Was den Trainerjob betrifft, dürfte Sebastian Saugel der Rekordhalter im Raum Kitzingen/Ochsenfurt sein. Seit 2007 ist er als Spielertrainer beim SV Kirchschönbach ununterbrochen tätig. Erst kürzlich verlängerte er und sein Kollege von Prichsenstädter Seite, Andreas Loebl, für eine weitere, die dann elfte Saison. Loebl kann eine um ein Jahr kürzere Dienstzeit vorweisen, weil er 2012 zwischenzeitlich für ein Jahr als Spieler nach Wiesentheid gewechselt war.

Als das Duo vom damaligen Landesligisten FT Schweinfurt 2007 zurück in die Heimat kam, kickte der Zusammenschluss in der A-Klasse. Prompt folgten sofort zwei Aufstiege am Stück bis in die Kreisliga, ehe es nach vier Jahren dort 2013 wieder eine Stufe nach unten ging. „Wir haben in Kirchschönbach/Prichsenstadt beinahe alles mitgemacht. Es war klar, dass auch mal wieder solche Zeiten kommen“, schaute Saugel auf das Erreichte, wie auch auf die aktuelle Lage.

Die sieht nicht so rosig aus. Derzeit rangiert Kirchschönbach auf Platz zwölf und damit bedrohlich nahe an den Abstiegsrängen. „So weit hinten waren wir seit Jahren nicht mehr“, muss der 31-Jährige feststellen. Das sei nach gutem Start in die Runde nicht zu erwarten gewesen, so Saugel, doch eine Serie von zehn Spielen ganz ohne Sieg und mit nur zwei Unentschieden ließ die Elf immer weiter abrutschen. Selbst gegen den Vorletzten Lindach setzte es kürzlich eine herbe 1:4-Niederlage, eine Woche später folgte sogar ein 0:8 gegen den um den Aufstieg mitspielenden TSV Grafenrheinfeld. Das war der absolute Tiefpunkt.

Letzten Sonntag zeigte der SV die richtige Reaktion, als er mit dem 4:1 gegen die Gochsheimer Bezirksliga-Reserve den negativen Lauf stoppte. Im Vorfeld half ein Mannschaftsabend mit Essen. Er ließ die Kicker wieder enger zusammen rücken. „Uns fehlte es an Selbstvertrauen. Wir waren in manchem Spiel vorher nicht so schlecht. Unser Manko ist einfach das Toreschießen“, schaut Saugel zurück. Hinten passe es, die Abwehr sei mit 33 Gegentoren im Soll. Aber vorne hat der SVK erst magere 20 Mal getroffen.

Die Gallionsfiguren, die oft auch für das Toreschießen zuständig sind, sind die beiden Spielertrainer Sebastian Saugel (31) und vor allem Andi Loebl (35). Gegen Gochsheim gelangen den beiden drei der vier Treffer. Mancher der Mitspieler habe immer noch die Erwartung, dass es Loebl schon richtet, wenn nichts geht, sagt sein Kollege.

Überhaupt sind es immer noch die „Alten“, die bereits von 2007 an dabei waren, wie Steffen Feth, Hans-Werner Schättler, Christian Loebl, die neben dem Trainerduo das Gerüst bilden. Manch junger Spieler komme nun so langsam nach, wie David Brown oder Elias Zapf. Aber auf längere Sicht sieht Saugel Schwierigkeiten. „Die Zukunft sieht nicht so rosig aus, auch wenn immer einmal der eine oder andere aus dem Nachwuchs dazu stößt“, blickt Saugel voraus. Mit Wehmut denkt er an „den Schwung und die Euphorie“, die der Zusammenschluss vor einigen Jahren hatte.

Die Zeiten ändern sich, bei den Jungen sei der Fußball eben längst nicht mehr so wichtig, muss auch Saugel feststellen. Zuletzt lief die Konkurrenz im Stadtgebiet dem SV den Rang ab. Brünnau kickt in derselben Liga, Stadelschwarzach sogar eine Etage höher. Saugel sieht die Kreisklasse als optimale Liga für seinen Verein. Kurze Strecken, viele Derbys, wie etwa das beim FC Reupelsdorf am Wochenende. „Das ist super.“ Nimmt Kirchschönbach dort weitere wichtige Punkte mit, umso besser.

Der Klassenverbleib muss her. Das ist für den Chemielaboranten keine Frage. Über die kommende Runde hinaus mag Sebastian Saugel noch nicht schauen. „Wir haben für nächstes Jahr noch einmal zugesagt. Danach steht vieles in den Sternen.“