Die Kirchweih in Hohenfeld wird maßgeblich durch die Schützengilde geprägt und gemäß langer Tradition proklamierten die Schützen ihren neuen König am Kirchweihmontag. Heuer fand die Proklamation und Preisverleihung des Königs- und Bürgerschießens erstmals in der TSV-Turnhalle statt.

Dort rief Schützenmeister Michael Gräßer Norbert Degan als neuen Schützenkönig aus. Degan landete nicht nur den besten Tiefschuss, sondern zielte auch am besten beim Friedrich-Seynstahl-Pokal und dem Alfred-Beigel-Pokal. 

Ihm stehen als Ritter Clemens Schneider und Stadtrat Uwe Pfeiffle zur Seite. Daneben schaffte noch der Schützenmeister selbst den Erfolg auf der Karl-Nitsche-Scheibe. Die Würde des Jugendkönigs verdiente sich Leon Schmidt. Beim Bürgerschießen lag Stefan Knauer bei den Männern ganz vorne und seine Ritter wurden Timo Schmidt und Rainer Knauf.

Bei den Frauen war Nadja Wahner nicht zu schlagen, gefolgt von Sabine Spenrath und Carolin Schmidt-Linke. In der Mannschaftswertung platzierte sich Carolin`s Gefolge mit 237 Ringen auf dem Platz an der Sonne. Zweiter Schützenmeister Jürgen Dorsch bedauerte, dass von den über 120 weiblichen und männlichen Vereinsmitgliedern nur 27 ihrer Ehrenpflicht zu Teilnahme am Königsschießen nachgekommen waren.

Kirchweih immer schwieriger zu finanzieren

Jürgen Dorsch gab zu bedenken, dass die Kirchweih für die Schützengilde immer schwieriger zu finanzieren sei, denn sie könne die Ausgaben kaum noch stemmen und die Einnahmen seien in Corona-Zeiten eingebrochen. Der TSV-Vorsitzende Rainer Knauf appellierte an alle Vereine zusammenzuhalten und kündigte deshalb an, heuer den Zuschuss zur Gage der Großlangheimer Musikanten zu verdoppeln. Ihm folgte auch der Vorsitzende des Ortsverschönerungsvereins, Rudolf Sattes, dessen Verein spontan 250 Euro für die Kirchweih zuschoss.

In Hohenfeld besteht die Kirchweih heute aus mehreren Komponenten neben der Schützenproklamation. So veranstaltet der Turn- und Sportverein (TSV) seit gut zwei Jahrzehnten ein Pfefferessen am Freitag und am Sonntagnachmittag ist Spaß und Unterhaltung unter der Beteiligung mehrerer Vereine auf der Kirchweihweise angesagt. An diesen Sonntag tragen die Fußballer dazu ein Heimspiel aus. Am Montagmorgen wird der ökumenische Kirchweihgottesdienst gefeiert und nachmittags ziehen die Schützinnen und Schützen durch den Ort.

Einst waren die Schützen im Jahr 1957 als TSV-Abteilung auf Initiative von Karl Nitsche gegründet worden und 1970 machten sie sich als Schützengilde mit einem eigenen Verein selbstständig. "Gegen Ende der Amtszeit des damaligen Oberbürgermeisters Rudolf Schardt", wie sich der ehemalige Schützenmeister Alexander Schwing erinnert, ging ein langer Abschnitt zu Ende, in dem die Schützen ihren König im Juli suchten und feierten. "Damit die Kirchweih wieder aufblühen sollte, haben wir die Feierlichkeiten auf den Kirchweihmontag verschoben", schildert der heute 92-Jährige die damalige Situation. "Diese Entscheidung war richtig und gut, so ist jetzt die Kerm wunderbar geworden", findet Alexander Schwing.