Das Relegations-Rückspiel elektrisierte beim SSV Kitzingen zwar nicht die Massen, doch am Sonntag erlebten die Siedler mit 317 Zuschauern die beste Kulisse der Saison 2015/16 im Stadion Schwarze Erde. Der heimische Anhang sah in der ersten Halbzeit eine brauchbare Vorstellung des SSV, der mit einem 0:0 in die Pause ging aber am Ende eine 0:2-Nierlage kassierte. Damit erhielten sich die Siedler die Hoffnung auf den Klassenerhalt in der Bezirksliga, wofür sie schon diesen Mittwoch den nächsten Schritt tun können. Die Main-Spessarter bleiben derweil Kreisligist und sind nach Ansicht von SSV-Trainer Wolfgang Beischmidt „gefühlt schon auf Mallorca“.

Die erste Hälfte brachte den Siedlern zwei klare Torchancen, während die Altfelder nicht in der Lage waren, selbst bei einem indirekten Freistoß aus acht Metern Entfernung (34.), einen Schuss zu fabrizieren, der in Richtung SSV-Tor kam. Johann Nittner tippte den Standard für Thorsten Eckert an, der jedoch kläglich am Tor vorbei schoss. Nach 14 Minuten musste Altfelds Torsteher Chris Sandner mit schönen Paraden erst gegen Daniel Tausch und dann gegen Lukasz Masur retten. In der 42. Minute hatten die Gastgeber den Torschrei auf den Lippen, als Florian Rumpel eine Rechtsflanke mit dem linken Fuß volley nahm und mit vollem Risiko das Ziel nur knapp verfehlte.

Die Gastgeber wähnten ihre Schäfchen längst im Trockenen, doch wie ein Gewitter aus heiterem Himmel Schäfchen erwischen kann, so erging es den Siedlern. Sie bauten in Durchgang zwei zusehends ab. Bevor eine Stunde absolviert war, bekamen sie die Quittung dafür. Praktisch aus dem Nichts kamen die Altfelder zum Führungstreffer durch Christopher Gebert nach 54 Minuten. Der mit der 1:3-Hypothek aus dem Hinspiel angereiste Kreisligist legte sogar zum 2:0 nach – unter tatkräftiger Mithilfe der Siedler. Erst bekamen sie den Ball nicht aus der Gefahrenzone, dann langte Michael Kümmel daneben und als Letzter in der Fehlerkette blieb David Bartsch (58.) die fiese Rolle des Eigentorschützen. „Haben Sie gesehen, wie es zum zweiten Tor gekommen ist?“, fragte Wolfgang Beischmidt die Presseleute und fand, dass die Szenerie alles gesagt habe.

Dabei war Altfeld alles andere als ein starker Gegner, wie auch Beischmidt konstatierte. Tatsächlich machte der Herausforderer aus Main-Spessart einen Eindruck der limitierten Möglichkeiten. Die Spieler gingen teilweise auf dem Zahnfleisch. Abwehrrecke Jochen Reiner musste sich lange mit einer Leistenverletzung durchbeißen, Johann Nittner flehte seinen Trainer an („ich sterbe bald“), um raus zu dürfen und manch anderer im rot-schwarzen Trikot war ebenfalls platt. Vor diesem Hintergrund rätselte der SSV-Trainer noch mehr über die Gründe, „warum meine Mannschaft heute so schlecht war“. Freilich lieferte er sofort einen Erklärungsansatz, warum der SSV nicht das erhoffte Niveau zeigte. Die Siedler tun sich seit jeher schwer, das Spiel zu machen, zumal nach einer kompletten Saison im Abstiegskampf. Beischmidt lag von der Begeisterung über das Spiel auf einer Wellenlänge mit seinem Altfelder Kollegen Gerald Leimeister. „Das war sicherlich kein Bezirksliga-Niveau heute“, gab er unumwunden zu.

„Wir hatten uns heute einen Sieg vorgenommen“, verriet der SV-Übungsleiter und konnte sich nach dem 2:0-Erfolg damit arrangieren, dass es eben nicht für den Aufstieg reichte. „Die Hinspiel-Hypothek wog einfach zu schwer“, sah Leimeister der Realität ins Auge und hakte die Relegation rasch ab.

Dagegen geht es für die Siedler im Rhythmus einer englischen Woche weiter, wenn sie am Mittwoch um 18.30 Uhr die stark eingestufte SG Hettstadt im Stadion „Schwarze Erde“ empfangen. Die Hettstädter reisen mit den Empfehlungen an, Dettelbach und Ortsteile in der Kreisliga noch abgefangen und aktuell Großostheim ausgeschaltet zu haben. „Da muss unbedingt eine enorme Leistungssteigerung her“, forderte Wolfgang Beischmidt, der beileibe nicht optimistisch vor der nächsten Aufgabe wirkte.

Die Statistik zum Spiel

SSV Kitzingen – SV Altfeld 0:2 (0:0)

Kitzingen: Michael Kümmel; Christopher Soldner, Florian Rumpel (73. Steffen Metz), Marco Müller, Dennis Ketturkat, Lukasz Masur (46. Florian Eschenbacher), Daniel Tausch, Johannes Speda, Fabian Sillig, David Bartsch, Christopher Hornung.

Altfeld: Chris Sandner; Daniel Adam, Felix Behl, Jochen Reiner (80. Simon Baumann), Christoph Hirschler, Christopher Gebert, Daniel Carvajal Sanchez, Christoph Kaufmann, Lukas Walter (46. Stefan Straub), Thorsten Eckert, Johann Nittner.

Schiedsrichter: Sebastian Cornely (Bad Neustadt).

Zuschauer: 317.

Gelbe Karten: Soldner, Mazur, Tausch, Metz – Gebert, Baumann.

Tore: 0:1 Christopher Gebert (54.), 0:2 David Bartsch (58, Eigentor).