Der Sankt-Urban-Weg in Sommerach bekommt ein neues Gesicht. Vor allem der Bereich am Friedhof wird nach der Sanierung nicht mehr wieder zu erkennen sein. Im Zuge der Baumaßnahme werden die Abwasserkanäle, die Wasserleitungen und die Hausanschlüsse erneuert. Wie Bürgermeisterin Elisabeth Drescher in der Sitzung des Gemeinderats am Montag im Rathaus bekannt gab, beginnen die Tiefbauarbeiten im Oktober. Zwei Jahre wird der Sankt-Urban-Weg dann zur Großbaustelle.

Zunächst musste das Gremium einen Beschluss in eigener Sache fassen. Weil die örtliche Gestaltungssatzung die geplante Stampfbetonmauer im Eingangsbereich des Friedhofs nicht zulässt, musste eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden, der alle Ratsmitglieder zustimmten. Die Begründung: Aus gestalterischer Sicht spricht nichts gegen die Ausführung der Stampfbetonmauer und sie ist nicht störend für das Ortsbild. Keine Einwendungen hatte das Gremium auch gegen die vorliegende Entwurfsplanung der Büros Arc.Grün (Straßen- und Landschaftsbau) und TIG Ingenieure (Tiefbau).

Bäume sollen möglichst erhalten bleiben

Der Kanal kann im Bereich des Friedhofs grabenlos innenliegend saniert werden. Beim Fernwasser wird ein Ringschluss zum Engelsberg geschaffen, die Aussegnungshalle wird mit an das Netz angebunden. Die Geh- und Verkehrsflächen erhalten unterschiedliche Beläge und werden so neu strukturiert. Durch das Zurückversetzen der Friedhofsmauer wird Platz für zehn Kfz-Stellplätze, einen Behindertenstellplatz und acht Fahrradstellplätze frei.

Der Plan von Arc.Grün sieht vor, dass die bestehenden Bäume möglichst erhalten bleiben und durch neue Grünflächen ergänzt werden. Durch Entsiegelung der Flächen soll die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Hinter der Friedhofsmauer entstehen in Rebstöcken eingebettete Urnengräber. Billig wird das gesamte Projekt nicht. Allein für die Tiefbaumaßnahmen hat TIG 360.000 Euro veranschlagt.

Mehrgenerationenprojekt gedeiht

Die Planungen für das Mehrgenerationenprojekt "Kleine Fuggerei" in der Sommeracher Winzerstraße laufen auf Hochtouren. Im Mai 2023 werden die Bauarbeiten auf den Grundstücken unweit der Dorfkirche beginnen. Ende 2024 will man fertig sein. Details des Planungsentwurfs stellten Steffen Rothenhöfer und Margita Wagner vom Architekturbüro Grellmann, Kriebel, Teichmann & Partner in der Sitzung vor.

Bei den Planungen müssen Auflagen des Landratsamts Kitzingen berücksichtigt werden, die das Vorhandensein von Fledermäusen betreffen. In etwa 14 Tagen sollen die Kosten für die Neubauten fertig sein. Später werden die Kosten für die beiden denkmalgeschützten Gebäude in der Winzerstraße 10 und 12 erstellt, so Rothenhöfer. Der Planer wies auf aktuell erhebliche Kostensteigerungen hin. Im Durchschnitt müsse die Gemeinde mit 20 bis 30 Prozent höheren Kosten gegenüber dem Vorjahr rechnen. Weiteres Problem: "Man findet momentan kaum Firmen."

Gemeindebibliothek und Seniorentreff geplant

In dem Mehrgenerationenprojekt entstehen acht Wohnungen in einem Langhaus und in einem weiteren Wohngebäude. Ziel sei es, so Wagner, den Altort zu stärken und weniger Flächen auf der grünen Wiese zu überplanen. Im denkmalgeschützten Bereich des Grundstücks sollen eine Gemeindebibliothek, ein Seniorentreff mit kleiner Küche und Besprechungsräume entstehen. Ratsmitglied Stephan Strobel regte an, zusätzliche Parkplätze zu planen, da diese dringend benötigt werden.

Pelletsheizung, Photovoltaikanlage und Zisterne sind die Eckpunkte in der technischen Planung von Steffen Hoh vom gleichnamigen Ingenieurbüro für Gebäudetechnik. Zur wegen der geringen Dachfläche relativ kleinen PV-Anlage (4,5 kWp) meinte der Planer: "Auch Kleinvieh macht Mist."

Bürgermeisterin Drescher wies auf den geplanten Spatenstich am 1. Mai hin. Den beauftragten Planern und den Mitgliedern des Arbeitskreises erteilte sie ein dickes Lob für den Fortschritt. Mit der Beachtung der Nachhaltigkeit sei man auf dem richtigen Weg, betonte die Gemeindechefin sichtlich zufrieden.