Forstern, ausgerechnet der FC Forstern! Als hätten die Fußballerinnen des TSV Frickenhausen nicht schon genug Probleme, sich im harten Wettbewerb der Bayernliga durchzusetzen, wartet an diesem Sonntag auch noch der heimliche Marktführer. Nach einem Anflug von Frühjahrsmüdigkeit hat der forsche Aufsteiger aus dem Landkreis Erding zwar seine Spitzenposition eingebüßt, aber für Frickenhausens Trainer Gernot Haubenthal gilt Forstern in dieser Klasse immer noch als Maß der Dinge.

„Das war die stärkste Mannschaft, gegen die wir bisher gespielt haben“, sagt Haubenthal vor dem Wiedersehen mit den Oberbayern. „Was Spielanlage, Spielverhalten oder Taktik angeht, hatten alle anderen Gegner ihre Schwachpunkte. Forstern nicht.“ Das verheißt nichts Gutes für die Frickenhäuserinnen, die ohnehin nicht wissen, wo ihnen derzeit der Kopf steht. Das darf man wörtlich nehmen. Haubenthal nämlich sah seine Schützlinge nach der 2:3-Niederlage zuletzt in Regensburg als Fall für den Psychologen. Es war die siebte Begegnung dieser Bayernliga-Saison, in der sie während der ersten Viertelstunde ein Tor kassierten, das sie letztlich den Erfolg kostete.

Mangelnden Kampf konnte er der Mannschaft nicht vorwerfen. Sie war nach einem 0:2-Rückstand sogar auf 2:2 herangekommen, aber es reichte erneut nicht zum Punktgewinn. Und so muss Haubenthal nun Antworten darauf finden, wie es sein Team ausgerechnet gegen das Spitzenteam aus Forstern vermögen soll, die Negativserie zu durchbrechen. „Das Spiel gegen Regensburg hat gezeigt, dass wir es können“, sagt der Trainer, der sich unverdrossen gibt. Zweifel an seiner Mission und oder am Unternehmen Klassenverbleib? „Wir haben es doch selbst in der Hand.“ Der Abstand zur Gefahrenzone hat sich in den letzten Wochen kaum verändert – weil auch die Konkurrenz chronisch erfolglos geblieben ist.

So darf sich Frickenhausen bei im-mer noch fünf Zählern Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz zunächst in Sicherheit wiegen. „Natürlich werden wir noch ein paar Punkte brauchen“, sagt Haubenthal fünf Runden vor Saisonschluss. „Aber ich glaube, es wird reichen.“