So groß die Unterschiede im Vorfeld waren, so wenig waren sie auf dem Platz zu sehen. Im Landkreisderby der Bezirksliga gab es zwischen dem SSV Kitzingen und der FG Marktbreit/Martinsheim ein 0:0. „Wenn du sieben Mal eine vor den Rüssel kriegst, geht auch irgendwann der Kopf runter“, sagte Kitzingens Trainer Wolfgang Beischmidt, der sich am Donnerstagabend mit der Vereinsführung und den Spielern zusammengesetzt hatte. „Wir sprachen auch darüber, dass wir einfach aufhören, von Verletzten und Fehlenden zu reden. Das bringt uns keinen Schritt weiter“, lautete ein Konsens.

Eine weitere Übereinkunft beherzigten die Spieler gegen die zuvor dreimal siegreichen Marktbreiter. „Jeder ist für den anderen gelaufen und kämpfte bis zum Schluss“, stellte Sportleiter Dominik Schlossnagel zufrieden fest, dass ein Ruck durch die Reihen gegangen sei. Kampf war Trumpf in der Siedlung, nachdem Dennis Ketturkats Schuss aus zwanzig Metern eine frühe erste Chance der Heimelf dargestellt hatte. Marktbreits Torhüter Benjamin Stör streckte sich und lenkte diesen zur Ecke. Der darauf folgende Kopfball Dominik Helds ging über das gegnerische Tor. „In der ersten Halbzeit sah ich bei uns die besseren Chancen“, so Beischmidt, während sich bei Marktbreit keine nennenswerte Möglichkeit ergab.

„Es war uns klar, dass uns die Siedler mit großem Kampf begegnen werden. Selbst wenn es kein Derby gewesen wäre, hätten sie diese Spielweise an den Tag gelegt“, sagte Marktbreits Spielertrainer Tobias Jäger.

Zeitig störten die Hausherren die Ballannahmen des Gegners, um dessen Kombinationen zu verhindern. „Dass Marktbreit spielerisch die bessere Mannschaft ist, wussten wir im Voraus. Deshalb mussten wir dies mit mehr Kampf ausgleichen“, erklärte Beischmidt und geriet nur in Rage, als sich Ketturkat rechts durchgesetzt hatte, doch dessen Hereingabe mit der Hand abgelenkt wurde. Obwohl der Assistent die Fahne gehoben hatte, bewertete der Schiedsrichter dies grundlegend anders.

„In der Bundesliga wird so ein Handspiel gepfiffen, in der Bezirksliga nicht“, kommentierte Beischmidt die umstrittenste Szene des Spiels. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit setzte Joachim Hupp zum Schuss aus zweiter Reihe an, denn mehr kam von Marktbreit bis zum Seitenwechsel nicht. „Räume wären vorhanden, aber nachdem wir den Ball erobert hatten, fehlte bei uns die Bewegung in der Offensive“, folgerte Jäger.

Als der zweite Durchgang begonnen hatte, kamen zunächst die Hausherren zu aussichtsreichen Aktionen. Nach Christopher Soldners Freistoß ging der Nachschuss Christopher Hornungs knapp übers Tor. Florian Eschenbacher verpasste die folgende Hereingabe seines Spielführers am langen Pfosten um Zentimeter. Für Marktbreit setzte sich Christian Volkamer über links durch, doch ging sein Schuss auf der langen Seite ins Aus. Kitzingens Torhüter Andreas Krnac hielt einen Schuss Steffen Barthels nach einer Vorlage Martin Schwabs fest. „Chancen waren vorhanden, aber aus dem Spiel heraus passierte nur wenig“, lautete Jägers Folgerung.

Beischmidt setzte zur Schlussphase ein Zeichen, indem er mit Aljoscha Keßler einen zweiten Stürmer einwechselte, doch in einer zerfahrenen Partie, die im Groben geführt wurde und wenige Feinheiten zuließ, ergaben sich für die Siedler keine Gelegenheiten mehr.

Marktbreit zählte noch zwei, aber Rainer Radlingers Schuss verendete neben dem Tor und bei Lawrence Uwalakas Abschluss nach Zuspiel Steffen Barthels stellte sich Krnac als Hindernis in den Weg und bewahrte den Seinen das Unentschieden. „Wir kassierten bislang in jedem Spiel mindestens zwei Gegentore. Deshalb war das ,zu Null‘ für uns eine wichtige Sache“, befand Beischmidt und zog aus dem Auftreten Hoffnung für die nächsten Wochen: „Wir sind bis ans Limit gegangen. Für meine Mannschaft war es wichtig zu sehen, dass wir gegen eine Spitzenmannschaft zumindest mithalten können.“

Eine solche wollten die Marktbreiter an diesem Tag nur in einer Sache gewesen sein: „Wir sind in dieser Saison in der Lage, auch aus einem schlechten Spiel einen Punkt mitzunehmen. Das wäre uns vor einem Jahr noch nicht gelungen“, meinte Jäger. Doch: „Wir waren nicht in der Lage, unsere Leistungen der letzten Wochen fortzusetzen. Für uns war das Unentschieden zwar kein Rückschritt, aber wir wissen, dass wir anders auftreten müssen.“

Die Statistik zum Spiel

SSV Kitzingen – FG Marktbreit-Martinsheim 0:0

Kitzingen: Andy Krnac; Christopher Soldner, Dennis Ketturkat (66. Aljoscha Keßler), Dominik Held, Felix Scheider, Daniel Tausch, Johannes Speda (71. Leander Greubel), Fabian Sillig, David Bartsch, Christopher Hornung, Florian Eschenbacher (83. Sven Lenhart).

Marktbreit: Benjamin Stör; Steffen Barthel, Tobias Lechner, Joachim Hupp, Valentin Gebert, Martin Schwab, Christian Volkamer, Rainer Radlinger, Julian Dennerlein (63. Lawrence Uwalaka), Joachim Barthel (78. Stefan Walther), Konstantin Schöller.

Schiedsrichter: Björn Söllner (Aidhausen)

Gelbe Karte: Schöller.

Zuschauer: 200.