Vor 380 Zuschauern haben die Frauen des FC Hopferstadt ihren Titel im unterfränkischen Bezirkspokal verteidigt. Mit 3:1 (1:1) besiegten sie am Donnerstag ihren Bezirksoberliga-Rivalen FFC Bastheim-Burgwallbach. Es hat schon fast Tradition, dass Hopferstadt am Vatertag den Saisonhöhepunkt begeht. Schon zum vierten Mal stand der Verein mit seinen Frauen im Pokalendspiel, nur die Gegner wechselten. Gegen Dettelbach und Bischofsheim hatte der FC noch verloren. Im vergangenen Jahr gelang dann ein Erfolg über Dingolshausen – und nun die Wiederholung gegen die aus der Rhön angereisten Gäste.

Personelle Probleme machte deren Trainer Harry Dohnal später geltend. In Michelle Pochert, Michelle Bätzel und Vanessa Sturm hatte er drei junge Spielerinnen aus dem U17-Kader dabei. Die Heimelf stellte sich nicht nur aus vollen Reihen, sondern ebenso im Selbstbewusstsein auf nach vier Siegen zuletzt in der Bezirksoberliga. Auch eine andere Serie machte ihnen Mut: Die letzten sieben Begegnungen mit Bastheim hatten sie nicht verloren. Kaum waren am Donnerstag die Aufstellungen beider Teams verlesen und die vom Verband gekommenen Honoratioren begrüßt, da kreuzte die Hopferstädterin Malina Endres, voriges Jahr die entscheidende Schützin, vor dem gegnerischen Tor auf.

Doch mochte ihr Schuss ebenso wenig ins Tor wie die folgenden Versuche ihrer Mitspielerinnen. Bastheims Abwehr stellte ihnen gleich mehrere Beine in den Weg.

Die Gäste mussten schon nach wenigen Minuten Manuela Gans verletzungsbedingt vom Platz nehmen, besaßen aber dennoch leichte Vorteile und verlagerten das Spiel ins gegnerische Halbfeld. Weshalb seine Elf zunächst so nervös war, wusste Hopferstadts Trainer Hermann Träger nicht zu erklären: „Die Situation ist für uns nicht neu. Vor so vielen Zuschauern muss es doch Spaß machen.“ Mit zunehmender Dauer entdeckten auch die Gastgeberinnen ihre Spielfreude, und sie suchten den Weg zum gegnerischen Tor mit schnellen Pässen in die Spitze.

Als Hopferstadt nach mehreren gescheiterten Anläufen die Zuspiele auf Stürmerin Nicole Wolf besser adressierte, dauerte es nicht lange, bis sie mit einer Einzelaktion über die linke Seite und einem platzierten Schuss die 1:0-Führung erzielte. Bastheims Teresa Koob hatte im direkten Gegenzug die passende Antwort parat. Nach Sophie Schultheis‘ Freistoß war der Ball noch gegen den Balken gekracht, schneller als die umstehenden Abwehrspielerinnen lenkte Koob ihn im zweiten Anlauf zum Ausgleich ins Netz.

„Ich hatte meine Mannschaft vor solchen Freistößen gewarnt“, meinte Träger über das vorhandene Wissen, dass Schultheis eine präzise Schützin sei. Die Gäste schienen auf ihr spätes Tor vor der Halbzeit ein frühes nach dem Wechsel folgen lassen zu wollen. Sophia Endres beendete einen Alleingang auf Hopferstadts Tor allerdings mit einem zu unplatzierten Schuss. Julia Grimm zielte auf der Gegenseite genauer, als sie erkannte, dass Bastheims Torhüterin Carolin Gernert zu weit vor ihrem Tor stand, und setzte zum Heber an. Zwar reichte Gernert noch mit den Fingerspitzen an den Ball, doch Hopferstadts erneute Führung konnte sie nicht mehr verhindern.

Gegen die zur Halbzeit eingewechselte Jana Schuster zeichnete sich die Torfrau erneut aus, als sie deren Solo stoppte, musste aber schon bald ein drittes Mal hinter sich greifen. Nach Nicole Wolfs Pass behielt Grimm vor dem gegnerischen Tor die Übersicht, und sie traf zum 3:1. Bastheim besaß gegen die gut verteidigenden Gastgeberinnen ab Mitte der zweiten Hälfte keine Gelegenheit mehr, deren Vorsprung noch mal in Gefahr zu bringen.

Angeführt von Silke Ullmann, die mit ihrem Eingreifen jede weitere Gefahr am und im 16-Meter-Raum verhinderte, stand die Heimelf sicher. „Wir haben sehr wenige Torchancen zugelassen“, sagte Träger. Er hatte am Ende – durch mehrfache Anwendung der Rückwechselregel – verbleibende Zeit von der Uhr genommen. „Es war ein schweres Stück Arbeit, aber unser Sieg war verdient“, sagte Träger. Dies bescheinigte auch Gästetrainer Dohnal dem Gegner in wenigen Worten.

Nicht nur im Pokal, auch in der Liga erweisen sich die Hopferstädterinnen als erfolgreich. Einen Spieltag vor Saisonende stehen sie auf dem zweiten Platz – ohne die Chance, noch Erster zu werden. Obwohl die Mannschaft seit Jahren in der Bezirksoberliga die vorderen Ränge erreicht, scheint ein Aufstieg in die Landesliga kein Thema im Verein zu sein. „Wir sind in dieser Klasse gut aufgehoben, fühlen uns sehr wohl“, erklärte Träger, als er das in den Klubfarben schwarz-weiß gehaltene Sieger-T-Shirt übergestreift hatte.

Das Spiel in der Statistik

FC Hopferstadt – Bastheim/Burgwallbach 3:1 (1:1)

Hopferstadt: Stephanie Reibold; Theresa Schmitt (65. Jaqueline Becker), Sinja Schwertberger, Nadine Betz, Martina Burger (46. Lisa Carl), Silke Ullmann, Malina Endres (46. Jana Schuster), Simone Barthel, Silvia Schuler, Nicole Wolf (80. Johanna Kister), Julia Grimm.

Bastheim/Burgwallbach: Carolin Gernert; Melanie Stäblein, Manuela Gans (6. Leonie Blaurock/35. Sophia Endres), Katharina Wirsing, Vanessa Sturm, Jaqueline Pochert, Teresa Koob (70. Verena Golz), Michelle Pochert, Sophie Schultheis, Lorena Sopp, Michelle Bätzel.

Schiedsrichterin: Marina Bachmann (Großwallstadt).

Zuschauer: 380.

Tore: 1:0 Nicole Wolf (43.), 1:1 Teresa Koob (45., Abpraller nach Freistoß), 2:1 Julian Grimm (50.), 3:1 Julia Grimm (67.).