Wenn Elke Römmelt mal so richtig Gas gibt auf ihren rollenden Schuhen, dann sind die Radfahrer nicht selten chancenlos. Die Volkacherin ist begeisterte Inlinerin, sie hat auf ihren Rollschuhen eine Marathon-Bestzeit von einer Stunde und 21 Minuten. Beim Berlin-Marathon landete sie unter rund 8000 Inliner-Fahrern auf Platz 378 der Gesamtwertung und auf Rang neun in ihrer Altersklasse 40. Vergangenes Jahr bei der bayerischen Meisterschaft fuhr sie sogar auf den zweiten Platz ihrer Altersklasse.

Sobald es ihre Zeit und das Wetter zulassen, zieht sich Elke Römmelt ihre Rollschuhe an. Ihre Trainingsstrecken sind meist die Radwege rund um die Mainschleife. „Schnell mal von Volkach nach Stammheim und zurück, das sind so 42 Minuten, danach geht es mir besser“, sagt sie lächelnd. Bei ihren Touren nimmt sie gern auch mal weitere Strecken unter die Räder. Eine kleine Klingel am Finger hat sie fast immer dabei. Die ist nötig, um so manchen Radfahrer auf dem Radweg vorzuwarnen, wenn die Frau in gebückter Haltung von hinten heranbraust.

„Viele erschrecken sich, wenn ich sie überhole“, erzählt Elke Römmelt. „Um anzuschieben, brauche ich die ganze Breite des Weges – deswegen klingle ich.“ Manchen Radler sporne das so sehr an, dass er erst recht Gas gibt, wenn er das Klingeln höre. Es dauert aber meist nicht lange, bis sie ihn eingeholt hat und vorbeigezogen ist. Gerade wenn sie ganze Gruppen an Radfahrern passiert, müsse sie vorsichtig sein. Natürlich fährt sie mit Helm und Schonern an den Hand- und Kniegelenken.

Zum Inline-Fahren kam Elke Römmelt Ende der 1990er Jahre. Damals war das Ganze richtig in Mode. Vorher hatte es die einstige Handballerin mit Laufen probiert, um ihren Mann Thomas zu begleiten, der Marathon lief. Als sie die Rennen mit den Inlinern sah, versuchte sie sich später selbst in dieser Disziplin – und kurz darauf hatte sie ihren Sport gefunden.

In der Folge nahm Elke Römmelt an mehreren Läufen in Städten teil. Ihren ersten Marathon fuhr sie 1999, als Einzelkämpferin gewissermaßen. Nach einer Pause – auch wegen der Kinder – stieg sie richtig ein. Später schloss sie sich dem „Speed Team Schweinfurt“ an. Das ist eine Gruppe inlinebegeisterter Sportler aus ganz Franken, die sich im Sommer einmal die Woche in Schweinfurt zum Training trifft. Dort wird auf einer Rundstrecke geübt – vor allem das Fahren im Windschatten, das in der Mannschaft besonders wichtig ist. Schließlich gilt bei einem Teamrennen, dass mindestens fünf Fahrer ins Ziel kommen.

In Geisingen am Bodensee etwa startete die Gruppe mit zwölf Leuten bei einem Rennen über acht Stunden. „Das hat auch seinen Reiz, sich direkt mit den anderen zu messen. Du hast den Gegner direkt neben dir. Aber ich fahre lieber Marathon durch eine Stadt – da sieht man etwas“, erzählt Elke Römmelt, die als Diät-Assistentin und Diät-Küchenleiterin arbeitet.

Ihr Sportgerät hat keine Bremsen. An beiden Schuhen sind je vier Rollen aus Kunststoff montiert, die man im Notall leicht schräg stellen muss, um zu halten. Gerade wenn es fix gehen soll, ist die richtige Technik zum Anschieben wichtig. In Berlin fuhr Römmelt einen Schnitt von 30 Kilometern in der Stunde. Längst gibt es unter den Inlinern auch Profis, die in der Regel von Ausrüster-Firmen gesponsert sind.

Ihre Sportart schätzt Elke Römmelt als „recht gesund. Es bringt Ausdauer und Kraft, der ganze Körper wird trainiert.“ Zudem ist man an der frischen Luft. Das Ziel der Volkacherin für dieses Jahr sind die bayerischen Meisterschaften Anfang September in Forchheim. Bis dahin stehen für sie noch manche Etappen auf dem Main-Radweg an. Ob sie auch wieder in Berlin starten wird, weiß sie heute noch nicht.