Nach dem Kunstrasen-Kunststück von Estenfeld, als der TSV Abtswind (5./43:29/40) dem Tabellennachbarn Coburg jüngst sieben Tore servierte, ist der 5:0-Hinspielsieg gegen Leinach das zweithöchste Ergebnis der Teedörfler in der laufenden Runde. Schlusslicht Leinach (18./24:60/14) trägt diesen Beinamen seit Saisonbeginn, auch wenn in den zurückliegenden Wochen ein Aufwärtstrend unverkennbar ist. Rein rechnerisch ist der Klassenerhalt zwar noch möglich, ob er aber auch realistisch ist, steht auf einem anderen Blatt. Thorsten Götzelmann schätzt, wie die Leinacher Verantwortlichen mit der bestimmt nicht leichten Situation umgehen. „Die schätzen das völlig realistisch ein, zeigen keinerlei Auflösungserscheinungen und holen das Beste heraus“, lobt Abtswinds Trainer den Gegner für dessen außergewöhnliche Bodenhaftung.

Dass seine Schützlinge als Favorit ins Spiel gehen, lässt sich nicht von der Hand weisen. Dass sie in Gedanken schon gewonnen haben, hofft er nicht. Und wie will er das verhindern? „Schlagen darf ich sie ja nicht“, sagt der Polizist scherzhaft und meint seine Spieler. Schlagen dürfen die den Gegner dagegen schon. Was heißt eigentlich „dürfen“. „Müssen“ wäre wohl die passendere Wortwahl.

Ihren Negativtrend von sechs verlorenen Spielen in Serie haben die Kitzinger (8./38:37/33) in Leinach gestoppt, auch wenn der Ausgleichstreffer erst kurz vor Schluss durch Benedikt Jandl fiel. Der fehlt den Kitzingern bei ihrem Heimauftritt gegen einen weiteren Abstiegskandidaten. Aufsteiger Euerbach/Kützberg (15./23:49/20) kassierte gegen die Reserve des Drittligisten Kickers Würzburg eine 0:8-Heimschlappe. „Bei den Kickers waren fünf Profis dabei. Bei Euerbach fehlten einige Leistungsträger. Die wollen sicherlich Wiedergutmachung“, vermutet Tamer Yigit. Der Bayern-Trainer freut sich zwar über den achten Tabellenplatz, der aber täusche. „Die Luft nach unten ist dünn“, hat er erkannt.

Yigit geht davon aus, dass man in dieser Saison 42 Punkte für den Klassenerhalt benötigt. „Deshalb wäre es wichtig, den Dreier in Kitzingen zu behalten.“ Der Gegner habe gute Jungs in der Mannschaft. „Wir sind vorgewarnt, müssen uns aber mit uns selbst beschäftigen und unsere Leistung bringen.“ Das werde durch die personelle Situation erschwert, die sich noch etwas schlechter darstelle als vor einer Woche. Zu den Ausfällen von Hilgert und Feidel kommt – neben dem erwähnten Jandl, der die nächsten drei Spiele in Urlaub ist – auch noch Schuhmann.

Dass Tamer Yigit in der neuen Saison den Kreisligisten FV Karlstadt übernimmt (wir berichteten) habe sich kurzfristig ergeben. Obwohl er unterschriftsreife Verträge für Beruf und Haus vorliegen hatte, hat sich Yigit nach einem Gespräch mit seinen Chefs für einen Verbleib an der alten Arbeitsstelle entschieden. wro