Flutlicht geben. Kickers-Geschäftsstellenleiter Peter Hofmann hofft, „dass wir das Licht beim DFB-Pokalspiel im August möglicherweise schon anschalten können.“