Nachdem in den letzten Jahren der Klassenerhalt jeweils denkbar knapp gelang, muss sich am Ende dieser Spielzeit mit dem TV Großlangheim ein langjähriges Mitglied aus der BOL verabschieden.

Dass dieser Abschied dabei schon länger absehbar war und mit bislang 0:34-Punkten für den TVG selbst relativ trist ausfällt, hat mehrere Gründe, wie Trainer Richard Pfannes darlegt. "Man hat es schon gemerkt, als die Runde anfing, dass uns die Luft fehlte. Wir haben vier Wochen zu spät mit der Vorbereitung angefangen, nachdem meine Personalie erst relativ spät amtlich wurde. Vielleicht habe ich auch das eine oder andere im Training falsch gemacht und hätte an mancher Stelle vielleicht ein bisschen härter durchgreifen müssen. Zudem haben wir einfach keinen Rückraumschützen, der billige Tore machen kann", nannte Pfannes einige Gründe, die mitverantwortlich für den Abstieg der Großlangheimer sind.


Zu spät vorbereitet



Bereits in der verspäteten Vorbereitung lag demnach die größte Hypothek dieser Mannschaft, die aufgrund des fehlenden Rückraums auf Tempospiel angewiesen ist. Hinzu kam, dass in Michael Haupt der bislang gefährlichste Rückraumspieler die gesamte Spielzeit wegen eines Auslandsaufenthalts ausfiel. Etliche Verletzungen erschwerten die Mission Klassenerhalt zudem. Die Hoffnung wollten sich die Großlangheimer aber nicht nehmen lassen, denn vor allem in der Hinrunde gab es noch zuweilen Anzeichen für eine nahende Wende. Beispielsweise im vierten Spiel gegen Rödelsees bis dahin unbezwungene Bayernliga-Reserv,e sah es lange Zeit nach einem Großlangheimer Punktgewinn aus. Nach der 24:28-Niederlage im Oktober zeigte sich Pfannes noch zuversichtlich. "Ich bin aufgrund der gezeigten Leistung durchaus optimistisch, was die nächsten Spiele angeht. Ein Lob an meine Mannschaft", gab der Übungsleiter seinerzeit zu Protokoll.

Rückblickend sieht Pfannes die Lage allerdings etwas anders. "Bei uns war oftmals die erste Halbzeit okay. Nach der Pause haben dann etliche Mannschaften umgestellt, womit wir meist nicht zurecht kamen. Vielleicht war das auch mein Fehler", gestand der Trainer.

Nichtsdestotrotz blickt man in Großlangheim hoffnungsfroh in die nahe Zukunft. Mit Lohr II, Heidingsfeld und Ochsenfurt muss Pfannes' Mannschaft in den nächsten Wochen gegen direkte Tabellennachbarn ran und möchte sich ordentlich aus der Liga verabschieden. "Wichtig ist, dass die Moral stimmt und wir trotzdem Spaß am Handball haben. Wir versuchen unser Bestes zu geben und die Mannschaft hat bisher auch durchweg die richtige Einstellung und Disziplin gezeigt. In der Mannschaft stimmt es jedenfalls. Mir macht es Spaß und wir möchten uns jetzt mit Anstand verabschieden", schildert Pfannes die Zielsetzung für die letzten fünf Spiele in dieser Saison.

Was nächste Saison komme, sei allerdings noch ungewiss. Radoslav Roganovic, seines Zeichens Trainer des letztjährigen Absteigers TV Dettelbach, gestand im Laufe der aktuellen Saison, dass ihm der Abstieg aufgrund der angespannten Personallage gar nicht unrecht gewesen sei. Sein Kollege Richard Pfannes teilt diese Ansicht allerdings nicht uneingeschränkt. "Man kann auf der einen Seite sagen, ja es ist besser, dass wir jetzt absteigen, weil wir momentan keine Möglichkeiten in der BOL sehen. Auf der anderen Seite werden spätestens in zwei Jahren Spieler da sein, die nachrücken könnten und denen müssen wir eine Perspektive bieten", erklärte Pfannes, dass ein langfristiger Verbleib in der Bezirksliga keine Option sei, auch wenn in der kommenden Saison vermehrt Spieler zwecks Studiums fehlen werden. Am morgigen Nachmittag beginnt also die Abschiedstournee der Großlangheimer in Lohr. Fünf Möglichkeiten bleiben dem TVG dann noch, die ersten Punkte in dieser Saison einzufahren.