Ein gutes halbes Jahr ist es her, dass die Fußballerinnen des TSV Frickenhausen auszogen, Bayern zu erobern. Drei Siege in den ersten vier Partien der Bayernliga machten den Spätsommer zu einem goldenen am Geheu. Aber dann kam der Herbst, und die Ernte fiel aus. In sieben Spielen gab es sechs Niederlagen. Die Winterpause unterbrach die unheilvolle Serie, vier Monate hatten Mannschaft und Trainer Zeit, durchzuatmen und sich auf die zweite Saisonhälfte einzustellen. Elf Spiele, die über den Erfolg der Mission von Gernot Haubenthal entscheiden. Schafft es der Trainer noch einmal, das Team von seinen Ideen zu überzeugen und zum Klassenverbleib zu führen? „Ich bin mir bewusst, dass wir noch nicht sicher sind vor dem Abstieg“, sagt er. Nur zwei Punkte liegt der TSV vor der Angstzone.

Die heikle sportliche Situation hat Haubenthal zum Anlass genommen, seinen Kurs zu überdenken. Er hat in den vergangenen vier Monaten alles auf den Prüfstand gestellt und wenig beim Alten belassen. Haubenthal will in Frickenhausen nicht als Hasardeur in die Historie eingehen, der den von Verein und Umfeld gewährten Kredit mit unkalkulierbaren Risiken wieder verspielt. Also hat er die Strategie geändert: von spekulativ auf vorsichtig.

Der Kurswechsel hin zu mehr Sicherheit soll in der Rückrunde mehr Rendite tragen als zuletzt. „Wir sind insgesamt nicht mehr so offensiv ausgerichtet“, sagt er. Daneben appelliert er an die Selbstverantwortung einiger seiner Schützlinge. „Man muss schon auch schauen, was auf dem Spielfeld passiert.“

Noch tut sich das Team schwer, die Reformen umzusetzen. In der Vorbereitung gab es diffuse Eindrücke: eine klare Niederlage gegen den drittklassigen FC Ingolstadt, „richtig schöne Tore“ und einen Sieg gegen Landesligist FC Karsbach. Messbar werden die Fortschritte wohl erst im Heim- und Pflichtspiel gegen die SpVgg Eicha an diesem Sonntag sein – ein „gefährlicher Gegner“, wie Haubenthal nicht nur mit Blick auf Caroline Eberth formuliert. Von den 34 Saisontoren der Oberfränkinnen hat Eberth allein 21 geschossen. Das Team mit der erfolgreichsten Torschützin der Bayernliga, wenn das keine Bewährungsprobe für die neue Abwehrhaltung des Aufsteigers ist.