Mit diesem Anfang können die Tischtennisspieler des TV Etwashausen leben: Ein 6:6 im ersten Spiel der Regionalliga beim FC Bayern München II, das war auch aus Sicht von Kapitän Christoph Sasse ein "solider Start". Natürlich bietet so ein Unentschieden immer Stoff für Spekulationen: Was wäre gewesen, wenn . . .? Und so geriet auch Sasse später ins Spekulieren. "Wenn wir ein paar Zuschauer hätten mitbringen dürfen, hätten wir das Ding gewonnen." Da München aber bis vor Kurzem als Corona-Hotspot des Landes galt, waren Besucher in der Halle nicht zugelassen. "Das war schon frustrierend", sagte Sasse, "es fühlte sich an, als ginge es um nichts."  

Für den TVE ging es nicht nur um Punkte, sondern auch um eine Art Selbstvergewisserung: dass die Mannschaft nämlich mit ihrer "grundsoliden Vorbereitung" auf dem richtigen Weg sein würde und schon zu dieser frühen Phase der Saison voll im Saft steht. Im Gegensatz zum FC Bayern, der seit Mitte September bereits zwei Partien erfolgreich absolviert hatte, war es für die Etwashäuser der erste Auftritt in dieser vierten Liga. Und alle aus dem Team erwiesen sich in guter Form.

Wegen der Corona-Abstands- und Hygieneregeln galt es eine ganze Reihe von Auflagen zu beherzigen. Das ging so weit, dass das Spielsystem dem Krisenmodus angepasst und auf die Austragung der Doppel verzichtet wurde. Stattdessen standen zwölf Einzel auf dem Programm, in denen es munter hin- und herging. Christoph Sasse und Bastian Herbert gewannen jeweils ihre beiden Partien, Herbert gänzlich ohne Satzverlust. Auf den vorderen Positionen lief es nicht ganz so optimal. Felix Günzel ging leer aus, wobei er vor allem seine zweite Partie unglücklich mit 9:11 im fünften Satz abgab. Kamil Michalik tat sich schwer gegen Münchens Spitzenspieler Nico Longhino, dem er in vier Durchgängen unterlag.

Nachdem die Bayern gemeinsam mit den Etwashäusern aufgestiegen waren, hatten sie sich für die neue Saison deutlich stärker aufgestellt. Die Mannschaft hatte quasi keinen Schwachpunkt, sondern war homogen stark besetzt. Der TVE, der sich bewusst gegen Neuverpflichtungen ausgesprochen hatte, fand dennoch immer wieder Angriffspunkte und hielt sich bis zum Schluss die Option auf einen Sieg offen. "Ein 6:6 zum Saisoneinstand nach so langer Pause ist natürlich eine gute Sache. Auf der anderen Seite hatten wir extrem gute Chancen, hier zu gewinnen", erklärte Sasse. Manchmal ist es eben doch nicht so einfach, den Ertrag von dreieinhalb Stunden angemessen zu bewerten.  

Die Statistik des Spiels

Longhino – Günzel 3:1 (11:8; 11:4; 18:20; 11:9)
Sampakidis – Michalik 1:3 (9:11; 8:11; 11:6; 7:11)
Salzburger – Jäger 3:0 (11:4; 11:9; 12:10)
Deng – Herbert 0:3 (9:11; 5:11; 5:11)
Deutsch – Jung 3:2 (6:11; 11:7; 5:11; 11:2; 11:8)
Meister – Sasse 1:3 (8:11; 11:6; 11:13; 9:11)
Longhino – Michalik 3:1 (11:9; 11:6; 3:11; 11:3)
Sampakidis – Günzel 3:2 (11:8; 11:13; 11:8; 4:11; 11:9)
Salzburger – Herbert 0:3 (6:11; 6:11; 8:11)
Deng – Jäger 0:3 (12:14; 9:11; 3:11)
Deutsch – Sasse 1:3 (4:11; 11:1; 9:11; 9:11)
Meister – Jung 3:0 (11:6; 11:9; 11:4)
Quelle: DTTB