Noch keine vier Wochen ist Klaus Richter als stellvertretender Bürgermeister in Albertshofen im Amt, schon galt es am Dienstagabend Verantwortung zu übernehmen. Denn Bürgermeister Horst Reuther war kurzfristig erkrankt, so dass die Sitzungsleitung von Richter nahezu ohne Vorbereitung übernommen werden musste. Für eine Sitzung mit allerdings sehr übersichtlicher Tagesordnung im öffentlichen Teil.

"Zerlegt mich nicht", war dann auch die Bitte des Sitzungsleiters an die Ratskollegen, was aus dem Gremium mit: "Du hast Welpenschutz" gekontert wurde. Den genoss Richter denn auch - allerdings nicht Bürgermeister Reuther. Denn am Tagesordnungspunkt Errichtung einer Garage und Carport im Eichenweg wurde nicht nur vom Bauwerber selber, auch aus der Ratsmitte Kritik am Bürgermeister laut.

Das Problem: Das Baugrundstück ist eigentlich schon durch das Haupthaus überbaut. Garage und Carport brauchen Befreiungen vom Bebauungsplan wegen Abständen und Dachneigungen, zudem könnten die Sichtverhältnisse im Kreuzungsbereich der anliegenden Straßen eingeschränkt werden. Reuther war wohl vom Ratsgremium beauftragt, mit dem Bauwerber über einen Flächenverkauf zu verhandeln, um eben diese Sichtverhältnisse zu gewähren. Ein Kontakt zum Bauwerber war aber nach Aussagen des Bauwerbers erst am Sitzungsnachmittag und auch nur telefonisch entstanden. Reuther  konnte zu den Vorwürfen wegen seiner Erkrankung keine Stellungnahme nehmen.

Der Bauantrag wurde dann mit 7:6 Stimmen abgelehnt. Bürgermeister Klaus Richter bot dem Bauwerber aber weitere Gespräche an.

Als ein wenig ungünstig vor allem für Pendler bezeichnete Ratsmitglied Alfred Sattes die derzeitigen Fährzeiten. Die Frage, wann es wieder normale Fährzeiten geben werde, konnte Richter zwar nicht beantworten, sagte aber Gespräche mit Mainstockheims Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs darüber zu.

Nur noch als SB-Filiale betreibt die Sparkasse Mainfranken die Filiale Albertshofen, so gab Richter bekannt. Eventuell sollen Räume für die Bankautomaten künftig zusammen mit der VR-Bank genutzt werden. Richter forderte die Räte auf, zu überlegen, wie das Haus in der Spinnenbergstraße künftig genutzt werden kann.