An 27 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus ganz Unterfranken hat Bayerns Innen- und Kommunalstaatssekretär Gerhard Eck vor kurzem in Veitshöchheim (Lkr. Würzburg) die Medaille in Silber für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung verliehen. Wie einer Pressemitteilung des bayerischen Innenministeriums zu entnehmen ist, waren darunter auch fünf Preisträger aus dem Landkreis Kitzingen.

Der Staatssekretär stellte in seiner Rede fest, dass das Vertrauen in die Kommunalverwaltungen auf Gemeinde- und Kreisebene in den vergangenen Monaten erkennbar gestiegen sei. Auch der gesellschaftliche Zusammenhalt, heißt es in der Pressemitteilung weiter, sei in Bayern trotz aller Folgen der Corona-Pandemie ungebrochen hoch. "Alle, die ich heute auszeichne, haben über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg wesentlich zu diesem herausragenden Zusammenhalt in unserer Gesellschaft beigetragen", wird Eck zitiert.

Eck: "Besondere Verantwortung übernommen"

Er sagte, die Geehrten hätten es nicht gescheut, besondere Verantwortung zu übernehmen – ob als Landrat, als Bürgermeister oder als Mitglied in einem Kommunalparlament: "Die beachtlichen Leistungen aller derer, die heute geehrt werden, verdeutlichen, welche vielfältige und erfolgreiche Arbeit in den bayerischen Kommunen geleistet wird. Gerade in der Coronakrise haben sie dies einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt."

Besonders in Ausnahmesituationen wie der Corona-Pandemie, in denen es gelte, Vertrauen zu schaffen, komme der kommunalen Ebene eine besondere Bedeutung zu. Eine aktuelle Studie belege sogar, dass das Vertrauen in die Kommunalverwaltungen auf Gemeinde- und Kreisebene in den vergangenen Monaten erkennbar angestiegen ist, erklärte Eck der Pressemitteilung zufolge.

Eck abschließend zu den Geehrten: "Sie können auf das, was Sie geleistet haben, in jeder Hinsicht Stolz sein. Die heutige Auszeichnung ist sichtbarer Ausdruck für die Anerkennung und den Respekt, den Sie sich erworben haben."

Fünf Geehrte aus dem Landkreis Kitzingen

Die kommunale Verdienstmedaille in Silber erhielten folgende Politiker aus dem Landkreis Kitzingen:

