„Wir waren nicht besser als Bamberg und sie auch nicht besser als wir“, fasste Kitzingens Trainer Frank Wettengel das 2:1 (1:0) gegen die Eintracht treffend zusammen. Aber die personell in ihren Möglichkeiten noch begrenzten Gastgeber waren cleverer, hatten sich im Vorfeld auch durch zwei Beobachtungen des Gegners gut auf diesen einstellen können. Ebenso waren es die Fortschritte, die sich die Mannschaft in den letzten zwei Wochen erarbeitet hatte, die zum Erfolg beitragen sollten.

Nachdem Christopher Lenhart und Shawn Hilgert verletzt fehlten, nahmen Sebastian Davidson in der Innenverteidigung und Niko Pfaffendorf im rechten offensiven Mittelfeld die Positionen in der Kitzinger Startelf ein. Gemäß seiner gesammelten Erkenntnis über den Gegner gab Wettengel der Mannschaft eine abwartende Haltung vor, um gegen die defensiv erwarteten Bamberger nicht in einen Konter zu laufen und dadurch womöglich einem Rückstand nachlaufen zu müssen. „Wir waren diesmal zwar gefordert, aber wollten geduldig spielen“, erklärte er. Dadurch lockten sie die Bamberger etwas aus der Reserve.

So war es die erste Offensivaktion der Hausherren, als sich der schnelle Ahmed Bakare auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durchsetzte – aufgehalten von niemanden, auch nicht durch Christian Ott, an dem er vorbei in den Strafraum zog. Dort kam Thomas Görtler seinem abgehängten Mitspieler zu Hilfe, doch kreuzte er ungeschickt den Weg des Gegenspielers, was Bakare zu Fall brachte. Ohne ein Zögern entschied Schiedsrichter Joshua Roloff auf Elfmeter, den Jannik Feidel aus Sicht des Schützen unten links verwandelte, wobei Bambergs Torhüter Matthias Kühhorn zwar die Ecke geahnt hatte, doch den platzierten Schuss nicht mehr erreichte.

Mit der Führung auf eigener Seite überließen die kompakt stehenden Bayern ihren Gästen die größeren Spielanteile, womit die in der Offensive noch wenig geübten Bamberger allerdings kaum etwas anzufangen wussten. Tobias Linz erwies sich im linken offensiven Mittelfeld als der agilste Spieler der Violetten, doch nach dessen Schuss aus spitzem Winkel steckte sich Kitzingens Torhüter Florian Nöth erfolgreich. Es war Bambergs aussichtsreichste Gelegenheit in der ersten Halbzeit. Von den Hausherren selbst kam nicht viel mehr, ein Schuss Mario Schmidts ging über das Tor, aber schließlich waren sie dazu auch nicht unbedingt aufgefordert.

Bamberg rotierte seine Reihen und setzte nach dem Seitenwechsel auf einen Tick mehr Offensive. Michael Weimer rückte mit nach vorne auf und war im richtigen Moment zur Stelle, als Bashkim Peci von zwei Kitzinger Abwehrspielern zwar umstellt war, die sich aber derart passiv verhielten, dass Bambergs Stürmer mitten in der Gefahrenzone den Pass über einen Meter auf Weimer spielen konnte. Dieser schob am verdutzten Nöth vorbei den Ausgleich ins Tor. „Dieses Gegentor darf überhaupt nicht fallen. Drei Meter vor dem Tor darf das einfach nicht passieren“, bemängelte Wettengel die grobe Fahrlässigkeit in dieser Szene.

Mit nachlassenden Kräften wusste Kitzingens Abwehr in der zweiten Halbzeit einige Mal nicht den Pass in die Spitze zu verhindern. Auf diese Art von Görtler geschickt, startete Andre Jerundow einen Alleingang, doch schaute er nicht auf und spielte quer ins Nichts. Als Bamberg einen Vorstoß Kitzingens an der Eckfahne nicht energisch genug verteidigte, stand Schmidt im Strafraum frei, aber mit dem Rücken zum Tor, so dass er Maximilian Wunder die erneute Führung auflegte. Die Gäste drängten in den letzten Minuten nach vorne, wobei Weimers Kopfball nach einer Hereingabe Pecis die aussichtsreiche Aktion darstellte. Doch Nöth verhinderte den Ausgleich, bevor das Spielende Kitzingens ermüdete Kämpfer erlöste.

„Wir haben uns mit großer Moral gegen die Niederlage gewehrt“, stellte Bambergs Trainer Georg Lunz verdrossen fest und führte das Ergebnis auf wenige, aber entscheidende Situationen zurück, „in denen wir den nötigen Einsatz vermissen ließen und nicht die körperliche Robustheit gezeigt haben“. Die Freude über den ersten Heimsieg ließ vergessen, dass bei den Kitzinger Bayern noch nicht alles rund gelaufen war. „Alle Punkte, die wir jetzt schon holen, sind richtig viel wert“, frohlockte Wettengel, dessen Arbeit mit der Mannschaft in den letzten beiden Wochen sich durch eine deutlich gesteigerte Leistung ausgezahlt hatte.

Die Statistik zum Spiel

Bayern Kitzingen – FC Eintracht Bamberg 2:1 (1:0)

Kitzingen: Florian Nöth, Sebastian Davidson, Niko Pfaffendorf (58. Niko Pfaffendorf), Fabio Feidel, Sebastian Stumpf, Jannik Feidel (76. Tim Pfaffendorf), Phillip Schlarb, Kastriot Krasniqi (67. Florian Gaubitz), Mario Schmidt, Ahmed Bakare, Marco Endres.

Bamberg: Matthias Kühhorn, Johannes Trautmann, Thomas Görtler (72. Toyin Ogunjimi), Christopher Enk, Christian Ott, Michael Weimer, Bashkim Peci, Tobias Linz, Clemens Kopka (46. Niklas Tscherner), Dominik Oppelt (55. Andre Jerundow), Sven Schwinn.

Schiedsrichter: Joshua Roloff (TB Johannis Nürnberg).

Gelbe Karten: Nöth, Niko Pfaffendorf, Stumpf, Schlarb, Krasniqi; Ott, Weimer, Tscherner.

Zuschauer: 150.

Tore: 1:0 Jannik Feidel (16., Foulelfmeter), 1:1 Michael Weimer (52.), 2:1 Maximilian Wunder (63.).