Zeit ist nicht gleich Zeit. Wer eingezwängt im Flieger sitzt, dem kommen viereinhalb Stunden mitunter wie 16 Stunden vor – und am Ende glaubt man gar, dass die Uhr stehen geblieben ist.

Dass Menschen gleichzeitig davon sprechen, dass Zeit wie im Flug vergeht, zeigt das ganze Dilemma.

Dagegen sind die schönen Dinge, egal wie lange sie dauern, immer viel zu schnell vorbei.

Dass die Zeit ein Phänomen ist, zeigen auch die verschiedenen Lehrmeinungen. Die einen sagen zum Beispiel: Wir haben nicht zu wenig Zeit, vielmehr gibt es zu viel Zeit, die ungenutzt bleibt.

Die Zeit an der Uhr

Albert Einstein wiederum sah die Dinge pragmatischer und hatte so seine eigene Vorstellung: „Zeit“, sagte er, „ist das, was man an der Uhr abliest.“

Unser Zeitgefühl ist subjektiv und verzerrt die Wahrnehmung gerne – besonders im Urlaub. Fest steht: Wer nichts tut und sich langweilt, hat gefühlt länger Urlaub.

Gleichzeitig gilt aber auch: Die zweite Hälfte des Urlaubs vergeht viel schneller, sie zerrinnt geradezu zwischen den Fingern. Am zweiten Tag denkt man noch: Boah, ich habe acht lange Tage vor mir. Um dann am nächsten Tag aufzuwachen und festzustellen: Abreisetag. Wobei völlig unklar ist, wer die vergangenen acht Tage geklaut hat. Jeder Urlaub besteht also aus zwei Zeitzonen – und zehn Tage sind eben nicht zehn Tage.

Verspielt und eingefroren

Dass Zeit so unterschiedlich ist, liegt vielleicht auch daran, dass jeder anders damit umgeht: Manche frieren sie ein. Andere verspielen sie. Oder drehen sie zurück.

Am besten lässt sich das Phänomen vielleicht so zusammenfassen: Alle haben keine Zeit. Trotzdem ist immer genug Zeit da, um zu erzählen, dass man keine Zeit hat.

„Urlaubsreif“ erscheint in den Sommerferien in loser Folge.