Wer in der Tabelle oben steht, besitze das nötige Glück, heißt es. So nah wie dieses Mal waren die Gäste einem ersten Punktverlust in dieser Saison auch nach eigener Aussage zuvor noch nicht gekommen. Bayern Kitzingen hatte sich nach dem 0:1 gegen Tabellenführer Don Bosco Bamberg nicht viel vorzuwerfen, einmal mehr nur, nicht das Tor getroffen zu haben.

„Das war ein harter Kampf“, gab Bambergs erleichterter Trainer Gerd Schimmer nach dem Spiel zu Protokoll. Sein Personal hatte er im Vergleich zur Vorwoche in Abtswind auf einer Position verändert. Felix Strobler kehrte als Außenverteidiger für Niklas Griebel zurück in die Anfangsformation. Auch bei den Bayern ergab sich ein Wechsel zum vorherigen Spiel in Neustadt. Jannik Feidel verteidigte anstelle von Felix Straßberger auf der rechten Abwehrseite.

Die ersten Gelegenheiten gehörten den Gästen, die offensiver als gewohnt begannen. Mit drei angreifenden und zwei nachrückenden Mittelfeldspielern schoben sie tief in der gegnerischen Hälfte auf die Bayern-Viererkette. „Wir wollten den Gegner zu Fehlern zwingen, um ein schnelles Tor erzielen. Das ist uns nicht gelungen, obwohl wir die Chance dazu hatten“, erklärte Schimmer im Nachhinein seine Taktik. Nach einem Solo um Kitzingens Torhüter Florian Nöth setzte Dominik Schütz zum ersten Schuss an, Julian Schuhmann blockte vor dem freien Tor.

Mit zunehmender Spieldauer kam Kitzingen besser mit dem Gegner zurecht, besaß Mitte der ersten Halbzeit sogar aussichtsreiche Möglichkeiten, als jeweils Oliver Koch für Daniel Endres vorlegte. Nach seiner Hereingabe von rechts verfehlte der Kopfball des Angreifers knapp das Ziel. Nach seiner Vorlage von links scheiterte er aus kurzer Distanz am gegnerischen Torhüter Matthias Kühhorn. Die letzte Aktion vor dem Seitenwechsel gehörte erneut den Gästen, als Roland Kropf mit einem Kopfball die Latte traf, der Nachschuss von Maximilian Hoffmann abgewehrt wurde. Mehr hatten die Bayern, denen größere Spielanteile gehörten, dem Gegner nicht gestattet.

„Abwehrverhalten und Spielanlage passen. Gegen den Ball lösten wir unsere Aufgaben sehr gut“, bewertete Kitzingens Trainer Wolfgang Schneider den ansehnlichen Vortrag seiner Mannschaft. „Sie kamen besser ins Spiel, waren feldüberlegen. Unsere letzte Chance entstand aus dem Nichts“, gab auch Schimmer zu. Bamberg zog sich in der von beiden Mannschaften mit hoher Intensität geführten Begegnung nach der Pause in die eigene Hälfte zurück und wartete dort auf Konter. Für die Gastgeber besaß Endres eine weitere Großchance zur Führung, stand vor Kühhorn, verfehlte aber das Tor. „Wir hatten zahlreiche Aktionen, in denen wir nur noch den Abschluss erledigen mussten“, wiederholte sich Schneider, woran es im Kitzinger Spiel noch fehle.

Mitte des zweiten Durchgangs bekamen die Bamberger eine Viertelstunde lang mehr Aktionen. Diese Phase endete mit einer Flanke von rechts durch Simon Schmoll, die im zentral mitgelaufenen Matthias Hoff ihren erfolgreichen Abnehmer fand. Kitzingen zeigte sich vom Rückstand unbeeindruckt und drängte den Gegner in der letzten Viertelstunde an dessen Strafraum zurück. Während Bamberg die möglichen Konterchancen leichtfertig ausließ, stand Ahmed Bakare nach Kochs Hereingabe von rechts am langen Pfosten frei, doch erneut Kühhorn bewahrte die Gäste vor dem späten Ausgleich.

„Kitzingen steht in der Tabelle weit unter Wert“, versuchte Schimmer nach Spielende Trost zu spenden. Zeit, den siebten Sieg im siebten Spiel, den schwierigsten in dieser Saison, zu feiern, gebe es aber nicht. „Wir haken das Spiel ab und bereiten uns auf Sand vor“, fokussierte er das anstehende Spitzenspiel. Auch Schneider wusste, warum sein Kollege nicht mehr lange über das Spiel in Kitzingen nachdenken wolle: „Ich glaube nicht, dass sich Bamberg in dieser Saison schon einmal so vielen gegnerischen Chancen gegenüber sah wie in Kitzingen.“ Für die Gastgeber endete der Nachmittag wie die meisten bislang in dieser Saison. „Wir müssen am Positiven festhalten und dürfen uns nicht aus der Ruhe bringen lassen“, setzt Schneider darauf, dass sich seine Mannschaft alsbald für ihren Aufwand belohnen werde und die Tabelle das Kitzinger Leistungsvermögen somit endlich korrekt darstellen kann.

Die Statistik zum Spiel

Bayern Kitzingen – DJK Don Bosco Bamberg 0:1 (0:0)

Kitzingen: Florian Nöth, Philipp Schlarb (88. Marcel Reuther), Joachim Hupp, Ahmed Bakare, Christopher Lenhart, Johannes Dürr, Julian Schuhmann, Marco Endres, Oliver Koch, Daniel Endres, Jannik Feidel.

Bamberg: Matthias Kühhorn, Johannes Jessen, Felix Strobler, Matthias Hoff, Maximilian Hoffmann, Roland Kropf, Dominik Schütz (89. Gabriel Jessen), Christoph Kaiser, Markus Fischer, Markus Schnitzer (90.+1 Toyin Ogunjimi), Simon Schmoll.

Schiedsrichter: Andreas Heidt (Buch).

Gelbe Karten: Marco Endres (Kitzingen), Simon Schmoll (Bamberg).

Zuschauer: 250.

Tor: 0:1 Matthias Hoff (74.).