Meisterinnen sind sie schon, die Handballfrauen der SpVgg Giebelstadt. Zwei Spieltage vor Saisonende stehen aber noch zwei Ziele an, um eine fast vollkommene Runde zu krönen. Zum einen will die von Mario Bitzek und Ralph Scheckenbach trainierte Mannschaft makellos, also komplett ohne Minuspunkt, durch die Runde kommen. Zum anderen ist da noch eine Schallmauer, die man brechen will: die 500 Tore. 446 hat Giebelstadt bereits erzielt, im Schnitt 27,8 Treffer. Fehlen also noch 54 Tore in den beiden ausstehenden Spielen gegen die Reserven des TV Etwashausen und der HSG Pleichach.

Im Hause Bitzek regiert der Handball. Ehefrau Martina ist mit 41 Jahren immer noch aktiv, spielt mittlerweile gemeinsam mit den Töchtern Ann-Kathrin (20) und Alicia (17) in einer Mannschaft. Tut das gut, wenn der Vater auch noch Trainer der drei ist? „Mit meiner Frau gab es früher schon einmal Stress, aber inzwischen sind wir auch älter und ruhiger geworden“, sagt Mario Bitzek. Die Kinder reagierten unterschiedlich, „eine ist froh, wenn wir als Eltern dabei sind, einer war es früher eher unangenehm“. Dazu kommen noch Sohn Laurin (15), der für die DJK Rimpar Tore wirft, und Sina, die mit 14 Jahren Jüngste, die in der B-Jugend am Ball ist.

Mit dem Wiederaufstieg der Giebelstädter Frauen in die Bezirksoberliga ist der „Betriebsunfall“ behoben, wie der 41 Jahre alte Vater und Trainer den Abstieg im Vorjahr in die Bezirksliga nennt. Einige unglückliche Umstände hätten dazu geführt, dass Giebelstadt nach unten musste. „Da haben ziemlich wenig Dinge zusammen gepasst. Es ist fast alles schief gelaufen“, sagt Bitzek. Erst als der HSV Bergtheim II in der Relegation um den Landesliga-Verbleib nicht antrat und runter ging, erwischte es auch Giebelstadts Frauen.

Nicht lange lamentieren, sondern so schnell wie möglich wieder nach oben arbeiten – das hatte sich das im Februar 2012 eingestiegene Trainerduo Bitzek/Scheckenbach mit ihrer Mannschaft vorgenommen. Die Basis für eine nahezu perfekte Saison wurde bereits im Sommer gelegt. „Da haben wir schon gut trainiert, unser neuer Beachhandball-Platz kam uns hier zugute“, sagt Bitzek. Die Mannschaft fand wieder Spaß am Handball, nicht nur durch ihre läuferische Überlegenheit ließ sie die Konkurrenz in der Bezirksliga ein ums andere Mal stehen.

In Carina Hofmann besitzt Giebelstadt zudem „eine absolute Ausnahmespielerin“, wie Bitzek erklärt. Nur noch bis Sommer allerdings, denn dann wird die 22-Jährige den Verein zum Bayernligisten HSV Bergtheim verlassen. Schmerzlich, aber verständlich für die Trainer. „Sie hat es verdient und hat auch das Zeug dazu, höherklassig zu spielen“. Als weiteres Plus für Giebelstadt erwies sich der große Kader. Kurz nach Saisonbeginn wollte die SpVgg eine zweite Frauenmannschaft melden, was der Verband ablehnte.

„Nur weil wir zwei Wochen zu spät dran waren. Das hat mich tierisch geärgert“, sagt Bitzek im Nachhinein. Er und Scheckenbach hielten die große Gruppe bei Laune, so weit es ging. Jede bekam ihre Einsatzzeit. „Wir haben darauf geachtet, dass wir auch die 17- und 18-Jährigen heranführen; aber wenn du Meister werden willst, kannst du halt nicht in jedem Spiel experimentieren.“

So richtig eng wurde es in keinem der bisherigen Spiele. Da konnten es sich die Giebelstädterinnen sogar leisten, zeitweise eine Feldspielerin ins Tor zu stellen, weil die gelernten Torhüterinnen ausfielen. Ein wenig denken Bitzek und Scheckenbach bereits an die neue Spielklasse im kommenden Jahr. „Angst macht uns das nicht, aber es wird auch nicht leicht, weil es Carina Hofmann zu ersetzen gilt. Ziel wird es sein, die Liga zu halten, und das“, so Bitzek, „können wir auch schaffen.“