Seit knapp einem Jahr lernen zehn Schülerinnen und Schüler des Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach im Rahmen des Neigungskursprogrammes die japanische Sprache und Kultur näher kennen. Ihr Japanischlehrer Alexander Kaufmann organisierte zum Ausklang des Schuljahres eine Exkursion nach Würzburg, wo die Gruppe auf den Spuren Philipp Franz von Siebolds wandelte.

Der Besuch begann im Siebold-Museum, wo Udo Beireis, Vorsitzender der Siebold-Gesellschaft, die Gruppe willkommen hieß und in seinem Grußwort die Entstehung des Museums skizzierte. Nach einer Führung durch die Dauerausstellung wurde auch die Wechselausstellung "Suzukazumi" besichtigt. Diese zeigt eindrucksvoll, wie viel Erfahrung und Hingabe allein schon die Herstellung japanischer Tuschesteine erfordert, die dann als Gebrauchsgegenstände ihren Weg in die Hände von Kalligraphen finden und in kunstvolle Schriftzeichen verwandelt werden. Beispiele hierfür sahen die Schüler direkt vor Ort in der Ausstellung des Kalligraphen Frank Merten, der in seinen Werken die Brücke zwischen Ost und West schlägt. Er nutzt asiatische Kalligraphie-Techniken, um deutsche Worte zu Papier zu bringen.

Das konnten die Schüler im Anschluss direkt selbst ausprobieren, als sie unter Anleitung von Emi Schmitt selbst Hand an Pinsel und Tusche legen durften. Nach einer kurzen Einführung entstanden so ganz eigene Kunstwerke – teils mit westlichen, meist mit japanischen Schriftzeichen. Wann immer der Pinsel das japanische Papier berührte, war die Konzentration mit Händen greifbar.

Nach einer kleinen Stärkung in einem Sushi-Restaurant hatte das Wetter soweit aufgeklart, dass der Siebold-Garten und der Japanische Garten auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände bei Sonnenschein besichtigt werden konnten. Damit ging ein Tag zu Ende, der den Teilnehmern des Neigungskurses die Verbindungen zwischen unserer Region und Japan auf vielfältige Weise erfahrbar machte.

Von: Alexander Kaufmann (Lehrer, Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach)