„Es ist schade, dass wir als große Handball-Adresse nicht mehr wahrgenommen werden“, bedauerte Rödelsees Bürgermeister Burkhard Klein beim Sponsorenabend des TSV Mainkraft Rödelsee. Er betonte, dass auch jede kleinste Unterstützung dem Drittligisten weiterhelfe und wertete viele Formen der Unterstützung im Alltag als Nächstenliebe. Klein fand, dass im Sponsoring etwas mehr Nächstenliebe den Handballern gut tun würde, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

Moderator Alexander von Ammon begrüßte in der Vereinsgaststätte die geladenen Sponsorenvertreter. Kellermeister Armin Schmitt kredenzte ein Weinprobe mit Tropfen der örtlichen Weingüter Melber, Weltner, Hemberger, Vollhals und Meyer. Weinprinzessin Jana Burkholz brachte einen Trinkspruch aus, und Armin Schmitt erzählte, dass der Wein seit Jahrtausenden die Menschen zu großen Leistungen beflügeln würde. Die Ankündigung des Bürgermeisters, dass der Drittligist nach dem Sonntagsspiel gegen Leipzig zwei Punkte mehr auf dem Konto haben würde, blieb nur ein frommer Wunsch. Burkhard Klein wünschte sich noch mehr Zusammenarbeit im Ort und darüber hinaus um die Marke TSV Mainkraft Rödelsee zu stärken. Er präsentierte als gutes Beispiel der Unterstützung den Kitzinger Gökhan Hasanoglou, den Chef der Gebäudereinigungsfirma Rappelt.

Der Grieche erklärte sich spontan bereit, kostenlos die Reinigung der Sickergrundhalle nach den Heimspielen zu übernehmen. Dadurch werden die Spieler entlastet, die diese Arbeit bislang machen mussten und deswegen immer recht spät nach Spielschluss ins Sportheim kamen. Burkhard Klein warb dafür, ans das große Ganze zu denken und sich in unterschiedlichen Bereichen einzubringen, um die Aufgaben gemeinsam zu meistern.

„Wir brauchen langfristig den Landkreis Kitzingen als Partner“, sagte Geschäftsführer Tobias Demel. Die Namensänderung zu TSV Mainkraft Rödelsee habe den Hintergrund, Rödelsee als Handballkraft im Weinlandkreis nahe dem Main zu artikulieren. „Ohne die gegebene Wirtschaftlichkeit gibt es kein dauerhaftes Bestehen“, betonte Tobias Demel. Gerade in diesem Segment sei der TSV Mainkraft personell limitiert, müssten wenige Leute doch die ganze Arbeit alleine im Ehrenamt schultern. „Wir bräuchten eine Persönlichkeit, die den ganzen Tag nichts anderes macht als Sponsoren zu betreuen und zu akquirieren“, schilderte der Geschäftsführer eine Herausforderung der Zukunft. Hilfreich wäre es, wenn Sponsoren und Unterstützer eine Multiplikatoren-Rolle einnehmen, um das Mainkraft-Konzept umzusetzen.

Nach Häppchen und einem weiteren Wein ging Teammanager Dusan Suchy darauf ein, dass sich die Mannschaft im Umbruch befinde und einfach noch Zeit brauche. Es gelte, langfristig zu denken und zu arbeiten, um in Topform zu kommen, wenn zum Rückrundenstart binnen weniger Wochen fünf Heimspiele ins Haus stehen. Einen Saisonstart mit fünf Auswärtsspielen von sechs Begegnungen würden auch Spitzenmannschaften nicht problemlos wegstecken. Trainer Radovan Suchy warb darum, Ruhe zu bewahren und bekannte, dass es schwierig sei, im Training gute Laune zu verbreiten, wenn das Selbstbewusstsein geschwunden sei und Erfolgserlebnisse fehlen.

Manager Wilfried Demel, seines Zeichens Jahrzehnte der große Macher bei den Rödelseer Handballern, wollte sich aber nicht rein auf den Rückrundenstart verlassen. Er forderte, die Spieler in die Pflicht zu nehmen. Die Mannschaft müsse sich – egal ob zuhause oder auswärts – immer top motiviert präsentieren und mit dem Streben nach zwei Punkten antreten.

Armin Schmitt sagte gerne weitere Weine an, damit die Rödelseer im Kollektiv zu größeren Leistungen beflügelt würden. Der Medienmann und ehemalige Handballer Alexander von Ammon (geborener Hack) stufte es als „fantastisch“ ein, was in Rödelsee geleistet wurde und wird und verkündete abschließend seine Zuversicht, dass es die Mainkraft-Handballer diese Runde das dritte Mal den Klassenerhalt in der 3. Bundesliga schaffen.