Eine knappe Viertelstunde bot die SpVgg Giebelstadt dem TV Marktsteft die Stirn. Dann aber klärten sich die Fronten – und der TV Marktsteft landete den erwarteten Heimsieg, der mit 36:27 standesgemäß ausfiel. Denn die Marktstefter Handballer marschieren mit 12:2-Punkten an der Tabellenspitze ihrer A-Staffel in der Bezirksoberliga, während Giebelstadt mit 6:8-Punkten noch den Klassenerhalt sichern will. "Die zweite Halbzeit hat wirklich Bock gemacht, Jungs", lobte Gästecoach Mario Bitzek die Seinen nach dem Schlusspfiff und maß der Niederlage keine allzu große Bedeutung zu.

Das Fell des Bären war praktisch schon vor dem ungleichen Duell verteilt, denn Bitzek sprach von einem "Kann-Spiel" ohne große Ambitionen – und sein Marktstefter Pendant Stefan Knötgen nutzte die Partie, um einige Dinge auszuprobieren. So überraschte Knötgen die Gäste, indem er eine sehr offensive 3-2-1-Deckung hinstellen ließ. Anfangs kamen die Giebelstädter noch damit zurecht, aber nach einer Viertelstunde wechselten die Stefter auf die Überholspur und waren beim 14:9 nach 19 Minuten schon etwas enteilt.

Auf beiden Seiten drückten die Spielmacher dem Match ihren Stempel auf. Marktstefts Christoph Wendel setzte seine Nebenleute oftmals in Szene und suchte auch selbst oft den Weg zum Tor. Er erzielte aus dem Feld sechs Treffer und verwandelte dazu noch vier Strafwürfe sicher, was sich zu zehn Toren summierte, womit er bester Torschütze des Abends war.

Zu harmlos

Die Giebelstädter präsentierten sich insgesamt zu harmlos, nur Mittelmann Till Kreisel und Michael Eberth nahmen sich aus. Kreisel dirigierte, stieß zudem immer wieder in die Lücken der Stefter Defensive und netzte sechsmal ein. Eberth trug sich siebenmal in die Torschützenliste ein, zusammen kamen die beiden fast auf die Hälfte aller Treffer der Gäste.

Die individuelle Klasse war bei den Gastgebern weit mehr ausgeprägt, und auch zwischen den Pfosten besaß Marktsteft einen großen Vorteil. Denn ihr Torsteher Noah Schwab wusste sich oftmals mit schönen Paraden auszuzeichnen und sorgte dafür, dass sich die Torbilanz der Mannen aus dem Ochsenfurter Gau in Grenzen hielt. Sein Gegenüber Nikita Siltschenko war derweil zu bedauern, brachte er doch kaum eine Hand an den Ball, außer beim Holen des Spielgeräts aus dem Netz. Mario Bitzek musste auf zwei Torhüter verzichten und deswegen Siltschenko ins kalte Wasser werfen. Mit erst 17 Jahren machte er erstmals ein BOL-Spiel über 60 Minuten, mühte sich dabei redlich, stand aber auf verlorenem Posten.

"Wegen Corona sind wir noch auf der Suche des Spielrhythmus", erklärte Mario Bitzek, denn in den vergangenen Monaten gab's kaum Spiele, Trainingseinheiten fielen reihenweise ins Wasser. Er nahm es nicht weiter tragisch, dass die Hausherren ihre Führung kontinuierlich ausbauten und zur Pause schon mit sieben Treffern in Führung lagen. "Die Jungs konnten nach der Pause einiges umsetzen", attestierte Mario Bitzek seinem Team.

Marktstefts Trainer Stefan Knötgen richtete schon den Blick auf die noch fünf ausstehenden Spiele mit den Gegnern Rödelsee, Großlangheim und vor allen die DJK Rimpar III. Letztere sitzt mit 10:2-Punkten den Steftern im Nacken, das Aufeinandertreffen der Führenden am 13. März in Marktsteft könnte zu einem Endspiel um den Spitzenplatz in der BOL-Staffel A werden. "Der Spitzenplatz ist unser klares Ziel, denn nur der erste Platz berechtigt zu den Relegationsspielen um den Landesliga-Aufstieg gegen den Sieger der B-Staffel", verdeutlichte Knötgen.

Während die Stefter die BOL nach oben verlassen wollen, hoffen die Giebelstädter, dies nicht nach unten tun zu müssen. "Wir wollen so schnell wie möglich noch Punkte für den Klassenerhalt ergattern", sagte Mario Bitzek. Freilich. Doch die Lage seines Teams stellt sich noch nicht brisant dar, denn die Rödelseer haben noch vier Punkte weniger als die Spielvereinigung. Und Großlangheim weist noch keinen einzigen Zähler auf.

Die Statistik des Spiels

Handball, Bezirksoberliga Männer, Staffel A
TV Marktsteft – Spvgg Giebelstadt 36:27 (21:14)
Marktsteft: Schwab, Felix Lang – Seitz 2, Kevin Lang, Bischoff 2, Hoffmann 2. Schmidt 3, Reuthal 1, Matern 6, Baumann 2, Wendel 10/6, Thorwarth 6, Etzelmüller 2.
Giebelstadt: Siltschenko – Schnapp 5, Kreisel 6, Michel 2, Kosmehl 1, Mark 2, Getsy, Eberth 7, Dangel 1, Vogtherr 1, Häuserer 2.
Schiedsrichter: Feuerbacher/Weber (Schweinfurt/Gerolzhofen). Zuschauer: 90. Strafminuten: 8:2. Siebenmeter: 4/4 – 2/1.
Spielfilm: 6:6 (11.), 14:9 (19.), 18:14 (25.), 21:14 (HZ), 28:22 (45.), 31:24 (50.), 33:27 (56.), 36:27 (Endstand).
Quelle: bhv