Einen kennt Felix Lang besonders gut, wenn er mit den Handballern des TV Marktsteft am Samstag zur Bezirksoberliga-Spitzenpartie beim TV Gerolzhofen antritt. Der Torwart, dem viele mehr zutrauen als die derzeitige Liga, wurde einst vom aktuellen Gerolzhöfer Trainer Stefan Knötgen ausgebildet. „Stefan hat uns damals in der A-Jugend-Bayernliga trainiert, als wir bei der HG Marktsteft/Rödelsee spielten“, erinnert sich Lang.

Vor fünf Jahren war das, und Lang stand seinerzeit noch in der Nachwuchsklasse zwischen den Pfosten, gemeinsam in einer Mannschaft mit Akteuren wie Andreas Paul und Maximilian Häckner, die es mit dem TSV Rödelsee inzwischen bis in die dritte Liga geschafft haben. Auch bei den Rödelseern stand der 23-Jährige einmal auf der Wunschliste, aber daraus wurde nichts. „Vor zwei Jahren habe ich ihnen abgesagt. Damals waren sie noch ihn der Bayernliga“, erzählt Felix Lang.

Ob er das heute bereut? Nicht unbedingt, wie er meint, wenngleich es ihn natürlich reizen würde, einmal in der dritthöchsten Spielklasse aufzulaufen. „Ich hänge an Marktsteft, meine ganzen Freunde und meine Familie sind hier. Was kann es denn Besseres geben, als mit ihnen zusammenzuspielen“, sagt er. Einer seiner Mitspieler in Marktsteft ist sein Zwillingsbruder Florian, der aber wegen einer Bänderverletzung für längere Zeit zum Zuschauen gezwungen ist.

In einer höheren Klasse aufzulaufen wäre für Lang zeitlich kaum realisierbar, schließlich ist er unter der Woche an der Fachhochschule in Weihenstephan-Triesdorf, wo er derzeit den nächsten Schritt seiner beruflichen Ausbildung macht. Als gelernter Landschaftsgärtner hat er ein Studium für Landschaftsbau angehängt. Neben der Natur erfährt er dort vieles über Planen und Entwerfen oder über Betriebswirtschaft.

Immerhin vier Semester hat Lang schon hinter sich, gut zwei Jahre liegen bis zum Abschluss noch vor dem Naturmenschen. Auf den Beruf habe er eben seine Priorität gelegt. „Ich könnte nie mit den Rödelseern trainieren, das war auch ein Grund für die Absage damals“, sagt er. Für die Bezirksoberliga reicht es aber trotz des Studiums allemal, bei den gleichklassigen Handballern in Freising hält Lang sich einmal in der Woche fit. Freitags geht es dann nach Hause, zur Freundin und auch zu seinen Marktstefter Kumpels. Freundschaft ist ihm wichtig, das betont er immer wieder.

Lang rühmt den Mannschaftsgeist im derzeitigen Marktstefter Kader, wo viele mittlerweile jünger sind als er. „Da liege ich wohl im Mittelfeld“, sagt er über den Altersschnitt. Als Problem sieht er bei seinem Team weniger das Können, sondern die Breite des Aufgebots. „Wenn einer der ersten acht, neun Leute fehlt, wird es schon schwierig“, sagt er über einen Nachteile. Ältere wie Christian oder Sebastian Schneider haben sich zurückgezogen, und auch Michael Troll ist nicht mehr dabei. Zuletzt wurde Timo Albrecht reaktiviert, der wohl auch beim Spiel in Gerolzhofen ran muss.

Dort, so sagt Felix Lang, werde es schwer zu gewinnen. „Gerolzhofen ist mein Aufstiegskandidat für diese Runde“, sagt er ohne Umschweife. Die Gerolzhöfer wurden vergangene Saison Zweiter hinter der Lohrer Reserve, gelten also diesmal für viele als Favoriten. Ob er seinen Marktstefter zutraut, nach langen Jahren wieder einmal das Kapitel Landesliga aufzuschlagen? „Reizen würde es schon mal, höher zu spielen. Aber ob es als Zweiter Sinn machen würde, muss man für den Fall erst einmal abwägen“, sagt der Landschaftsbauer vorsichtig.

Was er seinen Marktsteftern diesmal zutraut? „Puuh, das ist schwierig. Ich sehe uns mehr als Außenseiter, aber mit einer Leistung wie zuletzt gegen Partenstein (30:19) können wir sie auf jeden Fall ärgern.“ Die Gerolzhöfer sind bislang souverän durch die Liga gerauscht. In den fünf Spielen holten sie fünf Siege, zumeist deutlich. Zuletzt mussten sie unter anderem auf ihren verletzten Rückraumakteur Julius Schuchbauer verzichten. In der Saison 2012/13 ging die Mannschaft für ein Jahr in der Landesliga an den Start, stieg jedoch sang- und klanglos wieder ab. Ein Großteil der heutigen Akteure wirkte bereits damals mit. Knötgen fing in der Rückrunde 2013 als Trainer an, er konnte den Abstieg aber nicht abwenden.

Die Stützen der Mannschaft sind neben Torwart Alexander Resler David Brand oder Fabian Servatius. Ob die Gerolzhöfer diesmal im Fall des Falles den Sprung nach oben wagen würden, ist fraglich. Vor der Runde gab der Klub als Saisonziel das obere Drittel an.