Mit einer soliden Vorstellung, aber ohne den großen Glanz bezwang der TSV Abtswind den ESV Ansbach-Eyb sicher mit 2:0 (1:0). Man könnte auch sagen, der Titelanwärter TSV Abtswind löste seine Pflichtaufgabe gegen den Neuling. Für Interimstrainer Thorsten Götzelmann war es der fünfte Sieg, der dritte davon ohne Gegentor. Die Abtswinder scheinen gerüstet für das Gipfeltreffen am Samstag, 12. Mai, beim TSV Vach, auf das viele – nicht nur in Abtswind – bereits seit Wochen hinfiebern. „Es war unser Ziel, dass wir das Spiel in Vach mit einem Drei-Punkte-Vorsprung angehen können. Die Jungs haben eine etwas defensivere Einstellung“, gab Interimstrainer Thorsten Götzelmann eine eher nüchterne Analyse zu seinem Wirken.

Auf das vielleicht als „Spiel der Spiele“ für Abtswind zu sehende Duell beim Zweiten mochte er noch nicht weiter eingehen, wie auch später auf die Fragen nach dem künftigen Trainer und den erst in der Woche zuvor verkündeten Abgängen von Torjäger Pascal Kamolz und Stürmer Daniel Endres. Gerade Kamolz, der seit fünf Jahren beim TSV ein Führungsspieler ist und für Tore sorgt, dürfte eine große und schmerzhafte Lücke hinterlassen. Das habe auf das Klima innerhalb der Mannschaft keinen Einfluss gehabt, meinte Trainer Götzelmann. „Die Spieler sind offen und ehrlich damit umgegangen. Das ist ein normaler Vorgang. Wenn du zwei Stürmer verlierst, ist das sicher nicht gut“, bestätigte der Übungsleiter.

Bei der Suche nach Nachfolgern sei man am Sondieren. Es sehe gut aus. Zum Thema neuer Trainer gab er sich schmallippig. Es stehe noch kein neuer fest, mehrere seien in Aussicht. Ob Götzelmann selbst der neue Trainer sein werde, beantwortete er kurz und klar: „Nein!“

Das Spiel gegen Aufsteiger ESV Ansbach-Eyb geriet zu einer Formsache. Zu unterschiedlich waren bereits die Voraussetzungen. Hier der Titelkandidat, der sich anschickt, nach mehreren erfolglosen Versuchen in die Bayernliga aufzusteigen. Dort der Klub aus dem Ansbacher Stadtteil, der innerhalb von nur zwei Jahren von der Kreisliga in die Landesliga durchmarschierte. Ohne große Neuzugänge. Zur Zeit aber fehlen dem ESV sieben bis acht Stammspieler wegen Verletzungen, so dass diesmal sogar der 43-jährige Trainer Jörg Müller selbst die Fußballschuhe anzog und von Beginn an auflief. Man bereite sich auf die Relegation um den Klassenerhalt vor, gab Müller zu. Allein das zähle.

Mit der Leistung seiner dezimierten Truppe in Abtswind zeigte er sich zufrieden. „Ein hoch verdienter Sieg für die Abtswinder! Für uns war das okay, bei der Personalnot. Wir wollten hinten gut stehen und vielleicht den ein oder anderen Konter setzen“, schilderte der Gästetrainer.

Mit einer Fünferkette versuchte er, hinten dicht zu machen gegen die Abtswinder, bei denen Trainer Götzelmann von Beginn an Geduld im Spiel gefordert hatte. Der TSV agierte mit ständigen Positionswechseln, Jonas Wirth kehrte auf die Sechserposition zurück. Davor verrichteten Jürgen Endres und Nicolas Wirsching ihren Dienst als Antreiber. Adrian Dußler besaß als zweite Spitze neben Kamolz viele Freiheiten.

Die erste Gelegenheit der druckvoll beginnenden Gastgeber bot sich Pascal Kamolz, der nach Michael Herrmanns Zuspiel aus der Drehung am ESV-Torwart Bernd Eberhardt scheiterte (12.). Das Führungstor gelang wenig später Mathias Brunsch, der beim Freistoß von außen als Innenverteidiger mit nach vorne aufgerückt war. Die Hereingabe von Jürgen Endres verpasste zwar Kamolz, doch Brunsch stand dahinter goldrichtig und schob zum 1:0 (21.) ein. In der Folge verhinderten die Ansbacher öfters in letzter Sekunde gefährliche Bälle. Jonas Wirth (28.), Nicolas Wirsching (32.) nach Doppelpass oder Mathias Brunsch (33.) scheiterten.

In der zweiten Halbzeit sorgte Niclas Wirsching bereits früh für das 2:0 (50.), und damit für die Entscheidung. Pascal Kamolz hatte mit viel Übersicht quer gelegt, so dass Wirsching aus dem Lauf in die lange Ecke traf. Es war das elfte Saisontor des defensiven Mittelfeldmannes, der vorne immer wieder gefährlich auftauchte. „In der Vorbereitung habe ich mal Stürmer gespielt, als kein anderer da war. Ich fühle mich aber in der Mitte, oder hinten wohler“, gab der 25jährige zu, der seit vier Jahren in Abtswind spielt.

Nach dem 2:0 besaß Abtswind weitere Möglichkeiten. „Da müssen wir das eine oder andere Tor zusätzlich machen“, monierte TSV-Trainer Götzelmann hinterher. Er meinte Chancen von Pascal Kamolz, Daniel Endres oder Adrian Dußler, die verpufften. Der Gast blieb vorne zu bieder, um Abtswind zu erschrecken. Nun steht mit Vach eine andere Nummer an. „Das sind die Spiele, auf die man sich als Fußballer freut. Warum sollten wir dort verlieren, wenn wir unsere Leistung bringen“, blickte Nicolas Wirsching zuversichtlich voraus.

Die Statistik des Spiels

Fußball, Landesliga Nordwest: TSV Abtswind – ESV Ansbach-Eyb 2:0 (1:0)

Abtswind: Schneider – Graf, Gibfried, Brunsch – Herrmann (25. Hummel), Lukas Wirth (70. Daniel Endres), Jonas Wirth, Wirsching (70. Mrugalla), Jürgen Endres – Dußler, Kamolz.

Ansbach-Eyb: Eberhardt – Zippold (79. Zelch), Meier, Kreißelmeier, Preis, Kabell (82. Ruttmann) – Müller (65. Burkhardt), Kapp, Folz, Ortner, – Scherb.

Schiedsrichter: Schiller (Rödental).

Zuschauer: 180.

Tore: 1:0 Mathias Brunsch (21.), 2:0 Nicolas Wirsching (50.).