An diesem Wochenende steht Dettelbach wieder ganz im Zeichen des Norit-Cups. Beim Fußballturnier in der Maintalhalle messen sich heute ab 13.30 Uhr einige der besten deutschen Fußballklubs in der Altersstufe U 16. Der Wettbewerb ist für die Dettelbacher das Aushängeschild einer ganzen Reihe von Turnieren. An den Start gehen diesmal neben Titelverteidiger FC Bayern München auch Borussia Dortmund, der VfB Stuttgart, der 1. FC Köln sowie der Nachwuchs von fünf weiteren Bundesligisten. Unter den fünf Zweitligisten im Teilnehmerfeld sind wieder die Talente der fränkischen Traditionsvereine 1. FC Nürnberg und SpVgg Greuther Fürth.

Bereits zum 18. Mal veranstalten die Dettelbacher das Hallenspektakel, bei dem manche späteren Stars wie Sami Khedira, Nuri Sahin, Stefan Kießling, Marco Marin, Kevin Volland und mitspielten. Wenn Turnierorganisator Patrick Markert zwei Tage vorher noch einmal seine Helfer versammelt, um letzte organisatorische Dinge zu besprechen, dann ist vieles zwar Routine nach all den Jahren. Rund um das Turnier passieren aber immer wieder Dinge, die auch für die Organisatoren neu und überraschend sind.

So staunten die Dettelbacher nicht schlecht, als der FC Bayern München im Vorjahr beinahe auf das Endspiel verzichtet hätte. Ein Betreuer der Münchner hatte im Vorfeld bei der Bahn die Rückreise für das Team so früh gebucht, dass eine Teilnahme am Finale unmöglich gewesen wäre. Erst nach Gesprächen mit Sponsor und Duo-Vorstandsmitglied Ralph Peckmann entschied Bayerns in der Halle anwesender Jugendkoordinator Michael Tarnat, dass die Münchener da bleiben, das Finale spielen und eben mit einem späteren Zug in die Landeshauptstadt zurück fahren.

Leute wie Karl-Heinz Bielek, Rainer Schimmer oder Hermann Knötgen haben so manche Episode aus den Vorjahren auf Lager. Die drei stehen von der ersten Stunde an im Helferteam des Turniers. Vor zwei Jahren sorgte ein 15-minütiger Stromausfall in der Halle dafür, dass das Finale erst mit einiger Verspätung begann. Ein Defekt in einem Umspannwerk hatte die Leitungen in Teilen von Dettelbach lahm gelegt.

Einige Jahre vorher zerstörte ein Ball eine Lampe an der Decke, was zu einer längeren Unterbrechung führte. „Wir hatten Angst, dass die Lampe Feuer fängt und brennt. Also mussten wir erst ein Gerüst in die Halle fahren und sie reparieren“, weiß Schimmer noch. Die Spieler der Stuttgarter Kickers, deren Partie deswegen unterbrochen wurde, halfen mit und schoben das Gerüst durch die Halle.

Schimmer erinnert sich noch, dass der FC Bayern München einst seine Spielerpässe vergessen hatte, was dem Bayerischen Fußballverband gar nicht gefiel. Sie dürfen ohne Pässe nicht teil nehmen, hieß es. Erst nach zig-Telefonaten mit dem zuständigen Verbandsmitarbeiter einigte man sich, dass der FC Bayern quasi außer Konkurrenz im Turnier mitmacht. „Zum Glück sind die Münchner dann bereits relativ früh ausgeschieden. Das hat uns damals einiges an Diskussionen erspart“, schmunzelt Rainer Schimmer im Rückblick.

Meist sind es aber nette Episoden. Trainer wie Mannschaften verhielten sich sehr freundlich und schätzen die familiäre Atmosphäre in Dettelbach. Die Münchner Bayern fühlen sich etwa im Dettelbacher Gasthof Schwab ganz besonders wohl und werden diesmal wieder dort residieren. Als eine von drei teilnehmenden Mannschaften reisen sie wieder per Bahn an. Am Samstagmittag fährt Karl-Heinz Bielek deswegen zum Bahnhof nach Würzburg, um die Nachwuchskicker per Kleinbus abzuholen und sie nach Dettelbach zu chauffieren. Ein Service, den der Veranstalter leistet. Jeder Klub bekommt einen Betreuer zugeteilt, der sich um die Belange „seiner“ Mannschaft kümmert.

Für die Dettelbacher gilt es, insgesamt rund 200 Übernachtungen von Samstag auf Sonntag für die bis zu 14 Mannschaften zu besorgen. In Hotels und Gasthäusern der Umgebung, von Rottendorf, über Schwarzach, bis nach Nordheim sind die Betten gebucht. Der Fahrdienst zur Halle und zurück wird geleistet.

Die großen Klubs kommen gerne zum Norit-Cup, ja sie reißen sich geradezu um die Teilnahme. Diesmal ist seit langer Zeit wieder einmal Borussia Dortmund zu Gast, weil der dortige Trainer das Turnier aus seiner Zeit bei Arminia Bielefeld kannte und wieder kommen wollte.

Neben den Teambetreuern sind etliche Dettelbacher im Einsatz, um das Mammut-Projekt zu stemmen, was nicht einfach sei. „Die Helfer aus den eigenen Reihen werden leider nicht mehr“, sagt Karl-Heinz Bielek. Größtes Problem sei die stark eingeschränkte Platz-Kapazität in der Halle, berichtet Vorstandsmitglied Ralph Peckmann. Immer wieder gebe es Diskussionen, wenn Zuschauer an den Spieltagen ohne Eintrittskarte ankämen und dann ausverkauft sei. Turnierorganisator Markert erhält in den Tagen vor dem Turnier zig Anrufe mit Anfragen von Eltern oder Talentscouts, die wegen Karten und Übernachtungen anfragen. „Manche sind da ganz schön dreist. Sie rufen an und sagen, sie seien Scout von Arsenal London oder einem anderen Verein und hätten gerne einen reservierten Parkplatz plus eine Karte“, erzählt er. Das kann der Verein nicht so einfach leisten. Was möglich ist, werde man aber auch diesmal ermöglichen, versichert er.

Norit-Cup

Gruppeneinteilung

Gruppe A: 1. FC Nürnberg, 1. FC Schweinfurt 05, SV Werder Bremen, Arminia Bielefeld.

Gruppe B: FC Bayern München, Dettelbach und Ortsteile, FC St. Pauli, RB Leipzig.

Gruppe C: VfB Stuttgart, FSV Mainz 05, Borussia Mönchengladbach, SpVgg Greuther Fürth.

Gruppe D: Borussia Dortmund, 1. FC Köln, SC Freiburg, FC Augsburg.

Zeitplan

Samstag, 10. Januar

13:00 Vorrunde

19:30 Zwischenrunde

Sonntag, 11. Januar

09:30 Fortsetzung der Zwischenrunde

10:30 Endrunde

16:00 Halbfinalspiele

16:30 Platzierungsspiele

17:15 Endspiel