Noch ist nicht abschließend geklärt, ob am Sonntag in Frickenhausen wirklich der Ball rollt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Frauen mit dem SV Weinberg II zum ersten Bayernliga-Pflichtspiel des Jahres treffen, hat TSV-Trainer Christian Golden am Donnerstag auf „70 Prozent“ beziffert. Eines aber ist klar: Im Sportheim gibt es Wildschweinbraten mit Klößen und Blaukraut. Ein hübsches Foto hat der Verein da auf seiner Webseite veröffentlicht, eines, das Appetit weckt. Und genau darum geht es auch Golden vor der Wiederaufnahme der Saison nach viermonatiger Wettkampfpause.

Die Partie gegen Weinberg war im vergangenen November angepfiffen und nach nur wenigen Minuten wegen heftigen Schneefalls wieder abgepfiffen worden. Nun gibt es die Neuauflage unter etwas veränderten Vorzeichen. Frickenhausen hat sich den Winter über ein Stück weit erneuert; am sichtbarsten wird das beim Personal. Fünf Spielerinnen sind hinzugekommen, richtig neu sind zwei, eine hat den Klub verlassen. In Kim Kissler ist eine gute alte Bekannte zurückgekehrt, die laut Trainer Golden „nie so richtig weg war“. Im Juni 2016 hatte sie den Klub Richtung Mittelfranken verlassen. Carolin Schwab und Katrin Hauck sind nach einer Pause wieder dabei.

Ganz neu im Team sind Katherine Vogt und Isa Reddersen. Die 22-jährige Vogt kommt von der SpVgg Oberrad und hat an einem US-College in Kalifornien Fußball gespielt. Jetzt ist sie im Frickenhäuser Umland zu Hause und hat sich dem TSV angeschlossen. Golden sieht sie als „Perspektivspielerin“ für die Offensive. Taktisch müsse sie noch etwas reifen. Reddersen, 27 Jahre alt, hat vor ihrer berufsbedingten Pause für den ETSV Würzburg gespielt und kann laut Golden sowohl in der Viererkette als auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden. Bleibt als einziger Abgang Zozan Özdemir, die aus beruflichen Gründen zu Kreisligist SC Heuchelhof gewechselt ist.

Golden, seit genau zehn Monaten im Amt, sieht sein Team gut ein- und aufgestellt, wenn nun der zweite Teil der Wegstrecke ansteht. 15, 16 Spielerinnen hatte er in der sechswöchigen Wintervorbereitung seit Ende Januar durchschnittlich beim Training, zwei Testspiele hat seine Mannschaft ausgetragen, mehr ging nicht wegen des Wetters. Sie unterlag dem Regionalligisten Schwaben Augsburg 1:3 (nach einer 1:0-Führung) und spielte gegen den württembergischen Oberligisten SV Hegnach 0:0.

„Vielleicht können wir in der Rückrunde noch ein, zwei Plätze in der Tabelle gutmachen“, so Golden. Mit fünf Punkten Vorsprung vor den Abstiegsplätzen geht der TSV in die Rückrunde, das ist kein sanftes Ruhekissen – zumal es in den ersten Auftritten des Jahres gleich gegen die ersten drei der Bayernliga geht. Doch Golden sagt: „Wir sollten ruhig bleiben – egal, wie die ersten drei Spiele ausgehen.“