Schon seit einem halben Jahr gibt es mit der HSG Mainfranken nur noch einen Verein in Kitzingen, der in seinem Sportprogramm Handball anbietet. Der neue Zusammenschluss der TG Kitzingen und des TSV Mainbernheim, zu dem im Sommer auch noch der TV Etwashausen gekommen ist, hat es gerade mit einem „Handball-Tag“ an der Grund- und Mittelschule Kitzingen-Siedlung versucht, um Werbung in eigener Sache zu betreiben.

Die Absicht war klar: „Wir wollen uns als Verein vorstellen und bei den Kindern Lust auf Handball wecken. Da ist gerade die Grundschule interessant. Dort kennt ein Teil der Kinder Handball gar nicht“, erläutert Michael Burger. Das Vorstandsmitglied ist selbst Pädagoge und Trainer einer Nachwuchsmannschaft – er weiß also, wovon er spricht. In der HSG entstand gemeinsam mit Gerlitta Brunner und anderen die Idee, in Schulen zu gehen und dort nachzufragen, ob Interesse an einem Handball-Tag bestehe.

Die angefragte Schule im Kitzinger Stadtteil zeigte sich aufgeschlossen. Also durften der Reihe nach erst die Grundschüler, dann die älteren eine etwas andere „Sportstunde“ erleben. Ein Betreuerteam der HSG, das schon alles vorbereitet hatte, erwartete die Schüler in der Halle. Dort folgte eine kurze Vorstellung, und los ging's. Die Halle war in drei Sektionen geteilt, in denen sie Verschiedenes zum Thema erfuhren.

Zur Einstimmung sahen die Schüler einen Film, danach konnten sie an einem Übungszirkel die Theorie in die Praxis umsetzen. Stationen wie Schlag- oder Sprungwurf, Fangen und Prellen waren zu bewältigen. Im zweiten Teil durften sie dann – unter Tipps der Betreuer – aufs Tor werfen, anschließend wurde gespielt. Es dauerte nicht lange, bis die Schüler ihre Zurückhaltung abgelegt hatten und richtig mitmachten.

„Sie sind sehr motiviert und konzentriert dabei. Viele sagen: Oh, das macht mir ja total Spaß“, sagte etwa Monika Rehberger, die als Betreuerin von Mainbernheimer Seite aus dabei war. Rehberger fand den Tag „rundum positiv. Die Lust geweckt haben wir auf jeden Fall“, meinte sie. Bei ihr hätten sich schon wenig später die ersten beiden Anwärter gemeldet, die zum Training kommen wollten. Insgesamt sei das Ganze eher auf einen mittel- oder langfristigen Effekt ausgelegt.

Etwa 250 Kinder der Grundschule und rund 80 aus der Mittelschule erreichte die HSG Mainfranken bei diesem ersten Handball-Tag. Einig sind sich die Verantwortlichen darin, dass sie das Projekt weiterführen wollen. Rehberger sagt: „Nach Weihnachten werden wir weitere Schulen in Kitzingen und Umgebung ansprechen. Bei den Kindern kommt es gut an, das ist Sportunterricht einmal anders.“ Da bleibt zu hoffen, dass mit dieser nicht gerade alltäglichen Werbeaktion der eine oder andere Handballer hängenbleibt und die Mühen nicht erfolglos waren.