Ein Grünstromkraftwerk will die Firma MHB Montage aus Merkendorf in der Gemarkung von Düllstadt errichten. Das Gelände südlich des Schwarzacher Ortsteils wird aktuell noch als Ackerland bewirtschaftet und hat eine Größe von sechs Hektar. In seiner Sitzung am Dienstag im Begegnungshaus Arche gab der Marktgemeinderat dem Vorhaben einhellig grünes Licht.

In der Nähe des Standorts befindet sich bereits eine Freiflächenphotovoltaikanlage "schlecht einsehbar und ideal", erklärte Alexander Mastnak, ein Mitarbeiter des Unternehmens in der Sitzung. Das Grünstromkraftwerk mit 380 Watt starken Modulen "in neuester Technologie" hat eine Gesamtleistung von sieben Megawatt. Die Module erzeugen Strom nicht nur durch Bestrahlung von oben, sondern auch von unten. Über 2000 Haushalte können mit der Anlage versorgt werden. Einspeisepunkt des grün erzeugten Stroms ist voraussichtlich das Umspannwerk der Firma N-Ergie Netz in Marktsteft. "Iphofen wäre einen Kilometer kürzer und eine Alternative", antwortete Mastnak auf die Frage von Thomas Grimmer.

Bürger können sich an der Anlage beteiligen

Bürger könnten sich finanziell an der Anlage beteiligen. Es warte eine Rendite von bis zu 2,5 Prozent. Auch die Gemeinde habe Vorteile von der Bürgersolaranlage, vor allem über die Gewerbesteuer. Der CO2-Fußabdruck der Gemeinde werde verringert und der Strombedarf der Bürger werde aus nachhaltiger Quelle gedeckt. Der MHB-Mitarbeiter skizzierte die ökologische Zielsetzung. Mit dem Grünstromkraftwerk werde ein Beitrag zum Erreichen der Klimaziele geleistet. Die nachhaltige Energiegewinnung in Düllstadt stehe im Einklang mit Flora und Fauna. Blüh- und Kräuterwiesen, Insektenhotels und Hummelnistkästen seien fest eingeplant. Örtliche Imker sollen in das Projekt mit einbezogen werden. Der Gemeinderat stimmte den vorliegenden Planungen zu.

Der Aufstellungsbeschluss für das Bebauungsplanverfahren und die Änderung des Flächennutzungsplanes soll in einer der nächsten Sitzungen erfolgen. Die Anfrage auf Errichtung der PV-Anlage war bereits in einer Ratssitzung im vergangenen September behandelt worden. Bereits damals hatte das Gremium seine grundsätzliche Bereitschaft für die Überplanung der Fläche erklärt, um dem Unternehmen Planungssicherheit zu gewähren.

Brücken noch standsicher

Das Sachverständigenbüro Rellig Ingenieure aus Bad Kissingen hat im Juli 2021 die Hauptprüfung der Gemeindebrücken durchgeführt und die Ergebnisse nun vorgelegt. Bemängelt wurden hauptsächlich Ausführungsart und Höhe mancher Brückengeländer, in erster Linie entlang von Radwegen und anderen öffentlichen Verkehrsflächen. Einige Brücken sind durchfeuchtet. An einer Brücke in Düllstadt Richtung Atzhausen hat das Prüferteam strukturelle Schäden festgestellt und einen Ersatzneubau vorgeschlagen. Das Vorhaben muss laut Bürgermeister Volker Schmitt allerdings warten, da wegen der anstehenden Dorferneuerung und der damit verbundenen Vollsperrung der B 22 diese auf 16 Tonnen beschränkte Brücke bis 2024 als wichtiger Zufahrtsweg zu den landwirtschaftlichen Nutzflächen benötigt wird.

Das Fazit der Rellig-Inspektion: die Standsicherheit ist aufgrund der festgestellten geringen Mängel nach wie vor gewährleistet. Laut Schmitt schließt die Beurteilung diverse Naturereignisse, wie beispielsweise ein Hochwasser, nicht mit ein. Dies sei, so der Ortschef, insbesondere bei älteren Bauwerken fachlich nicht möglich.

Löschfahrzeug für die Stützpunktwehr

Für die Feuerwehr Stadtschwarzach wird ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20) nach einstimmigem Ratsbeschluss beschafft. Es soll das in die Jahre gekommene LF 16 ersetzen. Weil die Lieferzeit laut Schmitt drei Jahre dauert, bestehe jetzt schon Handlungsbedarf. Das neue Löschfahrzeug wird etwa 400 000 Euro verschlingen. Der Freistaat Bayern wird die Anschaffung voraussichtlich mit 125 000 Euro bezuschussen.

Stadtschwarzachs Floriansjünger sind eine Stützpunktfeuerwehr mit Schwerpunkt Autobahn. 2021 leistete sie über 80 Einsätze. Die Neubeschaffung eines Mehrzweckfahrzeug, das auf der Wunschliste der Wehr steht, stellte das Gremium zurück.