Einen klassischen Fehlstart haben die Handballer der SpVgg Giebelstadt in der Bezirksoberliga hingelegt. Nach vier Spielen steht bloß ein Punkt zu Buche. Im Interview nennt Spielertrainer Andreas Michel die Gründe, warum sich seine Giebelstädter derzeit so schwer tun. Die Hoffnung, dass es besser wird, hat der 32-Jährige, doch er geht von einer schwierigen Runde aus.

Frage: Mit 1:7 Punkten ist Ihre Mannschaft miserabel gestartet. Was ist da schief gelaufen?

Andreas Michel: Eines der Hauptprobleme ist, dass wir mit Christoph Bauer und Florian Kemmer vor der Runde zwei Abgänge hatten, die uns ziemlich weh tun. Ein weiterer Kreisspieler ist an der Schulter operiert, ich selber wurde im Mai an der Schulter operiert und konnte bisher nur in der Abwehr spielen. Wir haben derzeit insgesamt eine schwierige Personalsituation. Zwei Rückraumspieler studieren auswärts, in Rosenheim und Erlangen.

Das wussten Sie ja von vorneherein, vor der Runde.

Michel: Ja natürlich. Wir hatten uns für dieses Jahr auch keine so hohen Ziele gesteckt. Der Klassenverbleib ist, denke ich, schon machbar, wenn wir uns zusammenraufen. Dazu müssen wir eine Schippe drauflegen. Es wird in dieser Runde nicht leicht, aber es war durch die Personalsituation abzusehen.

Mit der TG Würzburg, Marktsteft oder dem TV Gerolzhofen hatte Ihre Mannschaft bisher allerdings nicht gerade die einfachen Gegner.

Michel: Das stimmt. Gerade zuletzt gegen Gerolzhofen fiel die Niederlage (24:32) am Ende zu deutlich aus. Das war ein ordentliches Spiel von uns, Gerolzhofen war klar besser. Wir waren auf 20:22 dran, verwarfen dann einen Siebenmeter und fingen zwei Gegenstöße. Wir haben uns durch Kritik an den Schiedsrichtern zu viele Zeitstrafen abgeholt und damit quasi eine ganze Halbzeit in Unterzahl gespielt.

Was gibt Ihnen denn die Hoffnung, dass es besser wird?

Michel: Zuletzt war es ganz schwierig, wir waren bloß zu sechst oder zu acht im Training. Da kannst du dich nicht groß auf das Spiel einstimmen. Jetzt hat sich die Trainingsbeteiligung

auf jeden Fall verbessert, die Jungen ziehen mit. Wir können was reißen, wenn wir uns zusammenraufen. Aber wenn das nur ein kurzes Zwischenhoch war, dann wird es schwierig in der Runde.

Leistungsträger wie Florian Kemmer und Christoph Bauer werden nicht leicht zu ersetzen sein.

Michel: Wir haben am Kreis generell ein Problem, denn Christoph Bauer ist weg, Philipp Hensel verletzt. Mit Maximilian Mark fehlte ein wichtiger Abwehrspieler. Wenn dazu Kilian Rhein im Rückraum ausfällt, der ja in Rosenheim studiert, fehlt die Durchschlagskraft. Dann sind wir leicht zu berechnen.

Zuletzt sind immer wieder junge Akteure dazugestoßen. Steckt die Mannschaft im Umbruch?

Michel: Er muss auf jeden Fall stattfinden, da muss mehr passieren. Der Großteil der Mannschaft ist Anfang dreißig – das war meine Jugend, die damals zu den Herren stieß. Die müssen halt immer noch ran. Wir hatten in der Jugend ein Riesenloch. Es sind vier, fünf aus der A-Jugend, die wir integrieren wollen und die auch mitziehen. Die nächsten sind dann aus der C-Jugend.

An mehr als den Klassenerhalt ist also nicht zu denken?

Michel: Unser Ziel war, drin zu bleiben und den anderen die Möglichkeit zu geben, in dieser Liga spielen. Das müssen wir hinkriegen – in der Hoffnung, dass wir uns wieder rechtzeitig berappeln und am Ende in der Klasse bleiben. Wir werden den jüngeren Spielern zur Seite stehen, denn irgendwann sollen sie es dann übernehmen.

Giebelstadt stehen als nächstes die Reserven Waldbüttelbrunns und Bad Neustadts bevor. Das sind lösbare Aufgaben, oder?

Michel: Na ja, Waldbüttelbrunn hat zuletzt hoch verloren gegen Mellrichstadt. Wir sind bisher in Waldbüttelbrunn immer auf eine stark besetzte Reserve getroffen, da können wir also davon ausgehen, dass es schwierig wird. Wir müssen außerdem einige Spieler ersetzen. Einfacher wird es in den nächsten Wochen nicht. Es muss uns gelingen, dass wir uns als Mannschaft wiederfinden, der Kampfgeist, der Wille, das ist vorhanden. Das gilt es, mit spielerischen Mitteln zu verbinden.