Relegation kann Massen bewegen. So soll es auch diesen Donnerstag sein, wenn Bayern Kitzingen in der Entscheidungsrunde um einen Platz in der Landesliga beim SV-DJK Oberschwarzach antritt (18.30 Uhr). Die Gastgeber hoffen auf einen Besucherstrom im hohen dreistelligen Bereich. Für beide Mannschaften geht es – ungeachtet ihres bisherigen Saisonverlaufs – bei null los, nachdem sie mit dem letzten regulären Spieltag ihre Teilnahme an der Relegation gesichert haben.

Die Freude über das im finalen Moment Erreichte vermag nur die reine Statistik trüben. Obwohl sich das 0:0 in Schweinfurt für die Kitzinger wie ein Sieg anfühlte, warten sie – an den realen Ergebnissen gemessen – seit elf Spielen auf einen Sieg. „Alles gut“, so Trainer Björn Auer. „Wir haben uns diese Verlängerung mit einer überragenden Leistung in Schweinfurt verdient.“ Rechtzeitig habe seine Mannschaft verstanden, welche Qualitäten in derlei Spielen gefragt seien. „Eine unserer besten Saisonleistungen“ sah Sportleiter Kabil Jabiri. Er lobte die an Einsatz und Willen vorbildliche Einstellung des Teams. Fünf nach zwölf schien es vor diesem jüngsten Schicksalspiel gewesen zu sein.

Viele hatten das Gefühl, Bayerns letztes Landesliga-Stündlein habe geschlagen. Doch auf einmal fiel der Druck, die ganze Last von den Spielern ab. Aus der Einsicht, nichts mehr verlieren zu können, weil ihre Zeit abgelaufen schien und sie dem Abstieg geweiht waren, entstand die positive Einstellung, die nun Mut für die nächsten Spiele machen darf.

Beflügelt sind aber auch die Oberschwarzacher. Noch vor fünf Jahren spielten sie in der A-Klasse. Die früheren Wiesentheider Simon Müller und Alexander Gress hatten 2011 als kongeniales Spielertrainerduo die Mannschaft übernommen. Nach drei souveränen Meisterschaften in Folge absolvierte das 2003 gegründete Bündnis aus Oberschwarzach und seinem Ortsteil Wiebelsberg nun das dritte Jahr in der Bezirksliga. Dort spielten die Oberschwarzacher zwar schon zu Beginn der 1980er und noch einmal Ende der 1990er Jahre, aber bis in die Landesliga haben sie es bisher nicht geschafft.

Der Erfolg Oberschwarzachs ist gewachsen, entstanden aus einer Gruppe Fußballer, die sich nach Jahren in der Fremde wieder an ihrem Heimatverein orientierten. Von Jahr zu Jahr passte sich diese Mannschaft an höhere, schwierigere Aufgaben an. Anders als Kitzingen nehmen die Oberschwarzacher den Schwung von dreizehn ungeschlagenen Spielen mit in die Relegation. Müller ist der erfolgreichste Torschütze der Mannschaft. Auf ihn und Partner Philipp Mend werden die Bayern besonders achten müssen, wenn ab Anstoß die Uhren auf null stehen.