Zerknirscht hat der Abtswinder Tross am Sonntag die Heimreise angetreten. Während sich das 0:0 für Aufsteiger SV Euerbach/Kützberg wie ein Sieg darstellte, mussten sich die Gäste wie Verlierer vorkommen. Zuvor war es ihnen in neunzig Minuten nicht gelungen, den defensiv massiv stehenden Gegner einmal zu überlisten.

Keine Tore offenbarte die Statistik, und auch bei genauerem Hinsehen entwickelte sich das erwartete, von Abtswind befürchtete Spiel. Euerbach zog sich bei gegnerischen Vorstößen mit zehn Mann hinter den Ball zurück und machte dadurch die Räume derart eng, dass die ansonsten offensiv flinken wie fleißigen Gäste nicht durchkamen. „Abtswind war uns in einigen Dingen überlegen, aber nicht beim Toreschießen“, sagte Euerbachs Trainer Oliver Kröner und zeigte zugleich auf, woran es im Abtswinder Spiel haperte. Das sah auch Petr Škarabela so: „Unsere Leistung war in Ordnung, aber wir gingen mit unseren Chancen zu leichtfertig um“, so Abtswinds Trainer. Kröner hatte sich gegen Abtswinds Anrennen für das angekündigte Abwehrbollwerk entschieden. So agierte der Außenseiter mit mehreren Mann in und an der Abwehrkette, während sich Thomas Heinisch als alleiniger Stürmer verdingte. Von einer Offensive war bei Euerbach kaum etwas zu sehen, Abtswind drängte und drückte auf eine Führung.

Vier bis fünf gute Chancen zählte Abtswinds Pressesprecher Michael Kämmerer im gesamten Spielverlauf, „von denen wir mindestens eine nutzen müssen“. Aber Euerbachs Betonabwehr hielt den Mauerspechten bis zuletzt stand und geriet nur bei einer ersten schnellen Aktion ins Wanken. Aber Pascal Kamolz scheiterte beim Abschluss am früheren Mitspieler Irnes Husic im gegnerischen Tor. Nach einer halben Stunde setzte Abtswind erneut den Meißel an – doch waren diesmal die Hammerschläge von Pascal Kamolz und Philipp Hummel nicht energisch genug, um der Euerbacher Schalung einen Riss zuzufügen. „Wir müssen befürchten, dass uns ein solches Vorgehen noch mehrmals begegnen wird“, gab Kämmerer zu bedenken.

Auch nach dem Wechsel blieben die Abtswinder vor Gegners Tor ohne Sprengkraft. Als Murphy auf Kamolz querlegte, hatte wiederum Husic seine Hände im Spiel. Auch Nicolas Wirsching scheiterte mit einer doppelten Chance an Euerbachs Torhüter. „Sie zogen sich an jeder gut verteidigten Aktion hoch und lauerten vorne auf unseren Fehler im Spielaufbau“, berichtete Kämmerer. Wie in der Szene, als Adrian Graf einen Rückpass mit zu viel Wucht zurück auf Torhüter Julian Schneider spielte, der sich strecken musste, um den Ball vor der Linie zu erwischen.

Ein Schuss Heinischs aus zwanzig Metern war Euerbachs „größte Chance“, wie Abtswinds Informant sagte. Ebenso gelang es weder Hartlehnert noch Kamolz, den Ball ins Tor Euerbachs zu drücken. Kurz vor Schluss besaß Abtswinds Stoßstürmer noch eine der besten Gelegenheiten, doch wählte er Präzision anstatt Power im Abschluss, so dass auch er Euerbachs Mauer mit dem letzten Vorstoß nicht zum Einsturz brachte. „Ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen“, sagte Škarabela nach dem Spiel. „Wir waren hier nicht in der Lage, ein Tor zu schießen.“

Die Statistik des Spiels

Fußball: Landesliga Nordwest SV Euerbach/Kützberg – TSV Abtswind 0:0

Euerbach/Kützberg: Husic – Schmitt, Popa (25. Raphael Rogers), Papatzimos, Zirkel, Mekic, Mur- goci, Kraus, Thomas, Hoherz (90. Ghanem), Hei-nisch.

Abtswind: Schneider – Graf, Gibfried, Wirsching (79. Jürgen Endres), Kamolz, Barthel (58. Daniel Endres), Murphy, Hartlehnert (72. Riedel), Dußler, Herrmann, Hummel.

Schiedsrichter: Arnold (Waldberg). Zuschauer: 280.

Gelbe Karten: Murgoci, Papatzimos, Heinisch, Schmitt, Kraus; Hummel.