Wenn es derzeit um seinen SV Gelchsheim geht, will Roland Schiffert trotz der aktuellen Tabellenführung in der A-Klasse 2 Würzburg nichts von einer neuen Euphorie wissen. „Bitte nicht so positiv berichten! Wer weiß, was in drei, vier Wochen ist“, blockt der Vereinsvorsitzende ab. Ein klein wenig könnte man doch nach oben blicken, oder? „Im Vorjahr haben wir lange um den Abstieg gekämpft, da wollen wir das Wort 'Kreisklasse' nicht in den Mund nehmen“, geht ihm das alles etwas zu schnell.

Mit Freude schaut Schiffert jedoch auf die aktuelle Entwicklung, die so nicht ganz abzusehen gewesen sei. Vor der Runde habe es in der Schwebe gestanden, ob der SV Gelchsheim eine eigene erste Mannschaft ins Rennen schickt oder wie bei der Reserve, auch hier gemeinsame Sache mit dem TSV Aub macht. Die Spieler und der Nachwuchs plädierten aber dafür, es alleine zu versuchen.

Um das zu stemmen, entschloss sich der Verein, die noch für die U 19 spielberechtigten Akteure allesamt mit zu den Herren zu holen. Etliche Meistertitel hatten die Jahrgänge zuvor in Spielgemeinschaft mit dem FC Hopferstadt und anderen eingefahren. „Die Jugend genoss für uns jahrelang Priorität, aber diesmal hätten wir sonst keine Mannschaft zusammen bekommen“, sagt Schiffert. Vier der Jungen packten es auf Anhieb und sind Stammkräfte geworden.

Zudem lockte die Aussicht mit den Talenten Heiko Esser an, der seit Sommer als Spielertrainer in Gelchsheim tätig ist. „Ich hätte nie gedacht, dass Heiko nach Gelchsheim geht“, gibt Schiffert zu. Nach gut zwei Monaten ist der Vorstand erst recht zufrieden. „Wir konnten nichts Besseres tun, als ihn zu verpflichten“, rühmt er den 29-Jährigen, der nebenbei noch die Tore für den SV schießt. Siebenmal traf Esser bereits.

Mit der SG Randersacker und dem Ochsenfurter FV hat Gelchsheim zwei der vermeintlichen Schwergewichte in der Liga bereits bezwungen. Diesmal geht es zur Gülchsheimer Reserve, die einen Zähler hinter dem SV lauert. „Mit einem Punkt wäre ich schon zufrieden“, bleibt Schiffert vorsichtig, wie auch beim Saisonziel: „Ich will, dass Zuschauer und Spieler zufrieden sind.“