Die Erleichterung war groß im Sommerhäuser Lager nach dem Relegationsspiel gegen den VfR Bibergau. Gerade hatte die Elf von Klaus Diroll den Zweiten der A-Klasse 3 mit 6:0 (2:0) besiegt und in der Saisonverlängerung den Klassenerhalt geschafft. Bibergau konnte zu keiner Zeit an die guten Leistungen der abgelaufenen Spielzeit anknüpfen, hat aber am Dienstag eine weitere Chance, doch noch aufzusteigen.

Optimistisch waren beide Übungsleiter vor dem Entscheidungsspiel am Gerbrunner Mühlweg. Einerseits, weil die Stimmung innerhalb der Mannschaften sowie die Leistungskurve positiv war, andererseits, weil auf beiden Seiten nahezu alle Leistungsträger zur Verfügung standen. Während bei den Blauweißen Heiko Kunzmann Matthias Zayc kurzfristig zwischen den Pfosten ersetzte und VfR-Spielertrainer Bernd Siller zunächst auf der Bank Platz nahm, rückte bei Sommerhausen Thawatchai Pimsai wieder für Johannes Oehler in die Startelf.

Ein Wechsel, der sich auszahlen sollte. Denn der 24-Jährige zog neben Dmitrij Vargun und Jürgen Wagner geschickt die Fäden im Sommerhäuser Spiel, dem Bibergau in der Anfangsphase kaum etwas entgegenzusetzen hatte. Die Siller-Elf wirkte gehemmt, während der Kreisklassist Angriff auf Angriff in Richtung Bibergauer Gehäuse fuhr. So dauerte es nur bis zur elften Minute, als das Leder nach Issam Oualis Distanzschuss das erste Mal im Netz zappelte. Darauf fand der A-Klassen-Zweite keine Antwort und kassierte nur wenig später den zweiten Gegentreffer. Pimsai hatte abgezogen, Sebastian Adelfinger den Fuß reingehalten. „Die ersten zwanzig Minuten stand ich sprachlos draußen, weil ich meine Mannschaft nicht wiedererkannt habe. Selbst die erfahrenen Spieler waren neben der Spur“, fehlten VfR-Trainer Bernd Siller die Worte für die Leistung seiner Elf.

Auch als sich der spielende Übungsleiter, der während der Saison elf Treffer erzielte, nach einer halben Stunde selbst einwechselte, wurde es kaum besser. Sommerhausen kontrollierte die Begegnung und setzte offensiv vereinzelt Nadelstiche. Doch Pimsai und der eingewechselte Johannes Oehler scheiterten aus aussichtsreichen Positionen am nicht immer sicher wirkenden Heiko Kunzmann im VfR-Gehäuse.

Während sein Gegenüber mehrere Male im Mittelpunkt stand, verlebte Sommerhausens Schlussmann Nicolas Leis einen ruhigen Arbeitstag. „Dass ich so wenig zu tun bekomme, hätte ich nicht erwartet“, meinte der 33-Jährige nach der Partie. Lediglich kurz nach dem Seitenwechsel musste er in höchster Not gegen Timothy Brown klären. Es sollte die einzige Bewährungsprobe bleiben, denn wenig später erzielte Johannes Oehler nach einer Wagner-Ecke das 3:0. Zwar mühte sich Bibergau hernach nach Kräften und gab nie auf, hatte dem Kreisklassisten aber kaum mehr etwas entgegenzusetzen. So schraubten Joschka Güntner nach feinem Ouali-Querpass sowie Dmitrij Vargun und Maciej Makulik das Ergebnis weiter in die Höhe und bescherten ihrem Trainer Klaus Diroll einen angemessenen Abgang.

„Mit dem Treffer nach der Pause war die Partie entschieden. Danach war es entspannt“, resümierte der Übungsleiter, bevor er von Joschka Güntner mit Sekt übergossen wurde. Damit sicherte sich Sommerhausen hochverdient den Klassenerhalt. Siller hingegen erwartet von seiner Mannschaft Wiedergutmachung, wenn der VfR gegen den Verlierer aus der Partie Waldbüttelbrunn – Waldbrunn II am kommenden Dienstag eine weitere Chance erhält.

Die Statistik zum Spiel

TSG Sommerhausen – VfR Bibergau 6:0 (2:0)

Sommerhausen: Nicolas Leis, Marcus Geiger, Dominik Lehrmann, Christian Schwarz, Florian Kernwein, Dmitrij Vargun, Maciej Makulik, Thawatchai Pimsai, Sebastian Adelfinger (64. Joschka Güntner), Jürgen Wagner, Issam Ouali (35. Johannes Oehler).

Bibergau: Heiko Kunzmann, Maik Schymura, Markus Ebert, Benedikt Wunder (31. Bernd Siller), Johannes Gehring, Timothy Brown, Max Orth, Nico Neubauer, Frederik Herrlein, Fabian Schmitt, Manuel Herrlein.

Schiedsrichter: Felix Otte (Estenfeld).

Zuschauer: 406 (in Gerbrunn).

Gelbe Karten: Dmitrij Vargun, Thawatchai Pimsai, Johannes Oehler – Johannes Gehring, Max Orth.

Gelb-Rot: Dmirij Vargun (86., wiederholtes Foulspiel).

Tore: 1:0 Issam Ouali (11.), 2:0 Sebastian Adelfinger (16.), 3:0 Johannes Oehler (50.), 4:0 Joschka Güntner (66.), 5:0 Dmitrij Vargun (72., Foulelfmeter), 6:0 Maciej Makulik (77., Foulelfmeter).