Soll jetzt niemand sagen, der Mann habe nicht gewusst, worauf er sich eingelassen habe. „Ich habe ihn gewarnt“, sagt Uwe Braun. „Aber er wollte es unbedingt – und er hat es ja gut gemacht.“ Zum Einstand des neuen Trainers Christian Golden ist den Frickenhäuser Fußballerinnen der erhoffte Befreiungsschlag im Abstiegskampf versagt geblieben. Doch Braun war mit der Leistung beim 1:3 (0:2) gegen den FC Forstern nicht so unzufrieden. Dafür, dass es sich beim Gegner um die „spielstärkste Mannschaft der Bayernliga“ handle, sei der Auftritt in Ordnung gewesen. Schon bei den vergangenen drei Begegnungen war Frickenhausen stets leer ausgegangen.

Eigentlich hätte Christian Golden erst im nächsten Spiel seinen Posten als Trainer antreten sollen. Nachdem sich der Klub Ende April von Gernot Haubenthal getrennt hatte, war Vorsitzender Uwe Braun kurzfristig in die Bresche gesprungen. Im ersten Spiel nach Haubenthal reichte es in Thenried zu einem 2:2 und damit erstmals zu etwas Zählbarem gegen die Oberpfälzerinnen. Gleiches sollte auch ge-gen Forstern gelingen – Braun wollte es noch einmal wissen. Er habe dem schon in den Startlöchern stehenden Trainer prophezeit, dass die Aufgabe am Sonntag „nicht einfach“ würde. Doch den focht das nicht an. Golden wollte sich sofort auf die Mannschaft einlassen.

Der Neue kommt ursprünglich aus Oberfranken und bringt nach Brauns Worten Erfahrung als Frauenfußball-Trainer mit. Frickenhäuser Spielerinnen hätten den Kontakt zu ihm hergestellt. Ob die Erfahrung reicht, um die Mannschaft im Schlussspurt der Saison aus dem Abstiegsrennen rauszuhalten, müssen die verbleibenden vier Runden zeigen. Fakt ist: Der Vorsprung zum ersten direkten Abstiegsplatz ist seit dem Wochenende spürbar geschrumpft – auf nur noch vier Punkte. Der ETSV Würzburg II als Tabellenvorletzter hat mit dem 6:1 ge-gen Moosburg ein kraftvolles Signal gegeben.

Vieles wird vom nächsten Spiel abhängen. Am Sonntag ist Frickenhausen zu Gast bei der SpVgg Eicha, dem direkten Tabellennachbarn, der gerade 1:4 in Hof untergegangen ist. Ein Sieg dort, und die Saison wäre so gut wie gerettet, ein drittes Jahr Bayernliga gewiss. Wehe aber, die Partie geht verloren. Dann hieße es zittern – zumal Frickenhausen selbst noch gegen den Tabellenzweiten aus Hof antritt und am letzten Spieltag beim designierten Meister in Fürth gastiert. Das Duell mit Forstern hat da schon mal einen Vorgeschmack vermittelt, was die Mannschaft in diesen Spielen erwartet.

„Wenn man so einen Gegner zum Zug kommen lässt“, sagt Braun angesichts einer verdienten Niederlage ge-gen Forstern, „hat man ein Problem.“ Einmal in Fahrt gekommen, fegen die Oberbayerinnen so gut wie alles weg, was sich ihnen in den Weg stellt. Ein Team wie ein Orkan. Als wahrer Wirbelwind entpuppte sich vor allem Evi Kopp. Die eher unscheinbar wirkende Angreiferin veredelte das brillante Tagwerk ihrer Elf und brachte es mit drei Toren erst richtig zum Glänzen. Anna Thormanns Treffer blieb da nur ein Silberstreif (77.) – zu spät, um die Hoffnung auf etwas Zählbares am Leben zu halten. Wenigstens weiß der neue Trainer nun gleich, dass er sich keine Illusionen zu machen braucht: Der Weg wird kein leichter sein in Frickenhausen.

Die Statistik des Spiels

TSV Frickenhausen – FC Forstern 1:3 (0:2)

Frickenhausen: Julia Kohl; SabineMüller, Candida Schwarz, Simone Barthel, Karen Ettinger (72. Nadja Kullmann), Sophia Dietze (74. Lysanne Väth), Sarah Schmidt, Anna-Amanda Thormann, Romina Kuffner (72. Johanna Roll), Tabea Rauschenberger, Sandra Abersfelder.

Forstern: Melanie Scherer; Pia Reininger, Martina Mittermaier, Corinna Grimm (58. Johanna Stadler), Helena Altenweger, Verena Krumay, Aurelia Pleyer, Evi Kopp (77. Valerie Bauhaus), Sandra Obermeier (63. Christina Oschinski), Stefanie Kothieringer, Julia Deißenböck.

Schiedsrichter: Lorenz Kuger (Gänheim).

Zuschauer: 50.

Gelbe Karte: Altenweger.

Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Evi Kopp (7. 32., 57.), 1:3 Anna Thormann (77.).