Slavica Roganov coacht seit dieser Saison die Damen der SG Dettelbach/Biber-gau in der Bezirksoberliga und ihr Mann Radoslav ist mit seinem Männer-Team in der Bezirksliga Süd vertreten. Bei dem Ehepaar spielt Handball aber nicht erst seit diesem Jahr eine große Rolle. Beide wuchsen im damaligen Jugoslawien auf und können auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken.
Radoslav spielte mit seinem Heimatklub Dinamo Pancevo in der ersten Liga, während seine Frau Slavica es sogar zur Nationalspielerin brachte. Im Jahr 1988 wechselte sie zum damaligen Erstliga-Verein DJK Würzburg. Beide können getrost als Handball-Fachleute bezeichnet werden.
Die Männer des TV Dettelbach spielen die zweite Saison nach ihrem Abstieg aus der BOL in der Bezirksliga Süd und können auch heuer nicht mehr auf Platz eins klettern. Denn mit der 28:35-Niederlage gegen die SG Kitzingen/Mainbernheim bereiteten sie dieser den Weg zur Meisterschaft. Dabei gestalteten sie die erste Halbzeit (15:14) noch ausgeglichen, doch nach wenigen Minuten in der zweiten Hälfte zündeten die Kitzinger/Mainbernheimer den Turbo, während Dettelbach die Luft ausging.
"Unser Problem ist, dass uns von hinten raus die Kondition fehlt", sieht Radoslav Roganovic die größte Hürde in dieser Runde. "Wenn alle regelmäßig mittrainieren könnten, hätten wir eine hervorragende Mannschaft."

Am Ende geht die Luft aus


Denn etliche Spieler, unter anderem Michael Hübner, Christian Hering und Uli Dienesch können unter der Woche nicht zu den Übungsstunden kommen, da sie anderweitig studieren oder arbeiten. Das macht sich vor allem in der Schlussphase des Spiels und gegen starke Gegner bemerkbar. Mit 17:9-Punkten liegen die Dettelbacher knapp vor den Dritt- und Vierplazierten Höchberg II (16:12) und Heidingsfeld II (16:10), wobei die beiden Reservemannschaften nicht aufsteigen können, da ihre ersten Mannschaften bereits in der BOL auflaufen. So könnte Randersacker (14:14) dem TVD noch gefährlich werden. "Wir werden auf jeden Fall versuchen, den zweiten Platz zu verteidigen. Wenn wir es schaffen sollten, werden wir in der Relegation natürlich alles geben. Denn die Mannschaft will aufsteigen", so Roganovic. "Ich sehe in dem Team großes Potenzial, weil es noch so eine junge Mannschaft ist. Das Problem ist einfach nur, dass in Dettelbach alle Akteure gerne spielen, aber nicht gern trainieren."
Wenn die Männer den Aufstieg in die BOL allerdings schaffen sollten, will Roganovic unter anderem an der Abwehr, vor allem jedoch an der Trainingsbeteiligung arbeiten.
Bei den Damen sieht es mit der Präsenz in den Übungsstunden ebenfalls nicht rosig aus. Verletzungs- oder jobbedingt konnte auch die SG Dettelbach/Bibergau selten vollzählig trainieren oder spielen. "Ich hatte bei Auswärtsspielen noch nie eine komplette Mannschaft beisammen", schildert Slavica Roganovic, "Das soll allerdings keine Ausrede für unsere schlechte Bilanz sein."

Verschiedene Gesichter


Ihr sei es ein Rätsel, warum ihr Team zu Hause mit einem ganz anderen Gesicht auftritt als in fremder Halle. Nur zwei von acht Spielen gewann die SG auswärts. Jedoch stehen am Ende der Runde noch fünf Heim- und nur ein Auswärtsspiel an, was auf weitere Punkte hoffen lässt. Mit Volkach, Großlangheim und Lohr haben die Dettelbacher/Bibergauer allerdings noch einige oben in der Tabelle platzierte Teams zu Gast.
Lohr wird wohl, wenn es sich keine Patzer mehr leistet, den Aufstieg in die Landesliga schaffen. Wer sich dahinter jedoch den Relegationsplatz schnappt, ist noch nicht entschieden. Auch Dettelbach/Bibergau befindet sich noch im Rennen. "Unser Hauptziel ist, in der Liga zu bleiben", stapelt Roganovic allerdings sehr tief.

Gute Mischung


"Wir wollen nächstes Jahr dann angreifen." Vor allem hofft sie darauf, dass ihre Verletzten, allen voran Torhüterin Judith Keilholz, wieder fit ins Team zurückkehren. Ansonsten ist Slavica mit der guten Mischung aus A-Jugend und Erste-Mannschafts-Spielerinnen zufrieden. "Das ergänzt sich gut", ist sie der Meinung. "Wir sind auf jeden Fall auf einem guten Weg."