Nach dem Ende der Wehrpflicht, und auch, weil Deutschland seit über 70 Jahren in Frieden lebt, haben Soldatenkameradschaften ein Nachwuchsproblem. So geht es auch der Kameradschaft aus Nenzenheim. Doch wie bei der Hauptversammlung am Samstag im Gemeindehaus deutlich wurde, wollen die verbliebenen 34 Mitglieder das Vereinsleben zumindest mit der Teilnahme an Veranstaltungen oder dem Besuch von Museen etwas auffrischen.

Denn im Dorf selbst liegt das Hauptaugenmerk auf dem Volkstrauertag. Die Kameraden besuchen Gottesdienst und Andacht und legen am Kriegerdenkmal auf dem Friedhof einen Kranz nieder. Dieser Termin ist für die Kameraden jedoch weitaus mehr als eine reine Pflichterfüllung. Schließlich ist der Verein 2016 bereits 142 Jahre alt und hat eine lange Tradition hinter sich.

Struktur bleibt

Der Vorsitzende Hans Wolf schlug der Versammlung vor, die Soldatenkameradschaft analog der Mönchsondheimer Soldaten- und Reservistenkameradschaft umzustrukturieren. Dort sind auch die Feuerwehrkameraden mit im Verein. Die Runde einigte sich jedoch darauf, es in der gewohnten Struktur lassen. Der Gedanke, neue Kameraden zu gewinnen, kam zwar sehr gut an, sei aber in der modernen Gesellschaft kaum möglich.

Dennoch soll sich das Vereinsleben nicht auf den Gedenktag und die Hauptversammlung konzentrieren. So ist der Besuch des Militärmuseums in Stammheim mit dem Männergesangverein geplant. Dann soll auch der Museumsbesitzer die Gruppe persönlich führen. Weitere Pläne sind ein Besuch des Militärtages in Uffenheim, der immer am ersten Samstag und Sonntag in Juni stattfindet, sowie das Kleinkaliber-Schießen in Ipsheim.

Stadtteilreferent und Schriftführer Alexander Hansch berichtete der Versammlung über die Planungen zur 1275-Jahrfeier vom 6. bis 8. Mai in Iphofen, bei der auch die Nenzenheimer Vereine ihren Beitrag leisten wollen. Kassier Matthias Kahl informierte, dass man 2015 wieder einen kleinen Überschuss erwirtschaftet hatte, nachdem keine größeren Ausgaben anstanden.

Die Neuwahl des Vorstands erfolgte im Rekordtempo. Innerhalb von zwei Minuten waren sämtliche Posten einstimmig wieder gewählt. Wahlleiter Helmut Hartmann ließ im Paket und per Handzeichen abstimmen. Fahnenträger sind weiterhin Bernhard Hirsch und Willi Bayer.