Spielotheken gehen weg von der Stadt – auf's Land. Ein Trend, den der Bayerische Gemeindetag festgestellt hat und mit dem sich der Gemeinderat Obernbreit nun auseinanderzusetzen hat. In der Sitzung am Mittwochabend lag den Räten eine entsprechende Bauvoranfrage vor – eine Entscheidung gab es noch nicht.

Das Anwesen Marktbreiter Straße 41, einst eine Schlosserei, hatte schon in der Vergangenheit für Unruhe bei den Anliegern gesorgt. Ein Paketzustelldienst war hier einige Zeit angesiedelt, Nachbarn beschwerten sich wegen nächtlicher Ruhestörung. Nun ist es die Bauvoranfrage für eine Spielothek, die für Diskussion im Rat sorgte. Denn in der Nähe der Marktbreiter Straße 41 gibt es nicht nur Wohnbebauung, hier liegt auch das Marktbreiter Gymnasium – und das könnte sich, so die Meinung der Verwaltung, negativ auf die Schüler auswirken.

Familienunternehmen

Zur besseren Entscheidungsfindung lag den Räten die Korrespondenz zwischen Antragsteller Manfred Hofmann und dem Landratsamt als Genehmigungsbehörde vor. Demnach wird beabsichtigt, in dem Gebäude des ehemaligen Hermes-Versands eine Spielothek zu eröffnen. Der Antragsteller weist darauf hin, dass es sich um ein Familienunternehmen handelt, das etliche Filialen mit regelmäßig geschulten Mitarbeitern betreibt.

Die beigelegte Hausordnung sagt aus, dass Jugendliche unter 21 Jahren keinen Zutritt zu den Räumen haben, dazu auch Ausweiskontrollen durchgeführt werden. Um Nachbarn vor Lärm zu schützen, so der Antragsteller gegenüber dem Landratsamt, könnte der Raucherbereich mit einem geschlossenen Zaun gegenüber der Nachbarschaft abgeriegelt werden.

Insgesamt sieht das Landratsamt nur wenig Möglichkeiten, das Vorhaben planungsrechtlich zu verhindern, da es sich wohl um ein Mischgebiet handelt: „Zulässig sind Vergnügungsstätten in den Teilen des Gebiets, die überwiegend gewerblich geprägt sind“, was für das Grundstück zutreffen könnte. Ein reglementierender Bebauungsplan könnte allerdings Spielstätten ausschließen. Ein Vorschlag, der Bürgermeister Bernhard Brückner gar nicht gefiel.

Eher Wohn- als Mischgebiet

Zudem geht der Bürgermeister hier eher von einem Wohn- als von einem Mischgebiet aus. Für Susanne Knof ist die Nähe des Gymnasiums bedenklich. In anderen Bundesländern gebe es eine Abstandsregelung für solche Einrichtungen etwa zu Schulen – was deutlich mache, dass hier doch ein Problem vorliege. „Wenn man den Jugendschutz ernst nimmt, ist der Standort wichtig, das Gymnasium liegt nur rund 120 Meter entfernt.“ Das könne Begehrlichkeiten wecken, so Knof. Um sich ein Bild machen zu können, sollten Stellungnahmen von Schule, Stadt Marktbreit, Kreisjugendring, der Suchtberatung und ähnlichen Stellen eingeholt werden.

Eine Einschätzung, der sich der Obernbreiter Gemeinderat einstimmig anschloss und den Antrag zurückstellte. Das Landratsamt soll nochmals eine Einstufung des Gebiets vornehmen, da sich in der Umgebung kein weiteres Gewerbe befindet.