Wer in den zurückliegenden Wochen die Trainingseinheiten der SG Buchbrunn/Mainstockheim verfolgte, rieb sich verwundert die Augen. Bis zu dreißig Akteure tummelten sich regelmäßig auf den Rasenplätzen, um sich auf die bevorstehende Saison vorzubereiten. Es waren geradezu paradiesische Zustände, die Trainer Dominik Hochrein entdeckte – und auf die sich mancher seiner Vorgänger vermutlich keinen Reim machen konnte. In der vergangenen Runde hatten sich zum Teil gerade mal eine Handvoll Spieler eingefunden. „Das kann ich gar nicht verstehen“, sagt Hochrein verwundert, nachdem er erst diesen Sommer den Trainerjob beim Kreisliga-Klub übernommen hat.

Sportleiter Manfred Trinklein kennt derweil die Gründe für den sprunghaften Anstieg. „Letztes Jahr war unser Kader nicht so breit aufgestellt, wir haben mehrere Neulinge hinzubekommen, außerdem beteiligen sich die Spieler der zweiten Mannschaft jetzt viel stärker“, sagt Trinklein. Es mag der Reiz des Neuen sein, der magnetisch auf die Spieler wirkt und sie zu den Übungsabenden treibt.

Hochreins Philosophie klingt verlockend. Der 23 Jahre alte Spielertrainer hat sich vorgenommen, Jugendspieler frühzeitig durch das Training bei ihm an die Herausforderungen in den Männerteams zu gewöhnen und sie dort auch einzusetzen. „Wir wollen auch junge Spieler aus der Region Kitzingen hinzugewinnen, indem wir zeigen, dass bei uns ein großer Zusammenhalt herrscht und über den Fußball hinaus etwas geboten wird“, erklärt Hochrein, der sich von Beginn an dafür eingesetzt hat, jeden Monat einen Mannschaftsabend oder andere Freizeitveranstaltungen zu organisieren.

„Ich bin bei der SG zum Glück positiv überrascht worden“, sagt der frühere Spieler des Würzburger FV, der zuletzt eine schwere Zeit erlebte: Mit dem SV Bütthard, seiner Premierenstation als junger Trainer, stieg Hochrein nach zwei Jahren aus der Kreisliga ab. In der Winterpause hatte ihn bereits die Offerte der SG Buchbrunn/Mainstockheim erreicht. „Ich habe mich in Bütthard sehr wohl gefühlt, doch neben dem sportlichen Aspekt hat die kürzere Fahrstrecke nach Buchbrunn und Mainstockheim für sich gesprochen“, stellt Hochrein fest. Von seinem Wohnort Lengfeld bis ins dreißig Kilometer entfernte Bütthard hatte er im Feierabendverkehr eine knappe Dreiviertelstunde benötigt. Nach Buchbrunn sind es für ihn lediglich zehn Minuten.

Während Hochrein sowohl Bütthard als auch Buchbrunn/Mainstockheim als Vereine mit familiären Strukturen kennengelernt hat, sind für ihn auf sportlicher Ebene kaum Gemeinsamkeiten zu erkennen: Gerade das Potenzial der Akteure sei in seiner neuen Mannschaft ein ganz anderes, was nicht zuletzt an den Perspektiven des Nachwuchses liege. „Während der Zeit in Bütthard ist nur ein Jugendspieler hinzugestoßen“, erinnert sich Hochrein, der in diesem Jahr seine Fortbildung zum Sparkassenfachwirt absolvieren will und anschließend die B-Lizenz als Trainer anstrebt. Die seit zehn Jahren bestehende Spielgemeinschaft hat ihn unterdessen mit einigen Erwartungen empfangen: „Wir versprechen uns das ein oder andere von ihm, wollen attraktiven Fußball sehen und glauben, dass er uns voranbringt“, sagt Sportleiter Trinklein vor dem Saisonauftakt an diesem Samstag, der das Team bei den zahlreichen Lokalderbys in der Kreisliga gleich einmal zum SSV Kitzingen führt.