Es funktioniert beim TSV Abtswind in diesen Tagen noch nicht alles so, wie man es gerne hätte. In der Winterpause hat der Klub eine digitale Anzeigetafel auf seinem Sportgelände errichtet, das wegen des Hauptsponsors inzwischen auch grundstücksrechtlich den Namen Kräuter-Mix-Arena trägt. Zur Inbetriebnahme sprachen der Vorsitzende und der Bürgermeister am Samstag Begrüßungsworte. Doch als es darum ging, den Spielstand zu verkünden, blieb die Tafel dunkel. Technische Schwierigkeiten verhinderten die Anzeige der Zahlen.

Die Panne schien ein schlechter Vorbote zu sein. Wie sich eindreiviertel Stunden später herausstellte, wurde die Anzeigetafel an diesem Tag ohnehin nicht benötigt. Die Landesliga-Partie gegen den TuS Frammersbach endete 0:0, ein Spiel der schlechtesten Sorte und noch dazu zu wenig für die Ansprüche der Abtswinder als Tabellenführer.

Mancher mochte sich nach dem trägen Gekicke an die Situation vor einem Jahr erinnert haben, als der TSV zu Beginn des zweiten Saisonabschnitts einen Leistungseinbruch sondergleichen erlebte und nach einem Zähler aus fünf Partien den Aufstieg abhaken musste. „Ich denke nicht zurück“, sagte Abtswinds Trainer Jochen Seuling nahezu tiefenentspannt. Für den 50-Jährigen zählte am Samstag nur das Hier und Jetzt, und dort fand die unangenehme Vergangenheit keinen Platz.

Eine Erklärung für die „unzureichende Leistung“ mochte ihm nach der intensiven und zufriedenstellenden Vorbereitung in den zurückliegenden Wochen nicht einfallen. Womöglich hatten sich einige seiner Akteure zu sehr blenden lassen von den beeindruckenden Testspielen, in denen der Ball so flüssig lief, dass nun im Ernstfall die Einstellung fehlte, um das Leder auf einfachstem Weg zum Mitspieler zu befördern. „Vielleicht war es ein Schuss vor den Bug“, meinte Seuling.

Ein Sinnbild der Dominanz und Stärke sollte auf Seiten der Abtswinder eigentlich Shkelqim Kruezi verkörpern. Der offensive Mittelfeldspieler hatte die komplette Vorbereitung absolviert, nachdem er in der Hinrunde aus verschiedenen Anlässen kaum trainiert und gespielt hatte. Am Samstag hinkte Kruezi nach 55 Minuten vom Rasen. Er war umgeknickt, hatte sich den Oberschenkel und die Bänder lädiert. Mit seiner Athletik, seinem Spielverständnis und seiner Technik ist der 28 Jahre alte Kosovo-Albaner ein wichtiger Mosaikstein für das Erreichen der Abtswinder Ziele. „Ich will noch mal richtig angreifen“, sagte Kruezi: „Entweder wir steigen auf, oder ich höre auf.“

Richtig ernstgenommen hatte er den Fußball zuvor noch nie, wie er gesteht. Kruezi lebte von seinem Talent und ließ das Training schleifen, selbst als er einst mit dem FC 05 Schweinfurt in der Bayernliga spielte. Zu mehr reichte es trotz aller Anlagen nicht. Sein früherer Mitspieler Stephan Schröck wurde hingegen Profi und steht heute bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag.

„Ich hatte vor dem Spiel das Gefühl, wir nehmen den Gegner auseinander“, stellte Kruezi fest. Seinen Eindruck musste er spätestens zur Pause korrigieren. Viel zu selten stießen die Abtswinder vor das Tor der Gäste, die sich auf eine massive Defensive verständigt hatten. „Der Matchplan ist vollends aufgegangen“, erkannte Frammersbachs Trainer André Mehrlich. „Wie haben gekämpft ohne Ende.“ Und das passierte auch noch mit beeindruckender Fairness.

Nach zwanzig Minuten stoppte Verteidiger Patrick Geiger den Premiumstürmer Pascal Kamolz mit einer Präzision, dass der Abtswinder von der Wucht seines Antritts im Strafraum gefällt wurde. Geiger hatte lediglich den Ball abgegrätscht – was auch der Schiedsrichter erkannte. Sonst beschränkte sich das Abtswinder Offensivspiel in der ersten Hälfte auf wenige Aktionen, etwa von Constantin Paunescu oder Pascal Kamolz.

Das Niveau der Hausherren ließ sich aber noch senken. Im zweiten Abschnitt trauten sich sogar die Frammersbacher vor das gegnerische Tor. Abtswinds Jörg Otto verlangte mit seinem Weitschuss Torhüter Markus Fischer alles ab. Es war ein seltener Lichtblick des Mittelfeldspielers, der wenig später einen Freistoß meterweit danebenschoss und sich eine Reihe eklatanter Fehlpässe leistete.

Die Statistik zum Spiel

TSV Abtswind – TuS Frammersbach 0:0

Abtswind: Irnes Husic; Michael Herrmann, Sven Gibfried, Matthias Brunsch, Przemyslaw Szuszkiewicz, Jonas Wirth, Jörg Otto, Constantin Paunescu (79. Albert Fischer), Shkelqim Kruezi (55. Jürgen Endres), Peter Mrugalla, Pascal Kamolz (73. Michael Seuling).

Frammersbach: Markus Fischer; Lukas Fröhlich, Patrick Geiger, Marco Schiebel, Christian Schmitt, Manuel Bischoff, Marius Müller, Christian Huth, Timo Rützel (46. Christian Müller), Dominik Bathon (89. Michael Weigand), Sebastian Kessler (90.+2 Benedikt Strohmenger).

Schiedsrichter: Andreas Voll (Ebensfeld).

Zuschauer: 120.

Gelbe Karten: Kamolz; Fröhlich, Schmitt.

Gelb-Rote Karte: Sven Gibfried (Abtswind, 88., Reklamieren).