  • Heinz Dorsch stand drei Jahrzehnte lang als Bürgermeister an der Spitze des Marktes Seinsheim. "Mit bemerkenswerter Initiative und Tatkraft hat er in seiner langjährigen Amtszeit die Entwicklung seines Heimatortes entscheidend vorangebracht und geprägt. Durch sein Verhandlungsgeschick gelang es ihm immer wieder, finanzielle Unterstützung und wichtige Fördergelder zu erhalten, sodass zahlreiche Projekte realisiert werden konnten", heißt es in der Laudatio. Erwähnt wurde die Sanierung der Kirchenburgen in Tiefenstockheim, wo ein Bürgersaal und ein Museum eingerichtet wurden, und in Iffigheim, wo ein Raum für Zusammenkünfte der Dorfgemeinschaft entstand. 1993 wurde unter Dorschs Federführung der Kindergarten saniert, umgebaut und 2014 um einen Anbau für eine Kleinkindgruppe erweitert. Ein wichtiges Anliegen sei ihm die interkommunale Zusammenarbeit gewesen. So habe er die Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Weinparadies Franken“ maßgeblich mit initiiert. Als besonderes Verdienst von Dorsch lobte der Laudator die Konsolidierung der Gemeindefinanzen. Seit 18 Jahren sei Dorsch zudem Mitglied des Kreistags.
  • Karl-Dieter Fuchs wurde vor 42 Jahren erstmals in den Gemeinderat Mainstockheim gewählt. Seit 30 Jahren ist er Bürgermeisters. Ein Herzensanliegen sei ihm die Sicherung der Trinkwasserversorgung und der zeitgemäße Ausbau der damit verbundenen technischen und baulichen Anlagen, heißt es in der Laudatio. Wichtig sei ihm die Erhebung und die Nutzung vorhandener Innenentwicklungspotenziale. Er sorgte für die Ausweisung neuer Baugebiete, die Sanierung der Grundschule in Mainstockheim, die Erweiterung des Angebots an Kinderbetreuungsplätzen und die Stärkung des Tourismus'. "Aufgrund seiner offenen und immer herzlichen Art genießt Bürgermeister Fuchs ein hohes Ansehen", meinte der Laudator. "Er geht auf die Wünsche und Sorgen jedes Einzelnen ein und legt Wert auf eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösungsfindung." Seit Mai 1996 ist Fuchs Mitglied des Kreistags und dort seit zwölf Jahren FW/FBW-Fraktionsvorsitzender.
  • Josef Mend stand als Bürgermeister 30 Jahre lang an der Spitze der Stadt Iphofen. "Mit seinem umfangreichen Wissen hat er die Geschicke seiner Heimatstadt erfolgreich gesteuert und ihre positive Entwicklung maßgeblich geprägt", lobte ihn der Laudator. Dabei habe er stets die Finanzlage, die Weiterentwicklung und die Zukunftsausrichtung von Iphofen im Blick gehabt. Mends Herzensanliegen sei die Altstadtsanierung gewesen. Zentrale Handlungsfelder waren für ihn zudem die Wirtschaftsförderung, die Stärkung der Kommunalfinanzen und der Ausbau des Tourismus. Er habe sich stets für gleichwertige Wohn- und Lebensbedingungen in allen Stadtteilen eingesetzt. Investiert wurde in die Weiterentwicklung der Schul-, Kinder- und Jugendeinrichtungen und in den Aufbau der Altenfürsorge. Neben dem Neubau einer Sport- und Veranstaltungshalle sei unter Mend mit dem Biomasseheizkraftwerk ein weiteres Großprojekt der Stadt Iphofen verwirklicht worden, so die Laudatio. Seit ebenfalls 30 Jahren ist er Mitglied des Kreistags, seit über 20 Jahren FW-Fraktionsvorsitzender. Auch beim Bayerischen Gemeindetag bringe sich Mend mit Nachdruck für die Wahrung und Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung ein.
  • Siegfried Müller setze sich seit 30 Jahren mit "außerordentlicher Tatkraft für die Stadt Kitzingen ein", heißt es in der Laudatio. 18 Jahre war er Mitglied des Stadtrats, danach zwölf Jahre Oberbürgermeister. Viele Weichenstellungen habe er als Stadtrat begleitet und konnte sie als OB umsetzen. Ein zentrales Thema seiner Amtszeit seien die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Konversion nach dem Abzug der Amerikaner gewesen. Die Ansiedlung neuer Unternehmen brachte zahlreiche Arbeitsplätze. Müller forcierte laut dem Laudator den Wohnungsbau, den Ausbau des Angebots an Kinderbetreuungsplätzen und die Sanierung der Schulen. Der Tourismus habe in Müllers Amtszeit weiter an Fahrt gewonnen. Maßgeblich unterstützt habe er den Neubau des Fastnachtmuseums und die damit einhergehende Ansiedlung der Deutschen Fastnachtakademie. Eines der herausragenden Ereignisse seiner Amtszeit sei die Kleine Gartenschau im Jahr 2011 gewesen, als auch die Nordtangente nach circa 20-jähriger Planungs- und Bauzeit freigegeben wurde. Dem Kreistag gehört Müller seit 2002 an. Nach seinem Rückzug aus dem Amt des OB wurde Müller im März erneut in den Stadtrat gewählt.
  • Gerhard Schenkel wurde 1984 zum Bürgermeister von Sulzfeld gewählt, ein Amt, das er über 36 Jahre hinweg ausgeübt hat. "In diesem außerordentlich langen Zeitraum hat er sich beispielhaft für seine Gemeinde eingesetzt", heißt es in der Laudatio. Hervorzuheben seien die im Rahmen der Städtebauförderung umgesetzten Maßnahmen zur Erhaltung des mittelalterlichen fränkischen Erscheinungsbildes des Ortes. Sulzfeld habe sich so zu einem lebendigen Dorf und beliebten Ausflugsziel entwickelt. Auch zahlreiche Neubaugebiete wurden ausgewiesen. Besondere Verdienste habe sich Schenkel bei der Durchführung des Flurbereinigungsverfahrens und bei der Gestaltung der Mainlände erworben und ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept initiiert. Kinderbetreuungsplätze wurden ausgebaut und eine Offene Ganztagsschule eingerichtet, heißt es in der Laudatio weiter. Er ist weiterhin Mitglied des Gemeinderats. Im Kreistag sitzt er seit 1990. Sechs Jahre war der CSU-Fraktionsvorsitzender.