Der Mann versteht was von Fußball. Als Helmut Hack ganz am Ende der Pressekonferenz beim TSV Abtswind nach einer kurzen Einschätzung des vorangegangenen 0:4 (0:2) der Abtswinder gegen den SC Eltersdorf gefragt wurde, lieferte der 69-Jährige, der 22 Jahre lang als Präsident der SpVgg Greuther Fürth vorstand, eine messerscharfe Analyse. „Reifer, souveräner und auf anderem Niveau“ habe sich Eltersdorf bewegt. Eine spielerische Lösung habe Abtswind an diesem Tag gegen den Konkurrenten nicht gefunden. Mit dem 0:2 zur Pause sei die Sache gelaufen gewesen.

Hack, ein treuer, langjähriger Geschäftsfreund von Abtswinds Manager und Macher Christoph Mix, gab vor, er habe Abtswind eigentlich als Glücksbringer dienen wollen. Für so viele Glücksbringer aber, wie an diesem Samstag nötig gewesen wären, konnte er nicht sorgen, wie er launig meinte. „Ihr seid Aufsteiger, ihr müsst lernen“, schrieb Hack dem Neuling ins Stammbuch. „In der Winterpause gilt es für euch, Energie zu schöpfen.“ Dies weiß Abtswinds Trainer Mario Schindler wohl, der auf seine neun Verletzten verwies, die ausfielen, und auf vier angeschlagene im aktuellen Kader.

Die Anerkennung des Eltersdorfer Trainers Bernd Eigner – einst Spieler des TSV Vestenbergsgreuth unter Präsident Hack – mochte er nicht teilen. Eine „hervorragende Rolle“ hatte Eigner den Abtswindern in der Hinrunde zugesprochen. „Das sehe ich nicht ganz so, wir sind einen Platz vor der Relegation. Leider haben wir die vergangenen Wochen etwas nachgelassen und einige Punkte hergegeben.“ Diesmal gegen Eltersdorf habe seine Mannschaft auf dem Platz zu wenig miteinander kommuniziert, beklagte Schindler. Ein Problem schon unter seinem Trainervorgänger Petr Skarabela („Bei uns geht es zu wie auf dem Friedhof“).

Die Gäste hatten forsch begonnen und Abtswind vom Anpfiff weg früh unter Druck gesetzt. Nach Sekunden schlug Sebastian Schäferlein den Ball wie eine Kerze in den Strafraum, der böige Wind drückte die Kugel – zum Glück für den TSV – auf die Querlatte. Wenig später schaltete der Gast nach einem Einwurf blitzschnell. Ein Steilpass auf die rechte Seite zu Manuel Stark, der querlegte, und Calvin Sengül schob aus wenigen Metern zum 0:1 ein (11.).

Die Abtswinder wirkten in der Folge etwas unsortiert, taten sich schwer im Spiel nach vorne, in der Defensive missfiel ihnen das frühe Stören des Gegners sichtlich. Doch auch Eltersdorf offenbarte Lücken, wenn es bei den Gastgebern mal flink nach vorne ging. Zunächst scheiterte der in die Gasse geschickte Nicolas Wirsching am aufmerksamen Gästetorwart Akbakla (25.). Und kurz darauf blieb Akbakla mit guter Reaktion Sieger gegen Pascal Jeni (27.). Dann traf Jeni den schön durchgespielten Ball frei vor dem Kasten nicht, der dann beim im Abseits stehenden Christopher Lehmann ankam (42.). Das bestrafte der Gegner, der nach einem langen Ball die Abtswinder Abwehr schnell aushebelte. Tobias Herzner legte in den Lauf Manuel Starks, der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 2:0 abschloss.

Wenige Minuten nach dem Wechsel beseitigte Eltersdorf alle Zweifel, dass es da noch eine Wende im Spiel geben könne. Wieder hatte Abtswind den Ball nicht aus der Gefahrenzone gebracht. Nach einem Einwurf ging es schnell, Flanke, Ball abgelegt und hinein damit ins Tor, Tobias Herzner erzielte das 3:0 (48.). Gleich darauf verhinderte TSV-Torwart Felix Wilms beim satten Schuss Bastian Herzners den nächsten Einschlag (53.), der indes zehn Minuten später kam. Energisch setzte da Tobias Herzner einem Diagonalball aus der eigenen Hälfte nach, die Abtswinder Innenverteidiger Adrian Graf und Sven Gibfried verloren das Duell, und schon hieß es 0:4 (64.).

Danach passierte nicht mehr viel, Eltersdorf kontrollierte das Spiel, bei Abtswind blieb Cristian Fischer mit der besten Chance bei einem Heber an Akbakla hängen (79.). Im Hinspiel hatte Abtswind noch ein 0:0 erreicht. Zum Jahresabschluss reist der TSV am Samstag zum Spitzenteam nach Gebenbach in die Oberpfalz, wo schwer etwas zu holen sein dürfte. Danach wird man sehen, ob der Aufsteiger in der Abstiegszone der Bayernliga überwintert.

Die Statistik des Spiels

TSV Abtswind – SC Eltersdorf 0:4 (0:2)

Abtswind: Wilms – Herrmann (59. Endres), Graf, Gibfried, Ruft – Wirsching, Dußler – Lehmann (64. Fischer), Hillenbrand, Hilgert – Hummel (24. Jeni).

Eltersdorf: Akbakla – Kind, Woleman, Fuchs – Dotterweich, Stark, Göbhardt (66. Said), Schäferlein, Tobias Herzner, Sengül (66. Janz) – Bastian Herzner (70. Köhler).

Schiedsrichter: Höpfler (Karlshild).

Zuschauer: 180.

Gelbe Karten: Graf, Hillenbrand.

Tore: 0:1 Calvin Sengül (11.), 0:2 Manuel Stark (45.+1), 0:3, 0:4 Tobias Herzner (48., 64.).